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Anschober zieht positive Bilanz nach ersten Corona-Impfungen

Erste Impfungen gut verlaufen
Erste Impfungen gut verlaufen ©APA
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat nach den ersten Impfungen gegen das Coronavirus eine erste positive Bilanz gezogen.

"Das war und ist ein großer Tag im Kampf gegen die Pandemie gewesen", sagte er am Montag nach dem seiner Ansicht nach erfolgreichen "symbolischen Start".

Nach den ersten beiden Monaten 2021 werde man die Schutzimpfung gratis für alle Interessierten ausrollen, wobei jedem Wahlfreiheit zustehen werde, betonte der Minister erneut.

Aschober ruft zu Geduld aauf

Anschober rief allerdings auch zur Geduld auf. Man werde "sehr behutsam, sehr sorgfältig" in die schrittweise Umsetzung gehen. Wobei dies weiterhin von zwei Grundfaktoren abhängig sei: Einerseits von der Marktzulassung der Impfstoffe, andererseits von der Frage, wann die Teillieferungen einlangen werden. Eine erste erwartet sich der Minister in dieser Woche. Anschober sieht dabei auch eine große Herausforderung für die Logistik, wie er sagte.

Info-Hotline eingerichtet

Ein weiterer paralleler Schwerpunkt für die Regierung werde die Informationsarbeit sein, sagte Anschober. Dazu zähle als erster Schritt die bereits erfolgte Einrichtung der Info-Hotline. In Summe habe es bis jetzt an die 20.000 Anrufe gegeben, wobei die Grundstimmung laut dem Minister aufgeschlossen und interessiert war. Auch ein Wissenschaftergremium werde für diese Fragen eingerichtet, dass "in diesen Tagen erarbeitet und in Kürze präsentiert" werde.

NEOS fordern Detail-Impfplan

Kritik an der Corona-Impfstrategie der Regierung kommt von der Opposition. Die NEOS freuen sich zwar über den Impfstart in Österreich und fordern eine "nationale Allianz", um das Vertrauen in die Immunisierung zu erhöhen. Nötig sei dafür ein detaillierter und nachvollziehbarer Impfplan sowie ein "ehrliches und transparent erstelltes" Informationsangebot. Die FPÖ forderte unterdessen ein "unabhängiges" Nationales Impfgremium ein.

NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker will mit parlamentarischen Anfragen die Details der Covid-19-Impfstrategie klären, sagte er gegenüber der APA. "Nur wenn die Menschen wissen, was genau auf sie zukommt, also wann, wo und wie sie geimpft werden, kann die Impfung eine hohe Akzeptanz bekommen", meint Loacker. Die Regierung müsse gewährleisten, dass bis zum Sommer genügend Impfstoff für die breite Masse zur Verfügung steht. Der Plan, den sie vor Wochen vorgelegt habe, müsse aktualisiert werden.

FPÖ fordert unabhängiges Impfgremium

Die FPÖ kritisierte unterdessen die Zusammensetzung des Nationalen Impfgremiums: "Immerhin fünf der 14 Mitglieder des Nationalen Impfgremiums sind weisungsgebundene Beamte und Vertragsbedienstete des grünen Gesundheitsministers", sagte die stellvertretende FPÖ-Klubobfrau und Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch in einer Aussendung. Sie verwies etwa auf die neu durch Anschober bestellte Sektionschefin Katharina Reich: Mit dieser agiere ein Mitglied des Nationalen Impfgremiums, "das dem eigenen Minister wegen des Karrieresprungs zum höchsten Dank verpflichtet ist".

Kritik übte Belakowitsch auch an der Vorsitzenden des Impfgremiums, Ursula Wiedermann-Schmidt. Diese habe sich "von ÖVP-Kanzler Kurz und seinem grünen 'Beiwagerl Anschober' gerade erst für eine öffentlichkeitswirksame Propaganda-Impfshow einspannen" lassen, "die dem ehemaligen DDR-Staats- und Parteichef Honecker zu seinen besten Zeiten wohl die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte", meinte sie.

Die FPÖ fordert ein Nationales Impfgremium, "das nach einem öffentlichen Hearing und unter Einbindung des Parlaments als demokratischer Kontrollinstanz von wirklich unabhängigen Experten besetzt wird". In der nächsten Nationalratssitzung werde man entsprechende Anträge einbringen.

(APA)

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