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Wenn wenig Geld viel Gutes bewirkt

Die Welt in Kinderhänden - Messfeier am Sonntag der Weltmission in der Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt in Brand.
Die Welt in Kinderhänden - Messfeier am Sonntag der Weltmission in der Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt in Brand. ©Gerhard Scopoli
Arme Diözesen sind besonders auf Spenden angewiesen, um ihre pastorale Arbeit weiterführen zu können.
Pfarrkirche Brand, 3. Adventsonntag 2022
Rueckblick Weltmissions-Sonntag Brand, Herbst 2022

Brand. (sco) Mehr als ein Vierteljahrhundert wirkte der Pfarrer von Brand und Bürserberg, Georg Nigsch, als Missionar in Südamerika. Dankbarkeit empfindet er all jenen gegenüber, “die uns den Glauben vermittelt haben. Wir alle sind aufgerufen, Missionare, Missionarinnen zu sein. Mission heißt Sendung; wir sind also ausgesandt, Zeugnis zu geben von Gottes Liebe und von der Botschaft Jesu”. In Bezug auf die Glaubensvermittlung spielten im Leben von Pfarrer Nigsch seine Eltern, aber auch Pfarrer, Monsignore und Geistlicher Rat Josef Bereuter eine spezielle Rolle. Fast ein halbes Jahrhundert hatte Bereuter als Kaplan, Pfarrer und Dekan im Bregenzerwald gewirkt. “Er war ein stiller, besinnlicher Pfarrer. Er hat mich geformt”, sagt Nigsch. Beim Goldenen Priesterjubiläum des Monsignore vor 32 Jahren hielt Pfarrer Nigsch, ein Schoppernauer, die Festpredigt.

Neu denken und arbeiten

Wenn sich Missionar Nigsch in den vergangenen Jahrzehnten auf Heimaturlaub befand und von der Mission erzählte, hätten einige die Nase gerümpft, erzählt er. Personen, die mit Mission ihre Schwierigkeiten gehabt hätten, zumindest mit dem Wort an sich. “Aber ich bin der Überzeugung: Nur eine Pfarrei und eine Kirche, die missionarisch ist, denkt und arbeitet, hat Zukunft. Sonst ist es eine veraltete, sterbende Kirche”, so Pfarrer Nigsch. Er ermutigt die Menschen, den Glauben weiterzugeben, ihn vorzuleben und zu bezeugen. “Wir können anfangen bei der kleinsten Kirche, der Hauskirche: das ist die Familie.” Bedauerlich findet Nigsch, dass die Kirche hierzulande “aufgrund der pfarrlichen oder kirchlichen Umstrukturierungen, die vielleicht ein bisschen zu sehr auf unsere eigenen Probleme fokussiert und konzentriert sind, auch etwas an Ausstrahlungskraft verliert”. Aber es geht auch anders. Den jugendlichen Geist der Kirche in Afrika oder Amerika hat Pfarrer Nigsch lebhaft vor Augen, wenn er sich mit dem Thema der Glaubensweitergabe auseinandersetzt. 

Feuer und Flamme für Gospels 

Wie sehr alle Generationen – und so auch die Jungen – ihrem Pfarrer am Herzen liegen, ist bei den Liturgiefeiern in den Brandnertaler Kirchen spürbar. Wer im Gottesdienst eine Aufgabe übernehmen will, dem wird auch eine zugeteilt. Das geht ganz einfach. “Damit euch nicht so langweilig ist”, sagt Pfarrer Nigsch etwa zu den Kindern. Jede Menge Freude hatten Alt und Jung diesen Herbst auch bei der Gospelmesse am Sonntag der Weltmission. Die Musiker Julian Bachmann, Dietmar Hartmann, Alex Sutter und Bernhard Klas erfreuten mit “Original-Gospels aus Amerika, die ich selbst in New York erlebt habe”, teilt Sutter mit. Andrea Deutsch, Mitglied des Brandner Pfarrgemeinderats, erinnert sich: “Alex Sutter und Dietmar Hartmann waren bei einem Benefizkonzert für die Ukrainehilfe hier in unserer Pfarrkirche mit dabei. Damals kamen wir auf die Möglichkeit einer Gospelmesse zu sprechen.” Und dafür waren viele Gläubige im Ort gleich Feuer und Flamme. Bei dieser einen Gospelmesse soll es nicht bleiben – das Echo auf die Feier war beeindruckend. 

Weltgrößte Solidaritätsaktion

Die Spenden der Messfeiern, die an dem betreffenden Sonntag weltweit zusammengekommen sind, wurden bereits an die armen Diözesen überwiesen. Pater Karl Wallner, der Nationaldirektor von MISSIO, Päpstliche Missionswerke in Österreich, bezeichnete den Sonntag der Weltmission laut Nigsch als “die größte Solidaritätsaktion des Planeten”. 20 Euro bei uns seien nach Auskunft des Pfarrers von Brand und Bürserberg in den meisten Ländern der Dritten Welt vielleicht sogar 400 Euro wert. “In Ecuador beträgt der Mindestmonatslohn 130 Euro. Wenn wir großzügig sind, multipliziert sich das um vieles. Ich weiß, wie sehnsüchtig die Diözesen darauf warten, bis sie von diesem großen Missionstopf auch etwas abbekommen, um ihre Pastoralarbeit weiterführen zu können”, stellt Pfarrer Nigsch fest.

Advent und Weihnachten in der Pfarrkirche Brand: 

Donnerstag, 15. Dezember, 6 Uhr Rorate – Heilige Messe

Freitag, 16. Dezember, 17 Uhr: Besinnlicher Advent im Rahmen der Brandnertaler Weihnachtstrilogie; alle Infos auf www.musikschule-brandnertal.at.

Sonntag, 18. Dezember, 4. Adventsonntag, 10 Uhr Sonntagsgottesdienst

Donnerstag, 22. Dezember, 6 Uhr Rorate – Heilige Messe

Samstag, 24. Dezember, Heiliger Abend, 17 Uhr Kindermette und 22:30 Uhr Christmette

Sonntag, 25. Dezember, Hochfest der Geburt des Herrn, 10 Uhr Festgottesdienst

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