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Verbot von Goa-Partys: Bernhard Amann vermutet Amtsmissbrauch

Hohenems -  Keine psychedelischen Partys in Vorarlberg: Bernhard Amann, Obmann des Kulturvereines Transmitter in Hohenems, spricht in einem Schreiben vom 18. August 2011 von einer „untragbaren Disziplinierung einer Lebenskultur in Vorarlberg“.
Was ist Psytrance?
Archiv 2007: Drogenrazzia im Lustenauer Ried
Amann: "Verdacht auf Amtsmissbrauchs besteht"

Laut Angaben von Amann gibt es in Vorarlberg mehrere behördlich genehmigte “Psychedelic -Art” Vereine, die im August und September drei Partys mit internationalen DJs durchführen wollten. „Pionierbands dieses speziellen Genres sind beispielsweise The Beatles, The Byrds, The Doors, Grateful Dead, Jefferson Airplane, The Jimi Hendrix Experience oder Pink Floyd“ zählt er prominente Beispiele auf. Dabei handle es sich um einen Sound, der seit Dekaden für Millionen von Menschen aller Generationen einen Teil ihrer Lebenskultur darstelle.

SID hat Sicherheitsbedenken und fürchtet Drogenmissbrauch

Der „Emsige“ prangert an, dass von der Landessicherheitsdirektion an alle Bezirkshauptmannschaften und Bürgermeister bzw. Gemeinden ein Schreiben gesendet  wurde in dem empfohlen wurde solche Partys zu untersagen. Der Grund? Die SID hat Sicherheitsbedenken und befürchtet Drogenmissbrauch. Dabei geht es um Veranstaltungen, die etwas mit elektronischer Musik und/oder psychedelischer Dekoration zu tun haben. Amann dazu: „Aus unserer Sicht besteht hier zumindest der Verdacht eines Amtsmissbrauchs.“

Amann: “Verstoß gegen die Menschenrechte”

Ein flächendeckendes Verbot von Kulturveranstaltungen ist für Amman nicht nur mit einem klaren Verstoß gegen die Menschenrechte gleichzusetzen, sondern sei auch gegen das Vereinsgesetz! „Bei einem analogem Vorgehen müsste jedes Zeltfest verboten werden, da dort durch den Konsum legaler Volksdrogen erheblich mehr Schaden angerichtet wird“, poltert der Hohenemser.

“Behörden sind intellektuell überfordert”

Kulturelle Aspekte würde man in diesem Zusammenhang überhaupt nicht diskutieren: „Daraus könnte man schließen, dass die Behörden intellektuell überfordert sind“, meint Amann und legt nach: „Die zuständige Politik für Sicherheit und Kultur sollte endlich aus ihrem Sommerschlaf erwachen und dieses Veranstaltungsverbot umgehend aufheben. Zudem sollte ein  gesamtgesellschaftlicher Diskurs, über die psychedelische Kultur einerseits und den sukzessiven Entzug von Bürgerrechten andererseits, eingeleitet wird.

Landesrat Schwärzler relativiert die Vorwürfe

Für Landesrat Erich Schwärzler entspricht der Inhalt des Schreibens der Sicherheitsbehörde, so wie es Amann sieht, nicht der Realität. Für den Vorarlberger Sicherheits-LR bezieht sich die Sicherheitsbehörde in ihrem Schreiben darauf, dass im Internet bereits sogenannte “Goa-Partys” beworben werden. Der Grund für die Aussendung an die Gemeinden und Bezirkshauptmannschaften sei der, dass sich die Exekutive – zuletzt im Jahr 2009 – mit einem Goa-Festival der Psytrance-Szene befassen musste. Damals seien nach der Veranstaltung zahlreiche Jugendliche mit schweren Drogenmischintoxikationen in das LKH eingeliefert worden.

Suchtgift-Konsum auf Goa-Festivals

„Um ein weiteres Ausbreiten von Goa-Festivals mit Konsum von Suchtgiften in größeren Mengen einzudämmen, seien die Bezirkshauptmannschaften ersucht worden, mit den Gemeinden der Veranstaltungsorte Kontakt aufzunehmen um geeignete Maßnahmen zu ergreifen“, erklärt Schwärzler. Weiteres stellt der Landesrat klar: „Von einer Untersagung von Psytrance-Veranstaltungen kann keine Rede sein.“ VOL.at

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