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Kirchen und Kapellen: Die Pfarrkirche St. Sebastian: Die wechselvolle Geschichte der Kirche im Oberdorf

Die Pfarrkirche St. Sebastian blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück
Die Pfarrkirche St. Sebastian blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück ©Bernhard Tost
Schon die Grafen von Hohenems unterhielten eine Kapelle im Oberdorf-
Die Pfarrkirche St. Sebastian in Dornbirn - Oberdorf

Dornbirn. Majestätisch erhebt sich am Fuße des Zanzenberges die in den Jahren 1826/27 im neubarocken Stil erbaute Pfarrkirche St. Sebastian. Für den prachtvollen Sakralbau diente die Kirche im schweizerischen Balgach als Vorbild. Das 1828 von Bischof Bernhard Galura geweihte Gotteshaus mit ihrem gefälligen Zwiebelturm an der Nordseite des Chores, überragt den ganzen Bezirk.

Vorgängerbau

Das hier früher begüterte Herrscherhaus der Grafen von Hohenems ließ unter den Brüdern Hanns und Jakob von Ems 1467 eine Kapelle errichten, die im Jahre 1468 zu Ehren des hl. Sebastian geweiht wurde. Diese stand in der Nähe der heutigen Pfarrkirche und des Oberdorfer Turms. Diese Kapelle wurde von 1471 bis 1771 von einem Hohenemser Hofkaplan seelsorgerisch betreut, wobei die Kaplanei im Jahr 1471 gestiftet wurde. Pfarramtlich gehörte das Oberdorf dann zur Stadtpfarrkirche St. Martin und wurde 1785 Expositur.

Renovierungen

1875 erfolgte eine erste Renovierung des Innenraums, 1897/98 eine weitere. 1914/15 wurde die Kirche Richtung Westen um 10 m verlängert und 1927/28 nochmals renoviert und ausgebaut. Dabei wurden auch die neuen, noch heute sichtbaren Deckengemälde geschaffen. 1952 wurde eine zweistöckige Sakristei erbaut und 1966 die Kanzel entfernt, neue Fenster eingebaut sowie der Turm und die Außenfassade repariert. In den Jahren 2011 bis 2013 wurde die Kirche erneut umfassend renoviert. Wertvolle Beiträge leistete der Bildhauer Herbert Albrecht aus Wolfurt durch den von ihm geschaffenen Volksaltar und den Ambo.

Innenausstattung

Im Laufe der Jahrzehnte wurde der Innenraum mehrfach umgestaltet. Der ursprünglich üppige neubarocke Wandschmuck wurde immer weiter reduziert. Die drei Altäre aus schwarzem Stuckmarmor mit Säulen und Pilastern schuf um 1826 der Stukkator Kaspar Meusburger. Das Bild am Hochaltar, „Die Kreuzigung Christi“ mit Maria und Johannes aus dem Jahre 1830 malte Gebhard Flatz aus Wolfurt. Das Oberbild des Hochaltars zeigt das Martyrium des Kirchenpatrons St. Sebastian, der wie überall, so auch in Dornbirn, als Pestpatron angerufen wurde. Den Hauptaltar flankieren zwei Statuen etwa aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die des Hl. Rochus (links) und des Hl. Jodok (rechts).

Die Seitenaltarblätter – links zeigt im Hauptbild Maria Verkündigung und im Oberbild den Hl. Franz Xaver, rechts im Hauptbild die Anbetung der Könige und im Oberbild den Hl. Nepomuk – sind Werke von Josef Keller aus Pfronten, dessen Deckenbilder wurden 1928 durch den Maler Hans Purin aus Bregenz mit neuen, dem Kirchenpatron entsprechenden Darstellungen ersetzt: Kommunion in den Katakomben, Laurentius und die Armen, Sebastian vor Kaiser Diokletian, die Märtyrinnen Agnes und Cäcilia. Die Kreuzwegstationen sowie der Großteil der Statuen, um das Jahr 1900 gefertigt und 1902 angebracht, stammen von der Mayer’schen Königlichen Hof-Kunstanstalt in München.

Die Pfarrkirche St. Sebastian ist gebauter Glaube. Sie ist eine schlichte Kirche ohne große oder auffällige Kunstgegenstände. Trotzdem lassen sich dort viele Symbole, Figuren und Gegenstände entdecken, die sich von anderen Kirchen unterscheiden. (BET)

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