71 Tote und sechs Überlebende bei Flugzeugcrash in Kolumbien

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Das Team von Chapecoense bei einem Copa-Sudamericana-Einsatz
Das Team von Chapecoense bei einem Copa-Sudamericana-Einsatz - © APA (AFP)
Bei einem Flugzeugabsturz in Kolumbien sind 71 Menschen ums Leben gekommen. Sechs Insassen der Maschine überlebten das Unglück, wie die Behörden am Dienstag sagten. Das Flugzeug mit der brasilianischen Fußballmannschaft Chapecoense an Bord war in der Nacht nahe der kolumbianischen Stadt Medellin abgestürzt. Beide Blackboxes der Unglücksmaschine wurden inzwischen gefunden.

Wie die Luftfahrtbehörde mitteilte, verunglückte die Maschine vom Typ Avro RJ85 der bolivianischen Gesellschaft Lamia am Berg El Gordo in der Nähe der Ortschaft La Union im Nordwesten Kolumbiens. Bevor das vierstrahlige Flugzeug gegen 22.00 Uhr (Ortszeit) am Montagabend vom Radar verschwunden sei, hätten die Piloten Probleme mit der Elektronik gemeldet, hieß es unter Berufung auf den Kontrollturm des Flughafens von Medellin im Departement Antioquia. Aber auch Treibstoffprobleme könnten Ursache des Unglücks sein.

Ursprünglich war von 75 Toten die Rede gewesen, diese Zahl wurde von den Behörden aber nun korrigiert. Wie der Katastrophen mitteilte, seien nicht wie bisher mitgeteilt 81, sondern nur 77 Menschen an Bord gewesen. Vier Personen, darunter der Bürgermeister der Stadt Chapeco, hätten die Reise nicht wie erwartet angetreten. Unter den Opfern sind 68 Brasilianer und neun Bolivianer – das abgestürzte Charterflugzeug stammte aus Bolivien. Alle 71 Leichen seien inzwischen geborgen worden.

In dem Flugzeug befand sich die Mannschaft des brasilianischen Erstliga-Vereins Chapecoense, die am Mittwoch in Medellin das erste Spiel der Finalrunde des Südamerika-Cups gegen Atletico Medellin bestreiten sollte. Unter den Toten befinden sich 19 Mitglieder des Fußballteams und zahlreiche mitreisende Journalisten.

Absturzursache könnte Treibstoffmangel gewesen sein, sagte der Direktor der kolumbianischen Luftfahrtbehörde, Alfredo Bocanegra. Die Piloten hätten wegen Problemen Landepriorität beantragt. Die vierstrahlige RJ85 sei in Runden geflogen, obwohl Landeerlaubnis gewährt worden war.

Beim Absturz trennten nur noch zwei Hügel das Flugzeug von der Landebahn. Die Delegation des Clubs Chapecoense bestieg das Flugzeug im bolivianischen Santa Cruz de la Sierra, weil die brasilianischen Luftfahrtbehörden einen Charterflug der bolivianischen Airline direkt von Brasilien nach Kolumbien nicht zugelassen hatten.

Das Fußballteam flog deshalb per Linienflug von Sao Paulo aus, wo es am Sonntag in einem Spiel der brasilianischen Liga gegen Palmeiras angetreten war, nach Santa Cruz. Die Entfernung auf Luftlinie zwischen Santa Cruz und Medellin beträgt 3.015 Kilometer. Die Reichweite der Maschinen vom Typ RJ85 liegt bei rund 3.000 Kilometern.

Der brasilianische Staatspräsident Michel Temer ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. “Ich möchte in dieser traurigen Stunde, die die Tragödie für Dutzende Familien bedeutet, mein Mitgefühl aussprechen”, ließ Temer in einer Mitteilung des Präsidentenpalastes am Dienstag in Brasilia verlauten.

(APA/dpa)

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