Skigymnasium Stams feiert 50-jährige Erfolgsgeschichte

Skigymnasium Stams: Einer der erfolgreichsten Sportschulen der Welt
Skigymnasium Stams: Einer der erfolgreichsten Sportschulen der Welt - © APA
Das Skigymnasium Stams feiert am 30. September 2017 seinen 50. Geburtstag. Die Elite-Privatschule in Tirol ist ein weltweit anerkanntes Vorzeigeprojekt zur Verbindung von Schule und Leistungssport und gilt mit mehr als 300 Olympia- und WM-Medaillen als Inbegriff österreichischer Erfolge im Wintersport. Der Geburtstag wird mit einem Festakt gefeiert, zahlreiche Schulabsolventen werden erwartet.

Und von denen gibt es viele und höchst erfolgreiche. Denn zu den einstigen Stams-Schülern zählen Alpin-Asse wie Benjamin Raich, dessen Ehefrau Marlies, Mario Matt, Stephan Eberharter, Patrick Ortlieb, Mario Reiter, Anita Wachter, Nicole Hosp, Elisabeth Görgl und Sigrid Wolf, aber auch ausländische Schüler wie aus der Schweiz Daniel Albrecht und Olympiasieger Sandro Viletta, der Deutsche Fritz Dopfer oder die Liechtensteiner Paul Frommelt und Andreas Wenzel. Die bekanntesten Stamser Skispringer sind Toni Innauer, Karl Schnabl, Gregor Schlierenzauer, Heinz Kuttin, Ernst Vettori und Hubert Neuper, die Riege der Kombinierer wird von Felix Gottwald und Klaus Sulzenbacher angeführt.

Die Erfolgsgeschichte der etwa 40 Kilometer westlich von Innsbruck im Oberinntal liegenden Internatsschule Stams begann Ende der 1960er-Jahre und hatte ihren Ursprung – wie so vieles – in einer Krise. Nämlich den nur drei ÖSV-Medaillen bei der Alpinski-WM 1966. Um in Österreich vor allem langfristig wieder erfolgreicher zu sein, wurden in der Folge Schulen mit Skisport-Schwerpunkt gegründet.

In Stams begann man 1967 mit 25 Burschen (Ski alpin) und einem Sportzweig am ORG Bernardinum. Die Sportler wohnten in Blockhütten auf dem Campingplatz, ab 1969 wurden auch Mädchen aufgenommen. Die Doppelbelastung für die Sportler bekam man durch Einführung von Leistungsstufen in den Griff – Schüler konnten in einem Fach “sitzenbleiben”, aber in den anderen in die nächste Schulstufe aufsteigen.

Der Schulversuch sollte 1974/75 auslaufen, allerdings war 1970 Baldur Preiml als Trainer mit den Skispringern nach Stams gekommen und baute dort eine Gruppe auf, die mit dem Sieg bei der Vierschanzen-Tournee 1974/75 durch Willi Pürstl auftrumpfte. Paul Ganzenhuber erinnert sich: “Dann war klar, dass Stams weitergeführt wird. Minister Fred Sinowatz unterzeichnete den Beschluss.”

Ab 1973 kamen auch Langläufer und in den Neunziger-Jahren die Skispringerinnen sowie Biathlon und Snowboard hinzu. Bisher hatte Stams drei Direktoren. Auf Volker Baumgartner (27 Jahre lang) folgte Ganzenhuber (2000-05), seitdem führt Arno Staudacher die Schule. Aktueller sportlicher Leiter für alle Sparten ist Harald Haim.

Stams ist als Kaderschmiede für die Ski- und Snowboard-Asse von morgen eine der erfolgreichsten Sport-Schulen der Welt und – wenn man so will – auch der erfolgreichste Schulversuch der Welt. An die 300 Medaillen bei Olympia und WM sowie ebenso viele bei Nachwuchs-Titelkämpfen haben Schüler der als “Schigymnasium Stams” bekannten “Internatsschule für Skisportler” in den Bereichen Ski alpin, Sprunglauf/Nordische Kombination, Langlauf/Biathlon und Snowboard gewonnen.

Die Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht für hochbegabte Jugendliche von 14 bis 20 Jahren befindet sich im gemeinsamen Eigentum der Republik Österreich, des Landes Tirol und des Zisterzienserstifts Stams. Man bietet neben dem Oberstufen-Realgymnasium auch eine Handelsschule, allerdings verfügt man über keine Skilifte oder Pisten – dafür aber schuleigene Skisprung-Schanzen. Wohl auch deshalb steht Stams traditionell vor allem für erfolgreiche ÖSV-Springer. Einst hatte Preiml dort das rot-weiß-rote “Skisprung-Wunder” in die Wege geleitet.

Zu den ersten Stams-Schülern zählten die Skispringer Karl Schnabl und Anton Innauer. Auch für Innauer ist Stams ein besonderer Ort. Der Vorarlberger bestand die Aufnahmsprüfungen sowohl im Alpin- als auch im Sprungbereich und startete danach eine einzigartige Karriere, die ihn wie viele Alumni nach Studienabschluss wieder als Trainer und Lehrer nach Stams zurückgebracht hat.

“Ohne Stams wäre ich nie im Leben aus dem Bregenzerwald zu bringen gewesen oder hätte ein Gymnasium besucht”, erinnert sich der Olympiasieger und Weltmeister im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur. In Stams hatte Innauer später seine Frau kennengelernt, auch sein Sohn besuchte die Schule.

“Stams ist eine ganz wesentliche Säule und hat den Sport in Österreich sehr geprägt. Aber nicht nur wegen der Sporterfolge, sondern auch als sportkultureller Impuls”, betonte Innauer. Man lerne dort einen ganz besonderen Zugang zum Sport. “Nämlich, dass es nicht nur um Leistung gehen und Erfolg nicht um jeden Preis erobert werden muss. Man lernt dort eine andere Art zu denken. Und weil der personelle Rückfluss nach Stams sehr hoch ist, wird das immer weitergetragen.” Auch Alpinski-Doppelolympiasieger Benjamin Raich hat nur positive Erinnerungen. “Stams ist eine perfekte Kombination für eine sportliche, aber auch schulische Ausbildung”, sagte der Tiroler.

Die 50-jährige Erfolgsgeschichte von Stams wird in einer Woche (Samstag, 30. September) im Rahmen eines Festaktes gefeiert. Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie Medaillengewinner und Lehrer kommen im Bernardisaal des Stiftes Stams zusammen. Im Schulhof gibt es ein hochkarätiges Absolvententreffen, das traditionelle Fußballspiel Alpin gegen Nordisch leitet der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Konrad Plautz.

Das Fest ist gleichzeitig auch der Startschuss für weitere, im Jubiläumsjahr stattfindende Events im Skigymnasium. Dazu zählt auch ein hochkarätiges Trainersymposium im Frühjahr 2018.

(APA)

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