Vom Vorzeigekandidat zum Sündenbock: Strache kritisiert Sükün-Kandidatur harsch

Vor der Wahl ein Vorzeigekandidat, nun bei HC Strache unerwünscht: Hasan Sükün.
Vor der Wahl ein Vorzeigekandidat, nun bei HC Strache unerwünscht: Hasan Sükün. ©Facebook, APA
Lustenau - Während die Freiheitlichen in Hohenems klar gewonnen haben, mussten sie in Lustenau eine Schlappe hinnehmen. Der Schuldige ist zumindest für die Bundespartei schnell gefunden: Die Kandidatur von Hasan Sükün.
ÖVP baut Absolute in Lustenau aus
ATIB-Mitglied und FPÖ-Kandidat
Strache lobt Sükün-Kandidatur
"Bin waschechter Lustenauer"

Auf seiner Facebook-Seite gratuliert FPÖ-Bundesobmann Heinz-Christian Strache den Vorarlberger Freiheitlichen zu ihren Erfolgen bei den Gemeinderatswahlen am Sonntag. Schließlich konnten die Freiheitlichen die Bürgermeistersessel in Fußach und Nenzing verteidigen. Auch das “ausgezeichnete Ergebnis von Landesparteiobmann Dieter Egger und seiner FPÖ-Ortsgruppe” freut den Parteikollegen in Wien. Einziger Wermutstropfen: Lustenau.

Hier mussten die Freiheitlichen klare Verluste hinnehmen. Der Schuldige ist in Wien offensichtlich bereits gefunden. “Hier trifft die Verantwortlichen in Lustenau ein klares Auswahlverschulden in Form einer krassen personellen und inhaltlichen Fehlbesetzung.” Damit bezieht sich Strache auf die Kandidatur von Hasan Sükün auf dem zwölften Listenplatz der Lustenauer Freiheitlichen.

ATIB-Mitgliedschaft unerwünscht

Der Grund für die Kritik ist dessen Mitgliedschaft beim türkischen Kulturverein ATIB. Somit sei er Mitglied eines “vom türkischen Staat massiv geförderten und gelenkten Vereines, der den politischen Islamismus auch in Österreich vorantreibt, und den autoritär-islamistischen Kurs des türkischen Präsidenten Erdogan und seiner Osmanisierungspolitik unterstützt”, klagt Strache an. Tatsächlich ist die ATIB eine Unterorganisation des Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten der Türkei. Deren Imame sind bezahlte Angestellte dieser türkischen Behörde – noch. Das derzeit diskutierte Islamgesetz sieht ein Verbot der Auslandsfinanzierung von islamischen Glaubensgemeinschaften vor.

“Weder gutgeheißen noch in irgendeiner Form akzeptiert”

Für die Freiheitlichen und auch Hasan Sükün sah dies vor der Wahl anders aus. So sei man natürlich gegen radikalen Islamismus, beteuerte der Lustenauer Sticker. Zumindest auf Gemeindeebene habe man aber ein gutes Auskommen zwischen Verein und Freiheitlichen gefunden. Die Bundesparteilinie bleibt aber eine andere: “Die Kandidatur der, wenn auch parteifreien, genannten Person auf einer freiheitlichen Liste steht daher offensichtlich in klarem Widerspruch zu unseren politischen Handlungsauftrag”, betont man auf Facebook. “Derartige Personalentscheidungen werden von der Bundespartei weder gutgeheißen noch in irgendeiner Form akzeptiert.”

Vor der Wahl noch Vorzeigekandidat

Vor der Wahl sah Strache die Sache offenbar noch entspannter. So lobte er die Kandidatur von Sükün ausdrücklich als Beispiel gelungener Integration. Gegenüber der eigenen Wählerschäft wurde die Kandidatur gleichsam kleingeredet, wie dieser Kommentar vom Samstag zeigt:

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FPÖ Lustenau erhält Kritik per Facebook

In Lustenau selbst erfährt man von der harschen Kritik erst über Facebook. “Ich nehme das Posting zur Kenntnis”, erklärt Nicole Hosp, Landtagsabgeordnete und Schriftführerin der Lustenauer Ortspartei, auf VOL.AT-Anfrage. FPÖ-Bürgermeisterkandidat und Ortspartei-Obmann Martin Fitz will den Beitrag  nicht kommentieren. Man werde die Wahl in der Fraktion besprechen und analysieren.

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