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"Öffnungsgipfel" – Wirtschaft drängt auf Öffnung im März

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Die Wirtschaft macht Druck für eine Öffnung der noch vom Lockdown betroffenen Branchen.

In einem "Öffnungsgipfel" sollen am Donnerstag Vertreter aus dem Kunst- und Kulturbereich, der Gastronomie und der Hotellerie wie auch der Freizeitwirtschaft in einer Online-Veranstaltung ihre Sicherheitskonzepte hervorheben und für den Neustart des Geschäfts werben. Basis dafür sind Präventionskonzepte, FFP2-Masken, flächendeckende Tests, Abstandhalten und - mit der Zeit - Impfungen.

Zu Wort kommen sollen neben Gesundheitsexperten unter anderem Sacher-Chef Matthias Winkler, Veranstalter Georg Hoanzl, Franz Patay, Geschäftsführer der Vereinigten Bühnen Wien, Ewald Tatar, Geschäftsführer des Großveranstalters Barracuda, Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des Fachverbands Hotellerie und Gastro-Obmann Mario Pulker. Die Wirtschaftskammer will auch im Stream unter (https://schaffenwir.wko.at/live) Gesundheitsexperten zu Wort kommen lassen.

Eintrittstest als "Schlüssel für Öffnungsschritte"

Gastgeber Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer verweist darauf, dass die heimischen Tourismus-, Freizeit-, Kunst- und Kulturbetriebe seit Beginn der Pandemie umfassende Sicherheitskonzepte entwickelt haben. "Alle Branchen bekennen sich zu Eintrittstests, sie sind der Schlüssel für weitere Öffnungsschritte im März", so Mahrer. Abgesehen von verpflichtenden Zutrittstests werde es auch regelmäßige Tests für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben. "Wir haben gesehen, dass es bei den Friseuren und anderen körpernahen Dienstleistern funktioniert. Jetzt können wir mit diesen Sicherheitsstufen schrittweise weitere Öffnungen umsetzen."

Öffnungen sollen Testmoral erhöhen

Die Wirtschaftskammer geht davon aus, dass sich noch mehr Menschen testen lassen werden, wenn sie damit ins Wirtshaus oder ins Theater gehen können. Das erhöhe zwar die - gefundenen - Fallzahlen, in Wahrheit würden aber die Dunkelziffer ans Licht gebracht und Infektionsketten unterbrochen. Obwohl die Zahl der Tests zwischen der vierten und der siebenten Kalenderwoche in Österreich um das 2,5-Fache gestiegen sei, seien die Fallzahlen nur um ein starkes Fünftel gestiegen. Mittlerweile sind nur mehr 0,75 Prozent aller Tests positiv. In Bayern und der Schweiz würden zwar deutlich weniger Fälle gefunden, der Anteil der positiven Tests liege aber bei drei bis fünf Prozent, argumentiert die WKÖ.

Gastronomie hofft auf erste Öffnungsschritte

Die Gastronomie hofft auf erste Öffnungsschritte schon ab 15. März. Dazu sei man bereit, ein umfangreiches Sicherheitskonzept umzusetzen und nicht nur die Mitarbeiter regelmäßig zu testen, sondern auch alle Gäste auf aktuelle negative Coronatests zu kontrollieren, sagte auch Fachgruppenobmann Mario Pulker am Dienstag vor Journalisten. "Lassen sie uns öffnen - wir können damit umgehen" appellierte Pulker an die Regierung.

Die Branche habe der Regierung zugesagt, dass nur getestete Gäste in die Lokale gelassen werden, "damit können die getesteten Gäste in unserem lokal unbekümmert ihr Getränk genießen, unbekümmert konsumieren", so Pulker. In einer Umfrage hätten 81 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher gesagt, sie würden sich für einen Besuch im Wirtshaus testen lassen.

Schub für flächendeckende Tests

So wäre die Öffnung der Gastronomie ein großer Schub für flächendeckende Tests, erwartet Pulker. Das würde helfen, besonders ansteckende Personen rascher zu identifizieren. Jetzt würden 50 Prozent aller Ansteckungen im privaten Bereich stattfinden, es wäre viel sicherer wenn sich stattdessen die Menschen frisch getestet in Lokalen treffen würden.

Etwa 14 Tage Vorlaufzeit würde die Branche brauchen, um wieder hochzufahren, so Pulker. Nur die Schanigärten zu öffnen würde betriebswirtschaftlich allerdings keinen Sinn machen. Auch müssten die Betriebe abends aufsperren dürfen, zumindest bis 22 Uhr, besser bis 23 Uhr. Die genaue Öffnungszeit sei aber noch Teil der Verhandlungen. Überhaupt gebe es diese Woche laufende Verhandlungen mit dem Gesundheitsministerium. 20 Quadratmeter pro Gast wären wirtschaftlich für Lokale nicht möglich, aber auch nicht nötig, da ja alle Gäste und Mitarbeiter getestet wären. Wie vor dem Lockdown würden die Gastronomiebetriebe aber zwei Meter Abstand zwischen den Tischen einhalten und FFP2-Masken überall außer direkt beim Sitzen am Tisch vorgeben.

FPÖ fordert sofortige Öffnung der Gastronomie:

Keine "Nasenbohrertests"

Selbsttests ("Nasenbohrertests") will die Gastronomie nicht akzeptieren, diese seien zu unzuverlässig und das schlimmste wäre, wenn in einem Betrieb ein Fall auftritt und dieser sperren muss, sagte Pulker. Daher werde man auch auf maximal 48 Stunden alten Tests bestehen. Auch die Gästeregistrierung, die es im Sommer schon gab, soll es wieder geben.

Nur wenn die Fallzahlen in den nächsten Tagen "explosionsartig" wachsen, wäre eine Öffnung unmöglich, meint Pulker. Selbst wenn die Zahlen leicht steigen, wäre die Öffnung aus seiner Sicht möglich, Pulker sieht sogar die Chance, dass durch die Verlagerung von Treffen aus dem unkontrollierten privaten Umfeld in die streng kontrollierte Gastronomie die Fälle zurückgehen könnten.

Kein "Soft-Lockdown" für Bars:

(APA)

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