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Ländle-Modelmanager polarisiert mit Jesus-Darstellung

Leonie Mozzacchini-Schuster wurde vom Ländle-Modelmacher als weiblicher Jesus inszeniert.
Leonie Mozzacchini-Schuster wurde vom Ländle-Modelmacher als weiblicher Jesus inszeniert. ©Alvaro Armas
Wie weit kann Kunst gehen? Der Modelmanager Dominik Wachta lotet mit seinem dritten religiös angehauchten Kunstprojekt die Grenzen ein weiteres Mal neu aus.
Leonie Mozzacchini-Schuster als Jesus

Der aus Vorarlberg stammende Modelmacher Dominik Wachta lebt seit sechs Jahren in Spanien und betreibt in Madrid die Agentur "1st Place Models", mit der er auch ein Büro in Miami (USA) hat. Bekannt geworden ist der Krumbacher als Gründer seiner landesweiten Modelwahl "Österreichs Nächstes Topmodel", mit der er zahlreichen Models zu internationalen Karrieren bis hin zu den großen Fashionweeks in New York, Mailand Paris oder London verhalf. International auch sehr erfolgreich war z.B. die von Wachta gemanagte Hörbranzerin Lilia Kutlina.

Aufregung um Jesus-Darstellung

Schon vor einigen Jahren hatte der mittlerweile 37-Jährige mit einem Jesus-Fotoprojekt für Aufregung gesorgt. Männermodel Markus Singer wurde dabei als blutüberströmter Jesus (mit echtem Rinderblut) dargestellt, um auf die vielen Kriege und Toten, die durch Religionen verursacht wurden, hinzuweisen. Das Projekt schaffte es auf die Titelseiten in österreichischen Medien. Mit Lilia Kutlina setzte Wachta außerdem ein Islam-kritisches Sujet um, dass in der italienischen Photo-Vogue veröffentlicht wurde.

Model als weiblicher Jesus

Aktuell sorgt der Modelmacher abermals für ordentlich Aufregung, diesmal in seiner Wahlheimat Spanien. Mit dem deutsch-spanischen Model Leonie Mozzacchini-Schuster von seiner Agentur "1st Place Models" setzt Wachta mit seinem Team ein Werbevideo und eine Magazin-Fotostrecke um, bei der das bildhübsche Model als weiblicher Jesus reinkarniert. Die Fotos erschienen im holländischen Magazin "Selin Magazine". Sowohl im Video als auch bei den Fotos wird Jesus im Körper einer wunderschönen Frau wiedergeboren und entdeckt sich neu, inklusive seiner (neuen) Weiblichkeit. Im katholischen Spanien ist damit wohl bereits einiger Diskussionsstoff gegeben. "Die erste Beleidigung einer religiösen Fanatikerin hatte ich bereits 30 Minuten nach der Veröffentlichung in meinem Postfach", lacht der Modelmanager.

Leonie Mozzacchini-Schuster als weiblicher Jesus. (Bild: Alvaro Armas)

Doch Wachta legt mit einer Erklärung noch nach: "Mir war die Rolle der Frauen bei den diversen Religionen, und da nehme ich keine Religion davon aus, immer ein Dorn im Auge. Ich vertrete den Standpunkt, dass Frauen uns Männern eigentlich weit überlegen sind und deshalb immer unterdrückt wurden. Gerade die Religionen haben dabei immer eine große Rolle gespielt, weil ein paar alte Männer vor der unglaublichen Energie der Weiblichkeit Angst hatten. Dass es in der heutigen Zeit noch immer nicht möglich ist, dass Frauen führende Rollen bei den meisten Religionen einnehmen, ist eine Schande und zeigt, wie wenig Entwicklung da seit dem Mittelalter statt gefunden hat!"

Die Kunst sieht der Modelmacher als Möglichkeit, das zu thematisieren und dafür zu sensibilisieren. Religiöse Gefühle möchte er damit nicht verletzen, versichert der Krumbacher, jedoch möchte er die Absurdität der alten Dogmen aufzeigen.

Für die Produktion wurden keine Kosten und Mühen gescheut: Sie fand mit Sondergenehmigung der Inselregierung in der berühmten Geister-Stadt Abades auf der kanarischen Insel Teneriffa statt. Das Line Producing-Team war vom Feinsten und wurde von Produzentin Daniela Henaow angeführt, dazu wurde der bekannte spanische Fotograf Alvaro Armas verpflichtet. Das maßangefertigte Kleid vom Atelier Diazar wurde von MakeUp-Artist Claudio Gonzalez in Szene gesetzt, Blumen-Kunst kam von der Floristeria Tequeste, spektakuläre Requisiten von Greventos.es und am Set waren neben Modelmanager Wachta auch Rafaele O'Donnell Hernandez und Pableras Alvarez als Assistenten vor Ort. Dazu gab es eine Kooperation bei der Durchführung mit der Eventagentur JMF Evento. Dass sich der große Aufwand gelohnt hat, bestätigen die Ergebnisse des Shootings und des Werbefilms, so Wachta. Und wer weiß, vielleicht habe ja die Idee hinter der Produktion den einen oder anderen auch ein wenig zum Umdenken angeregt.

(Red.)

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