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Singa - wia dr Schnabl gwachsa ischd

Prof. Edgar Schmidt (r.) gab interessante Einblicke in das sang- und klangvolle Leben von Wiederin und Borger.
Prof. Edgar Schmidt (r.) gab interessante Einblicke in das sang- und klangvolle Leben von Wiederin und Borger. ©Emir T. Uysal
Mundart-Matinee in Erinnerung an Otto Borger und Bruno Wiederin.
Muntafu und Luschnou (2019)

FELDKIRCH „Regionale Künstler gehören in Ehren gehalten“, meint Prof. Edgar Schmidt, der vergangenen Sonntag zur Mundart-Matinee ins Theater am Saumarkt lud. Anlass dafür war der 25. Todestag des Mundartdichters Otto Borger aus Schruns. Borger (1904-1994) machte in der Stella Matutina in Feldkirch und an den Handelsakademien Innsbruck und Calv eine klassisch-allgemeine und kaufmännische Ausbildung. Gemeinsam mit seinen Brüdern (Karl und Hugo) leitete er 1934 die Schrunser Lodenfabrik bis zur Stilllegung in den 1970er Jahren. Die Mundart begeisterte ihn schon immer und so entstanden zahlreiche Werke, wie zum Beispiel das „Muntafuner Zwörn“ (1953), „Maisas-Arba“t (1958), „Noochzügler“ (1978) und die letzte Sammlung „Ds Johr dor“ (1983). Diese Werke gehörten früher auch teilweise zum Bestandteil von Radiosendungen, in denen sie vorgetragen wurden. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die erfolgreiche Vertonung einiger seiner bekanntesten Gedichte etwa durch Johannes Pfefferkorn, die auch ins Vorarlberger Volksliederbuch Eingang fanden. Neben der mündlichen chronischen Dokumentation spielte Edgar Schmidt ausgewählte Lieder ein.

Pädagogische Kinderlieder

Bruno Wiederin. Geboren am 24. August 1912 in Schruns, wuchs Bruno Wiederin in einem musischen und heimatverbundenen Elternhaus auf – der Vater war Schuldirektor, Chorleiter und Gründer des Heimatmuseums in Schruns. Er besuchte das Gymnasium Mehrerau und absolvierte das Pädagogium in Innsbruck. Die vielfältigen Talente, die in der Jugend erkannt und gefördert wurden, führten zu einer stetigen, sehr eigenständigen künstlerischen Entwicklung. Nach Gesangsstudien in Innsbruck und Feldkirch feierte er mit seiner herrlichen Tenorstimme Erfolge als Solist in Opern und Operetten, in Messen und Liederabenden. Auch in seinem Beruf als Lehrer, der ihn an die Volksschulen in Partenen, Kristberg und Frastanz und zuletzt an die Hauptschule in Bludenz führte, als deren Direktor er 1975 in den Ruhestand trat, setzte er mit seinen Begabungen und seiner Kreativität Akzente: Es entstanden Kinderlieder und Texte, die sein pädagogisches Wirken unverwechselbar und überaus erfolgreich machten.

1983 wurde Bruno Wiederin, in Würdigung seines künstlerischen Schaffens und seiner kulturellen Verdienste, durch den Bundespräsidenten der Titel „Professor“ verliehen. Am 24. September 1995 starb Bruno Wiederin. Schmidt gewährte dem TaS-Publikum einen exklusiven Einblick in das Leben der Künstler. Durch die persönlichen Beziehungen hatte er auch die ein oder andere humorvolle Anekdote im Gepäck. ETU

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