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Coronavirus: 54 Mutations-Fälle in Vorarlberg

Vorarlberg rüstet gegen Viren-Varianten auf.
Vorarlberg rüstet gegen Viren-Varianten auf. ©VOL.AT/Paulitsch, Mayer
Vorarlberg rüstet sich mit Verbesserungen im Contact Tracing, in der Sequenzierung und in der Abwasser-Analyse für die erwartete stärkere Verbreitung der neuen Coronavirus-Varianten.

So wird, wer einen positiven Antigentest hatte, nun sofort zum PCR-Test ins Messegelände Dornbirn gebeten, wo direkt das Infektionsteam mit der Abfrage der Kontaktpersonen beginnt. Die Lage sei derzeit stabil, aber trügerisch, warnten am Donnerstag die Zuständigen trotz fallender Covid-Zahlen.

Die Mutationen werden eine große Herausforderung, alle seien daher in erhöhter Bereitschaft, so Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP). Sie appellierte an die Bevölkerung, das massiv ausgebaute Testangebot zu nützen. Der Kampf gegen das Virus könne nur gemeinsam mit der Bevölkerung gelingen. "Machen Sie bitte wahre Angaben beim Infektionsteam", bat die Landesrätin bei einer Pressekonferenz. Gerade jetzt mit dem Aufkommen der Varianten sei ein rasches Durchbrechen von Infektionsketten wichtig. Noch im Februar soll im Raum Bludenz ein zweites direktes Infektionsteam an eine PCR-Station angeschlossen werden.

Gerüstet für steigende Fallzahlen

Mit stufenweise mehr Personal - Landesbedienstete werden gerade eingeschult -, eigener Software und effizienteren Abläufen sah sich Infektionsteam-Leiter Herbert Vith gut gerüstet für wieder steigende Fallzahlen. Im Contact Tracing gebe es kaum mehr Systemfehler, eher das Problem, dass Betroffene ihre Kontaktpersonen aus falsch verstandener Rücksichtnahme nicht nannten. Wenn eine Mutation vorliege, werde die Recherche noch intensiver betrieben. Auch Kontaktpersonen werden zum PCR-Test geladen. Weiter ausgebaut werden soll zudem das Abwasser-Monitoring. Bereits jetzt decke man die Hälfte der Bevölkerung ab. Noch dauere es zu lange von der Probenentnahme bis zum Ergebnis, doch man arbeite daran, so Christoph Scheffknecht vom Umweltinstitut.

Südafrika-Variante noch nicht im Ländle angekommen

Bis Donnerstag sind laut Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher insgesamt 54 Personen in Vorarlberg positiv auf die britische Coronavirus-Variante getestet worden, darunter seien auch bereits wieder Genesene. Die brasilianische und die südafrikanische Variante wurden bisher nicht festgestellt. Man gehe davon aus, dass rund 6,8 Prozent der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen mit der britischen Variante infiziert seien, so Grabher, der angesichts der Lage im angrenzenden Ausland und in Tirol trotz sinkender Gesamt-Inzidenz vor falscher Sicherheit warnte. Das Ausbleiben der Grippewelle beweise, dass die Schutzmaßnahmen wirkten.

Menscheit sei in einem Wettlauf

Vorarlberg sequenziert seit Anfang Februar selbst im Institut für Pathologie am Landeskrankenhaus Feldkirch auf die neuen Varianten des Virus. Die Menschheit sei in einem Wettlauf, aber "wir liegen gut", so Institutsleiter Felix Offner. Gensequenzierungen seien derzeit wichtig, aber sehr aufwendig und dauerten im Alltag zu lange. Sobald man daher wisse, welche Varianten im Umlauf sein könnten, setze man bei jeder positiven Probe mutationsspezifische PCR-Tests ein. Vorarlberg habe sich dafür Know-how aus Dänemark, derzeit Sequenzierungsspitzenreiter, geholt. Das dänische Unternehmen arbeite zudem an einem Multiplex-PCR-System, mit dem mit einer einzigen Analyse alle relevanten Parameter festgestellt werden könnten. Er sei optimistisch, dass dieser Test rasch auf den Markt komme, so der Mediziner, der ebenfalls an die Einhaltung der Schutzmaßnahmen gemahnte.

Zu diesem Thema sind Felix Offner und Christoph Scheffknecht heute ab 17 Uhr zu Gast bei "Vorarlberg Live"

>> Alle Informationen zum Coronavirus auf VOL.AT <<

(APA)

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