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Ein herrliches Leben

Mit ihrem Leben sind Liselotte und Hermann Schöch sehr zufrieden.
Mit ihrem Leben sind Liselotte und Hermann Schöch sehr zufrieden. ©Karin Lässer
Ihre 65 Ehejahre feiern Liselotte geb. Frießnigg und Hermann Schöch aufgrund der momentanen Corona-Situation vorerst im kleinsten Kreis.
Eiserne Hochzeit

Liselotte wurde vor 90 Jahren in Bregenz geboren und wuchs in Dornbirn mit zwei Geschwistern behütet auf. Ihr Vater, ein Zahnarzt, wurde von einer ihrer Lehrerinnen überredet sie ins Mädchenrealgymnasium zu schicken. Sie bestand die Matura und besuchte die HAK in Bregenz. Die Länderbank Bregenz bot ihr eine Arbeitsstelle an und so verließ sie eine Woche früher die Schule. Das Zeugnis erhielt sie per Post. Zwei Jahre später war sie erleichtert, bei Franz Romberg in Dornbirn unterzukommen, so ist der lästige Arbeitsweg nach Bregenz weggefallen.

Hermann Schöch, ebenfalls Jahrgang 1930, erlebte mit seinen fünf Brüdern schöne Kinder- und Jugendjahre bis sein Vater einrücken musste. Er besuchte ebenfalls die HAK in Bregenz, gab einer kaufmännische Ausbildung den Vorzug, denn zwei seiner Brüder wurden wie der Vater Tierärzte.

Erstes Kennenlernen

Nach einem Sportunfall hatte Hermann keine Lust mehr auf Unterricht und ging zur Haltestelle, wo Liselotte auch auf den Zug wartete. Sie kamen ins Gespräch und von da an sahen sie sich öfter, grüßten einander und schlussendlich lud Hermann sie zum HAK-Ball ein. „So habe ich sie näher kennengelernt und von da an vertiefte sich unsere Freundschaft “, berichtet der Jubilar. Eine aufregende Zeit begann für die jungen Leute, die durch Hermanns Besuch der Textilschule in Reutlingen für ein Jahr auf die Probe gestellt wurde. Nach Abschluss des Webereihauptkurses in Reutlingen kam Hermann zur Textilfirma Otten in Hohenems als Webereileiter. Die Firma sperrte zu und Hermann arbeitete bei Herburger und Rhomberg in die Kalkulation und Disposition. Auch diese Firma wurde aufgelöst und die Firma Ganahl, die ebenfalls schon in Schwierigkeiten war, bot ihm eine Stelle als Garnverkaufsleiter an. „Nach Ganahl wurde ich von einer Wiener Firma als Garnverkäufer für Österreich, Südtirol und die nahe Schweiz übernommen. Diese Arbeit hat mir sehr viel Freude gemacht, ich habe gut verdient und bin viel herumgekommen. 1994 bin ich dann in Pension gegangen“, so Hermann.

Familiengründung

Sechs Jahre lernten sich Liselotte und Hermann gut kennen. Am 26. November 1955 gaben sie sich auf dem Dornbirn Standesamt das Jawort. Ein unvergessliches Hochzeitsfest mit den Familie und Freunden wurde gefeiert. „Wie Hermanns Eltern wollten auch wir kirchlich in Innsbruck heiraten. Nach einem gemeinsamen Essen sind wir mit dem Zug auf Hochzeitsreise nach Rom gefahren. Bis auf den letzten Tag war das eine wunderschöne Woche, dann wurde uns der Fotoapparat gestohlen und alle Bilder waren weg“, erinnert sich Liselotte.

Nach der Hochzeit wohnte das Paar in Altenstadt, in Frastanz und Hohenems und erhielt dann eine Firmenwohnung in Dornbirn. 1956 und 1959 schlossen sie glücklich ihre Töchter Doris und Birgit in die Arme. Liselotte arbeitete Teilzeit bei einem Rechtsanwalt in Feldkirch und nach dem Umzug nach Dornbirn 15 Jahre im Büro bei Herburger und Rhomberg.

Einen Hausbau lehnte Liselotte ab, da sie durch Hermanns Arbeit dreimal in der Woche allein im Haus gewesen wäre und sich gefürchtet hätte. Nachdem wir von der Planung dieses Gebäudes gehört haben, haben wir eine Wohnung gekauft. Wir sind glücklich hier, Hermann hat auch 30 Jahre die Hausverwaltung übernommen.

Freizeit und Erholung

Vom Alltagsstress erholte sich die Familie bei Kulturreisen mit den Pensionisten und Badereisen. Durch die Mitgliedschaft bei der Ferienhausvermittlung Hapimag standen kostengünstige Unterkünfte rund ums Mittelmeer zur Verfügung. Für die Kinder war das ebenfalls ein Erlebnis und langweilig wurde es nicht, denn Liselottes Bruder mit seiner Familie war fast immer dabei.

Hobbys

Für Hermann ist die Schlaraffia sein liebstes Hobby. Schon Liselottes Großvater, Vater und Bruder waren Schlaraffen, was er damals nicht verstehen konnte. Nach einem Sportunfall ist er auf Drängen seines Schwagers zu den „alten Leuten“ mitgegangen und ist inzwischen 45 Jahre begeistertes Mitglied. Sein Spitzname lautet Insolvenzbeschleuniger – als Anspielung auf die Textilfirmen, die während seinem Arbeitseinsatz pleite gegangen sind. Humorvolle Vorträge in Gedichtform sind seine besondere Stärke und sehr gefragt. Liselotte korrigiert, kritisiert und setzt Beistriche, wenn nötig. Mit einem liebevollen Blick auf seine Frau bemerkt Hermann, dass sie ihn als Hobby habe, sie früher aber auch turnen war. Im Seniorenchor der Stadt Dornbirn singt Liselotte heute noch gerne und bekommt leuchtende Augen, wenn sie an das Fest denkt, mit dem sie zum 90er überrascht wurde.

Gute Gesundheit

Bis auf den grauen Star, der bei Liselotte operiert werden musste, sind die Jubilare mehr als zufrieden mit ihrer Gesundheit. Beide gehen gern und fast jeden Tag spazieren, erledigen möglichst weit weg von ihrer Wohnung die Einkäufe und freuen sich, wenn sie auf dem Markt Bekannte treffen.

Wünsche

„So wie es ist, ist es wunderbar, unsere Kinder mit ihren Partnern und den fünf Enkeln soll es gut gehen. Das ist das wichtigste“, resümiert das Paar. KL

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