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Kurz: "Kein Impfstoff vorhanden – Zeit gewinnen"

Bundeskanzler Kurz über das Coronavirus
Bundeskanzler Kurz über das Coronavirus ©ZiB2-Screenshot
Im ZiB2-Interview sprach Kanzler Kurz über das Coronavirus und sagte, es es gehe nun vor allem darum, "Zeit zu gewinnen". Die nächsten zwei Wochen seien entscheidend.
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Kurz: "Wir sind noch in einer Phase, wo wir versuchen alles zu tun, um eine Ausweitung einzugrenzen." In dieser Phase gilt es laut Kurz, "Zeit zu gewinnen", da zurzeit noch kein Impfstoff vorhanden ist. Derzeit lasse sich laut Kurz nur schwer vorhersagen, wie die Situation in Europa sein wird. "Wir haben aktuell über 700 Fälle in Europa - in den letzten Tagen stark steigend. Die nächsten ein bis zwei Wochen werden entscheiden, wie stark die Ausbreitung in Europa stattfindet und auch wie schnell das voranschreitet."

Nachfrage der Journalistin: "Aber ungefähr - Dutzende, Hunderte, womit rechnen Sie?"

Kurz: "Naja, Sie sehen den Anstieg der letzten Tagen in ganz Europa. Je stärker sich das Virus in der Großstadt verbreitet, desto schlimmer ist die Situation. Und natürlich: Je stärker auch die Ausbreitung in ganz Europa ist, desto schwieriger lässt es sich auch regional abschotten. Insofern rechnen wir, aber auch unsere Partner in Deutschland und anderen Nachbarländern mit einer Ausbreitung in Europa. Das ist einfach ein realistischer Blick auf die Dinge, für den wir uns alle vorbereiten müssen. Das bedeutet nicht, das man in Panik verfallen sollte, das bedeutet schon gar nicht, dass es sinnvoll ist, panische Hamsterkäufe zu tätigen oder mit Schutzmasken herumzulaufen, die einen gar nicht schützen. Aber es gibt Beiträge, die jeder einzelne leisten kann."

Laut Kurz gebe es drei Verhaltensregeln, die beachtet werden sollten:

  1. "Das Wichtigste ist, dass Personen in Österreich die Reisewarnungen ernst nehmen - nicht in Gegenden reisen, wo eine Reisewarnung besteht."
  2. "Personen, die in diesen Regionen waren, die sollten ihre sozialen Kontakte reduzieren und ganz genau beobachten, ob bei ihnen Symptome auftreten."
  3. "Wenn jemand Symptome verspürt, dann bitte nicht in die Ambulanz oder zum Hausarzt gehen, sondern die Nummer 1450 anrufen, wo man eine Auskunft bekommt und auch jemand Zuhause auftaucht, um einen Test durchzuführen."
Bei Symptomen die 1450 anrufen (Steurer)

Derzeit würden laut Kurz mehr und mehr Tests durchgeführt. Daher sei es auch absehbar, dass die Zahl positiv Getesteter sich erhöhen werde. Momentan habe man in Österreich eine Kapazität von rund 1000 Tests pro Tag. Außerdem werde es Erlässe im Rahmen des "Epidemiegesetzes" geben.

Hier das gesamte Interview mit Bundeskanzler Kurz

Politiker beraten über Vorgehen gegen Virus

"Mitwirkung der Bevölkerung wesentlich"

Bereits fünf bestätigte Coronavirus-Fälle gibt es in Österreich, neben dem Paar in Tirol wurde am Donnerstag auch der Fall eines schwer erkrankten 72-Jährigen in Wien und eines Paares in der Bundeshauptstadt bekannt. "Wir rechnen mit weiter steigenden Zahlen", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bei einem Pressebriefing am Donnerstagabend in Wien.

Kurz betonte, dass die "Mitwirkung der Bevölkerung ganz wesentlich" sei. Jeder einzelne könne einen Beitrag leisten und etwa Reisewarnungen "ernst nehmen". "Wer betroffene Gebiete besucht hat und in Österreich ist, wird dringend ersucht, sich von Großveranstaltungen fernzuhalten und bei Symptomen sofort die Hotline zu kontaktieren", sagte Kurz.

Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus im Special

(APA / Red.)

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