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Billard spielen und langsam sprechen

Richard De Guzman zeigt stolz seine Goldmedaille und die Trophäe.
Richard De Guzman zeigt stolz seine Goldmedaille und die Trophäe. ©Edith Rhomberg
Richard De Guzman kam mit 21 von den Philippinen nach Dornbirn und wurde Jugendarbeiter.
Richard De Guzman

Dornbirn. Es waren gute Platzierungen, die Richard De Guzman erspielte, wenn ein Stockerlplatz auch nur ein Mal dabei war. Und dann, als Senior, passierte es. Stolz zeigt er die Goldmedaille für den ersten Platz in der Landesmeisterschaft und die Trophäe, die er kürzlich im 8-Ball Poolbillard gewann. „Ab 49 Jahren spielt man in der Seniorenklasse“, erklärt Richie, wie er genannt wird. Als Billardspieler hat er allein deshalb einen guten Ruf, weil er, wie der legendäre Poolbillardspieler Efren Reyes, von den Philippinen stammt. The Magician, der sogenannte Zauberer und erfolgreiche Efren Reyes, war auch ein Vorbild in jungen Jahren für Richard de Guzman. Poolbillard und Basketball bezeichnet der 50-Jährige als die beliebtesten Sportarten in seiner Heimat.

Der VN-Heimat erzählt Richard wie es dazu kam, dass er vor 29 Jahren sein Land, das mehr als 7.000 Inseln umfasst und über 100 Millionen Einwohner zählt, verlassen hat. Zwei seiner Geschwister, eine Krankenschwester und ein Koch, lebten bereits in Dornbirn und hatten ihn eingeladen. Die Schule hatte er bis zum College absolviert und ein Jahr in der Altenpflege gelernt. Das gehöre zur Standardausbildung, sei aber in Europa nicht als Qualifizierung anerkannt. Richie gefiel es in Dornbirn und er wollte bleiben. Das war Anfang der 1990er Jahre. „Einfach war es nicht“ erinnert er sich. Vor allem die Sprache stellte zunächst ein Hindernis dar.

Vom Putzmann zum Jugendarbeiter

Obwohl auch die Jobsuche ein schwieriges Unterfangen war, gab er nicht auf. Und dann traf er im Kaktus in der Stadthalle auf Martin Hagen. Richie war bereit, jede Arbeit zu verrichten und war froh, als Putzmann gebraucht zu werden und ein bisschen Geld zu verdienen. Von dieser Seite lernte er die Jugendarbeit kennen, die hier gerade in den Anfängen steckte. „Ich entdeckte meinen Traum, meinen Herzenswunsch, mit Jugendlichen zu arbeiten“, wie er es ausdrückt. Er bekam die Möglichkeit, im offenen Betrieb zu arbeiten, wo es schon damals gute Tischfußballspieler gab. Und Richard war glücklich, als in der Stadthalle Basketball eingeführt wurde mit ihm als Trainer. „Jeden Freitag wurde von 18 bis 20 Uhr trainiert und wir haben es bis auf einen dritten Platz in der Staatsmeisterschaft gebracht“, erzählt er stolz.

„Ich weiß nicht, wo ich heute wäre ohne Martin“ sagt Richard De Guzman dankbar über Martin Hagen, Leiter der Offenen Jugendarbeit Dornbirn (OJAD). Später, von der Arena aus, begleitete Richie die Jugendlichen auch jeden Sonntag zum Billardspielen nach Hard. Plötzlich strahlt er, als er während unseres Gesprächs an diese „schöne Geschichte“ denkt. „Ich kam zurück von einem Urlaub auf den Philippinen und da stand er. Kurt und Cem (Kurt Nachbaur, Cem Kavaki von der OJAD) hatten einen Tisch gekauft. Neben Basketball und Tischfußball mit unserem Champion Cici (Cihan An) konnten wir in der Arena endlich auch Billard spielen“, freut sich der Vater eines 21-jährigen Sohnes. Eines Tages brachte der Jugendliche Nico Jovanovic seinen Vater mit in die Arena. Dieser erkannte das Talent und nahm Richie mit in seinen Billardverein, wo er zum Mitglied wurde. In der OJAD gilt Richie inzwischen als Institution. „Wer mit Richie durch Dornbirn geht, kommt nicht weit“, scherzt Martin Hagen. Ihn kennen so viele Leute, dass er immer wieder stehen bleibt für ein gegenseitiges „Hallo, wie geht’s“. Richard De Guzman gilt außerdem als Erfinder einer neuen Methode in der Jugendarbeit, die sehr gut funktioniert. Sie heißt „Laaangsam sprechen“ und ist immer dann erfolgreich, wenn sich ein verbaler Tumult unter Jugendlichen anbahnt.


Zur Person:

Richard De Guzman
Geboren: 22.11.1969
Wohnort: Dornbirn
Familie: verheiratet, ein Sohn
Beruf: Jugendarbeiter
Hobbys: Poolbillard, Basketball, Kochen

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