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500 Jahre St. Annenaltar von Wolf Huber

©Nadine Jochum
Die Stadt widmet ihrem berühmten Sohn eine Ausstellung im Palais Liechtenstein.

 

Vor 500 Jahren wurde im heutigen Dom von Feldkirch der berühmte St. Annenaltar aufgestellt, einer der wertvollsten Kunstschätze Vorarlbergs. Die Stadt Feldkirch nimmt dies zum Anlass, dem Künstler Wolf Huber (um 1480-1553) eine Ausstellung und eine Reihe von Projekten und Veranstaltungen zu widmen.

 

Die Ausstellung thematisiert die Geschichte des Annenaltars, das Leben und Werk Wolf Hubers, die Kunst und das Denken des Humanismus und der Renaissance.

 

Der Künstler Wolf Huber

Wolf Huber lebte und arbeitete in einer Zeit des Umbruchs. Geboren in Feldkirch, dürfte er erste Kenntnisse von Hans Huber, seinem Vater oder zumindest nahen Verwandten, erhalten haben. Bald nach 1500 begab er sich auf Wanderschaft, besuchte wohl auch Norditalien, wo er prägende Eindrücke für sein späteres Werk sammelte, und ließ sich vor 1515 in Passau nieder. Dort gründete er eine Werkstatt, wurde bald zum Hofmaler des Fürstbischofs ernannt und gelangte zu Ansehen und Ruhm. In den 1540er-Jahren fungierte er als Stadtbaumeister von Passau, 1553 starb er als hochgeachteter Bürger der Stadt.

 

Hauptwerk: St. Annenaltar

Der St. Annenaltar gilt als Hauptwerk des Künstlers Wolf Huber und gehört zum kulturellen Erbe des Landes Vorarlberg. Er befindet sich im Dom St. Nikolaus. Das Meistwerk zwischen Spätgotik und Renaissance umfasst zehn herausragende Tafelgemälde, die berühmte „Beweinung Christi“, das „Schweißtuch Christi“ sowie acht Flügelgemälde zu Anna-Legende und Kindheit Christi.

 

Die wechselvolle Geschichte des Altars und besonders das abenteuerliche Schicksal der Flügel werden in der Ausstellung ausführlich nachgezeichnet. Rekonstruktionen zeigen den ursprünglichen Zustand des Altars und der erhaltene „Werkvertrag“ von 1515 ermöglicht tiefe Einsichten in die Auftragskunst zu Beginn der Frühen Neuzeit.

 

Wissensausstellung

Das Projekt versteht sich dabei nicht als Kunst-, sondern als Wissensausstellung zu einem Thema der sakralen Kunst, zur Person Wolf Hubers und der ikonographischen Möglichkeiten der Frühen Neuzeit. Dabei werden die zeichnerische und malerische Entwicklung des Wolf Huber in vielen Reproduktionen verfolgt, das zentrale graphische Werk kann weitgehend in Originalen präsentiert werden.

 

Begleitende Projekte

• Schüler*innen der Wahlpflichtfächer Kulturvermittlung und Kulturmanagement am Gymnasium Schillerstraße in Feldkirch erarbeiten Vermittlungsprojekte im Rahmen des 500 Jahre-Jubiläums dieses wertvollen Kunstschatzes im Feldkircher Dom.

• Die bereits mit zahlreichen, auch internationalen Auszeichnungen bedachte Feldkircher Designerin Andrea Gassner gestaltet eine künstlerische Intervention im Jubiläumsjahr des Annenalters. Ihr visuelles Echo zu Künstler Wolf Huber und seiner Arbeit wird auf den Billboards der James Joyce Passage und in der Kunstbox am Jahnplatz zu sehen sein und stellt einen zeitgemäßen Kommentar zum wertvollen Kulturerbe dar.

• Um das Kunstwerk auch in der Gegenwart zu verorten, sind Komponistinnen und Komponisten im Rahmen eines Wettbewerbs eingeladen, ein zeitgenössisches Chorwerk mit kleinem Ensemble zu schaffen. Die von einer prominenten Jury ausgewählten Kompositionen werden im Rahmen eines Konzertes im Feldkircher Dom vom Domchor Feldkirch unter der Leitung von Benjamin Lack uraufgeführt. Das Konzert findet voraussichtlich am Donnerstag, 16. September, 19 Uhr im Dom St. Nikolaus statt.

• Das von Wolf Huber, dem berühmten Künstler der Donauschule, geschaffene Kunstwerk inspiriert die Autorinnen und Autoren Barbara Herold, Tobias Fend, Katharina Klein und Kadisha Belfiore zu kurzen dramatischen Texten, die von der Regisseurin Lisa-Maria Cerha am Freitag, 12. November im Feldkircher Dom mit Schauspielerinnen und Schauspielern des Vorarlberger Landestheaters in Szene gesetzt werden.

 

Blick in die Zukunft

Die Ausstellung mit ihrem reichhaltigen Begleitprogramm ist ein wichtiger erster Zwischenschritt auf dem Weg zur Neuausrichtung des Palais Liechtenstein. Dort sollen künftig zusammen mit der Bevölkerung, mit Expertinnen und Experten und mit Kunst- und Kulturschaffenden ausgewählte und wichtige Zukunftsthemen und Fragen nach einem gelingenden Zusammenleben in der Zukunft behandelt werden. Im Zusammenspiel von Regionalität und Internationalität soll das Palais Liechtenstein als eine Art „Haus des Humanismus“ zu einem Ort des Dialogs und des ständigen Diskurses werden und dabei auch immer für Überraschungen gut sein. Dieses Konzept soll Ende Mai in der Stadtvertretung beschlossen und dann in einem mittelfristigen Prozess Schritt für Schritt umgesetzt werden.

 

Ausstellung

Eröffnung: Freitag 21. bis Sonntag 23. Mai

Dauer: Freitag, 21. Mai bis Sonntag,14. November

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag jeweils 9 bis 17 Uhr und Samstag sowie Sonntag von 10 bis 16 Uhr

Preise: Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro, Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre frei

 

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