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Solaranlagenaffäre: "Photovoltaik-Anlagen sind nicht betroffen"

Musste in den letzten Tagen oft beruhigen: PV-Anlagenbauer Andreas Müller.
Musste in den letzten Tagen oft beruhigen: PV-Anlagenbauer Andreas Müller. ©VOL.AT
Die bekannt gewordenen Mängel bei vielen geförderten thermischen Solaranlagen in Vorarlberg sorgen für Verunsicherung bei Besitzern und Interessenten, allerdings auch bezüglich Photovoltaik-Anlagen zur Stromgewinnung, die von der Affäre gar nicht betroffen sind. - Die FPÖ beruft eine Sitzung des Kontrollausschusses ein und fordert die Offenlegung aller Prüfberichte.
Tausende Solaranlagen mangelhaft?
Solaranlagenaffäre schlägt hohe Wellen

Die Vorwürfe wiegen schwer: Nicht nur, dass ein großer Teil der 5.200 zwischen 2010 und 2014 vom Land Vorarlberg mit rund 13 Millionen Euro geförderten thermischen Solaranlagen mangelhaft sein soll. Bei den politischen Verantwortlichen sollen die Umstände seit Jahren bekannt, aber ignoriert worden sein.

Kontrollausschuss des Landtags einberufen

Die FPÖ beruft deshalb nun den Kontrollausschuss des Landtags für Anfang Dezember ein und fordert, dass diesem alle Ergebnisse der stichprobenartigen Überprüfungen der letzten Jahre vorgelegt werden. “Nachdem hier über die Jahre hinweg mehrere Millionen Euro an Fördergeldern geflossen sind, ist für mich eine Befassung des Kontrollausschusses mit dieser Causa unumgänglich”, so der Obmann des Kontrollausschusses, Daniel Allgäuer (FPÖ).

Er greift in weiterer Folge den Grünen-Klubobmann Adi Gross direkt an, dessen Funktion als ehemaliger Leiter des Energieinstituts und später als Energie- und Klimaschutzbeauftragter des Landes “durchaus kritisch” zu betrachten sei. Den Umstand, dass es Gross war, der die stichprobenartige Überprüfung von geförderten Anlagen überhaupt erst durchgesetzt hatte, erwähnt Allgäuer dabei nicht.

Photovoltaiker ächzen unter falschen Anschuldigungen

Mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat derweil ein Teil der Solarbranche, der von den Vorwürfen gar nicht betroffen ist – die Photovoltaiker. Denn während landläufig meist nur von “Solaranlagen” die Rede ist, gibt es mit thermischen Solaranlagen zur Warmwassergewinnung auf der einen und Photovoltaikanlagen zur Stromgewinnung auf der anderen Seite zwei völlig unterschiedliche Technologien mit unterschiedlicher Zielsetzung.

solar3
solar3 ©Im Vordergrund eine thermische Solaranlage, erkennbar u.a. an den Wasserrohren. Im Hintergrund eine Photovoltaik-Anlage zur Stromgewinnung – diese sind von den Vorwürfen nicht betroffen).

Dennoch führt die “Solaranlagenaffäre” nun dazu, dass auch Hausbesitzer mit einer PV-Anlage auf dem Dach verunsichert bezüglich ihrer Förderung sind. Andreas Müller von Hansesun Austria in Röthis berichtet von “rund 200 Anfragen” diesbezüglich in den letzten beiden Tagen allein in seiner Firma. Im Gespräch mit VOL.AT erklärt er die Unterschiede der beiden Typen und betont, dass es sich bei bei der Solarthermie nicht per se um eine schlechte Technologie handle. (red)

“Photovoltaik von ‘Solaranlagenaffäre’ nicht betroffen”

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