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In Götzis geht es heute um Kies und Schotter

Das geplante Abbaugebiet, im Hintergrund der Götzner Stall
Das geplante Abbaugebiet, im Hintergrund der Götzner Stall ©Christof Egle
 Opposition will zurück an den Start in Sachen Kiesabbau

 

Götzis. Im Jahr 2019 bekannte sich die Götzner Gemeindevertretung in einem Grundsatzbeschluss zu einer Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Altach zum gemeinsamen Kiesabbau im Bereich Sauwinkel/Götzner Stall. Die Abbaufläche, der eine Ergiebigkeit von rund 30 Jahren vorhergesagt wird, befindet sich zwar auf dem Ortsgebiet von Altach, Grundeigentümer ist aber die Marktgemeinde Götzis. Der Streit in Altach rund um die Zukunft des Kiesabbaus und vor allem um eine passende Verkehrslösung gipfelte 2019 in einer von den Altacher Grünen initiierten Volksabstimmung, bei der sich dann aber knapp zwei Drittel der Bevölkerung für das gemeinsame Projekt mit Götzis aussprachen. Im Vorfeld der Abstimmung hatte sich Altach aber dazu bekannt, bei einer fehlenden Verkehrslösung – Stichwort Autobahnausfahrt Rosenberger – bis 2024 den Kiesabbau einzustellen.

Kuchen besser durch zwei als durch drei

In Götzis führt diese weiterhin unsichere Lage aber zu Unbehagen auf Seiten der Opposition und auch zu Bewegung in Sachen interessierter Unternehmen – bisher galt das Altacher Unternehmen Kies Kopf in unmittelbarer Nähe zum Abbaugebiet als quasi gesetzt. So möchten nun die vier Fraktionen Bürger Bewegung Götzis, SPÖ, NEOS und FPÖ, dass der Grundsatzbeschluss von 2019 wieder aufgehoben wird. Mit einem zurück an den Start soll interessierten Unternehmen somit wieder eine Chance auf eine Angebotslegung ermöglicht werden. Letztlich gehe es, so die Opposition unisono „auch beim Kies um den Schotter“, sprich um das liebe Geld. Ohne Altach an dem Abbau beteiligen zu müssen, würde die Götzner Gemeindekassa deutlich mehr an dem Projekt profitieren. Neben einem abbauwilligen Götzner Unternehmen, habe man auch eine passende Verkehrslösung in petto, welche ebenfalls bereits mit der Naturschutzanwaltschaft abgeklärt sei. Alle Fraktionen sehen sich laut ihrem Mandat verpflichtet, die finanziell beste Lösung für Götzis zu finden, was man höher bewertet als die Zusammenarbeit mit dem Kummenbergnachbarn.

Zurückhaltung und Prüfung

Bürgermeister Christian Loacker sieht die Sachlage auf Nachfrage etwas anders, zudem weist er den Vorwurf der Opposition zurück, bereits beim Beschluss 2019 von dem privaten Anbieter gewusst zu haben, damals wäre Altach der einzige in Frage kommende Partner gewesen. Loacker will die am Tisch liegenden Vorschläge und Angebote seriös prüfen, tendiert aber vorerst dazu, sich zu den bestehenden Abmachungen mit dem Nachbarn und Partner Altach zu bekennen.

Koalitionstreue oder nicht?

Das Zünglein an der Waage könnte somit der Koalitionspartner der Götzner ÖVP, die Grünen werden. Diese waren im Zuge des Gemeindewahlkampfs und schon davor eher reserviert in Sachen Kiesabbau im Allgemeinen und im Speziellen in Sachen Zusammenarbeit mit Altach. Hierbei mag die Unterstützung der Altacher Parteikollegen in Sachen Volksabstimmung mitentscheidend gewesen sein, darüber hinaus war die Haltung der Götzner Grünen rund um Fraktionsobmann Thomas Ender nicht immer ganz klar. In der mit Spannung erwarteten Gemeindevertretungssitzung heute Abend wird der Oppositionsantrag diskutiert und abgestimmt. Man darf über den Koalitionszusammenhalt gespannt sein. Hält dieser dem Antrag stand, oder ist die schwarz-grüne Zusammenarbeit eventuell bereits nach rund einem halben Jahr wieder zu Ende? CEG

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