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Täglich grüßt das Murmeltier: "Twelve Minutes" im Game-Test

Der Indie-Thriller fasziniert mit einer mörderischen Zeitschleife und großartiger Hollywood-Besetzung.

(PC, Xbox Series S/X) Dieselbe Situation immer wieder neu erleben: Bill Murray hat das Potenzial der Zeitschleifen-Dramaturgie im Kultfilm „Und täglich grüßt das Murmeltier“ eindrucksvoll dargestellt. Das Ausnahme-Game „Twelve Minutes“ bringt Spieler:innen nun in ebendiese Situation – allerdings nicht als Komödie inszeniert, sondern als wendungsreicher Thriller, der ordentlich die grauen Zellen fordert.

Minimalistischer könnte die Spielwelt kaum sein: Das Gameplay ist nahezu ausschließlich auf die 2-Zimmer-Wohnung (plus Bad) eines Paares reduziert, das Spiel-Intervall auf die namensgebenden zwölf Minuten. Wir schlüpfen in die Rolle eines Ehemanns, der nach Hause kommt und von seiner Liebsten glückliche Neuigkeiten erfährt – um wenige Minuten später brutal von einem Polizisten umgebracht zu werden. Vom blutigen Ende springt man wieder zum Anfang: Man kommt in die Wohnung, mit dem neuen Wissen kann unser „Held“ nun anders handeln und einen neuen Ausgang der 12 Minuten finden. Das Ziel bleibt unklar: Wann ist das „Happy End“ erreicht, das aus der Zeitschleife befreit?

Dazu dringt man in der Handlung mit jedem neuen Anlauf tiefer vor – wie durch Zwiebelschichten letztlich zum Kern des oftmals recht düsteren Krimis. Das ist dank vieler Wendungen und Überraschungen bis zum Schluss (nach gut 5 Stunden Spielzeit) absolut spannend. „Twelve Minutes“ spielt sich dabei wie ein klassisches Point-and-Click-Adventure, aber eben auch mit dem Faktor Zeit. Die Wohnung wird aus der Vogelperspektive klickweise erkundet, Items aufgenommen und benutzt/kombiniert. Das funktioniert recht intuitiv – allerdings mit der Maus auf PC deutlich angenehmer als mit dem Controller auf Konsole. Die Grafik ist schlicht, passt damit jedoch bestens zum minimalistischen Gameplay und lenkt nicht vom Wesentlichen ab. Das ist auch notwendig, denn die Suche nach Hinweisen und alternativen Herangehensweisen im beklemmenden Szenario ist gar nicht so einfach und benötigt eine gute Portion Konzentration.

Gespräche spielen sich in Multiple-Choice-Manier ab. Wurde ein Dialog bereits in einer vorigen Zeitschleife absolviert, lässt er sich glücklicherweise vorspulen. Der Cast der Vertonung kann sich sehen lassen: Willem Dafoe, Daisy Ridley und James McAvoy haben den Figuren mit ihren Stimmen Leben eingehaucht. Allerdings gibt‘s das naturgemäß nur in Englisch zu hören.

Fazit

„Twelve Minutes“ ist ein einzigartiges Erlebnis, das Gamer:innen unbedingt gemacht haben sollten. Die spannende Story mit dem ungewöhnlichen Gameplay-Loop ist eine willkommene Abwechslung vom 08/15-Spieleangebot und bleibt auch nach dem Abspann im Gedächtnis. Ein gewisses Durchhalte- und Konzentrationsvermögen wird allerdings vorausgesetzt. Hier muss man dranbleiben, auch wenn – aufgrund von fehlenden Hinweisen – die Lösung nicht gleich ins Auge sticht. Belohnt wird man dafür regelmäßig mit wohltuenden Aha-Erlebnissen. Immer wieder, wenn man glaubt, man ist am Ende, geht‘s doch noch weiter. Ein echtes Kunststück, wie viel Handlung auf so kleinem Raum versteckt ist! Kurz: Das sollte man definitiv gespielt haben. Im Game Pass bekommt man „Twelve Minutes“ gratis, sonst kostet es nur bis zu 20 Euro.

(VOL.AT)

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