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Bgm. Ritsch: Aus für laute Musik an der Pipeline

Bgm. Michael Ritsch und JUNOS-Landesvorsitzende Fabienne Lackner zur Situation an der Pipeline.
Bgm. Michael Ritsch und JUNOS-Landesvorsitzende Fabienne Lackner zur Situation an der Pipeline. ©VOL.AT/Paulitsch, Mayer, handout/JUNOS
Wie Bürgermeister Michael Ritsch berichtet, wird der Stadtvertretung ein "Boxenverbot" zum Beschluss vorgelegt. JUNOS Vorarlberg hingegen fordern "echte Lösungen statt Verbotspolitik".
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Wie schon mehrfach berichtet, hat die Pipeline in Bregenz – insbesondere an schönen Wochenenden – den unrühmlichen Nimbus einer Partymeile mit jeder Menge Lärmbelästigung und Littering erhalten. Die von der Stadt ins Leben gerufene Aktion "Gemeinsam am See" mit diversen Maßnahmen für ein gutes Miteinander in der frei zugänglichen Naherholungszone greift, muss aber offenbar noch weiter ausgebaut werden.

Wie Bürgermeister Michael Ritsch berichtete, habe der Stadtrat am 22. Juni vor diesem Hintergrund eine Ergänzung der Verordnung zum Schutze der Seeanlagen derart angeregt, dass es jetzt am Seeufer auch ein temporäres nächtliches "Boxenverbot" gibt. Konkret heißt das, dass "das Lärmen und zu laute Betreiben von technischen Geräten" untersagt wird. Insbesondere zwischen 22 und 6 Uhr sollen keinerlei Tonverstärker oder mobile Musikboxen mehr betrieben werden dürfen.

Zuständig für die Inkraftsetzung der neuen Bestimmung ist die Stadtvertretung. Sie muss die novellierte Verordnung am 15. Juli beschließen.

JUNOS fordern "echte Lösungen statt Verbotspolitik"

"Ein Alkoholverbot führt nur zu Verdrängung, löst aber die Probleme nicht! Weder Nichtstun noch Verbote bringen uns hier weiter. Statt immer mehr Verbote braucht es echte Lösungen und mehr Eigenverantwortung", so Landesvorsitzende Fabienne Lackner.

Zuletzt forderte ÖVP-Stadträtin Veronika Marte ein zeitweises Alkoholverbot. Zudem ließ Bürgermeister Ritsch mit seinem Flutlicht-Vorschlag aufhorchen. Die Jungen Liberalen NEOS halten von einem zeitweisen Alkoholverbot wenig, da es das Problem nur verlagern würde. Zudem sprechen sich die JUNOS gegen ein generelles Musikboxenverbot aus. Stattdessen fordern die JUNOS einen Dialog auf Augenhöhe.

"Gerade jetzt müsse man uns jungen Menschen wieder die Möglichkeit einräumen zu feiern und Freunde zu treffen. Das Öffnen der Nachtgastronomie nimmt den Party-Druck von öffentlichen Plätzen. Die Situation wird sich etwas entspannen, sobald die Sperrstunde fällt und Clubs wieder offen haben", so Lackner. Zusätzlich müsse laut Lackner die Politik sicherstellen, dass es für junge Menschen möglich ist, sich an konsumfreien Orten sicher und frei zu treffen. "Anstatt Verbotsräume sollten endlich neue Denkräume geschaffen werden. Jugendliche sollten verstärkt bei Fragen rund um konsumfreie Räume eingebunden werden. Zudem soll ein stärkerer Austausch mit anderen Kommunen erfolgen", so Landesvorsitzende Lackner.

Alkoholverbot verlagert Problem

"Ein Alkoholverbot wird das Problem nicht lösen, sondern nur verlagern, so werden andere Plätze in der Stadt zu neuen Hotspots. In der Folge müssten die Verbotszonen immer weiter ausgeweitet werden", so Landesvorsitzende Lackner. Die JUNOS sind sich sicher, dass auch eine Flutlicht-Anlage das Problem nicht gelöst hätte und das grelle Licht eine Beeinträchtigung der Lebensqualität darstellt. Beim Thema Müllentsorgung brauche es neben den von der Stadt bereits zusätzlich aufgestellten Müllcontainern auch mehr Eigenverantwortung vonseiten der Besucher.

Von anderen Städten lernen

"Bregenz ist nicht die einzige Stadt, die mit solch einer Situation konfrontiert ist. Hier sollte auf einen stärkeren Austausch mit anderen Kommunen gesetzt werden. Zudem braucht es eine vernetzte Zusammenarbeit von Security und Sozialarbeit", so Lackner. In Wien würden beispielsweise sogenannte "Awarnessteams" eingesetzt werden, um bei Konflikten zu deeskalieren. Diese wären ab 19 bis 4 Uhr unterwegs und würden auf "Dialog statt Eskalation" setzen. "Die meisten jungen Menschen haben sich eineinhalb Jahre lang unter besonderen Umständen an alle Corona-Maßnahmen gehalten und sich solidarisch gezeigt. Jetzt ist es an der Zeit, sich um nachhaltige Konzepte zu kümmern und sich nicht hinter einer lähmenden Verbotspolitik zu verstecken. Jugendliche sollten verstärkt bei Fragen rund um öffentliche und konsumfreie Zonen eingebunden werden", so Lackner abschließend.

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(VOL.AT)

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