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Sammeln macht süchtig: Neues "Pokémon" im Game-Test

Mit den Editionen "Purpur" und "Karmesin" gibt‘s den putzigen Gaming-Kult erstmals einer echten Open World.

(Switch) Für Pokémon-Fans war bereits Weihnachten: Das lang erwartete Monsterhatz-Game ist kürzlich erschienen, die Liste an Sammelkreaturen hat die Tausendermarke geknackt. "Purpur" und "Karmesin" präsentieren erstmals eine wirkliche, also nahtlose Open World und einige echte Innovationen beim bekanntermaßen suchtgefährdenden Gameplay. Allerdings kranken die neuen Pokémons an einigen groben spielerischen und technischen Schwächen. Was wiegt schwerer?

In puncto Offenheit erfüllen "Purpur" und "Karmesin" die Wünsche der Fan-Gemeinde absolut. Die riesige offene Welt umfasst vielfältige Landschaften und kann (mit wenigen Einschränkungen) frei erkundet werden. Überall tummeln sich Pokémons, die man wie gewohnt angreift, einfängt, kämpfen lässt und weiterentwickelt.

Das bewährte Kampfsystem, bei dem man die elementaren Kräfte der kleinen Monster in Schere-Stein-Papier-Manier eingesetzt, ist gleich geblieben. Neuerdings können Pokémons auch eine kristalline Superform (Tera-Typ) annehmen, der das jeweilige Element verstärkt. Besonders angenehm: Greift man eine Kreatur an, geht die Ansicht fließend in den Kampfmodus über, die Welt im Hintergrund läuft weiter. Die klassische „Blende“, die früher den Spielfluss arg störte, fällt nun weg. Die Kämpfe beim Herumstreunen und das Sammeln der Pokémons in der offenen Welt sind Garant für stundenlangen Spielspaß. Wer will, kann auch ein Pokémon neben sich herlaufen und Gegner automatisch bekämpfen lassen. Das bringt zwar weniger Erfahrung, beschleunigt das Spielerlebnis aber immens

Zusätzlich wartet – nach einem etwas lang gezogenen Einstieg – eine spannende Story mit interessanten Charakteren darauf, erlebt zu werden. Als absolute Besonderheit des Games bekommt man eine Art legendäres Pokémon als Guide und Gefährt zur Seite gestellt. Das kann (mit der Zeit) fahren, klettern, fliegen und schwimmen, um uns flott zu allen Orten auf der weitläufigen Karte zu bringen.

So weit so gut, doch leider kommt das Game nicht ohne Mankos. Einige davon sind besonders bitter. Auf technischer Seite schmerzen vor allem Fehler in der Programmierung und regelmäßiges Ruckeln der ohnehin nicht gerade berauschenden Grafik. Spielerisch heißt der größte Gegner Mononie: Die Gegenden wirken oft leer und unbelebt, das Missionsdesign ist vielfach repetitiv. Das betrifft auch die drei Story-Wege, die man nach eigenem Geschmack verfolgen kann: Trainer in der Arena herausfordern, feindliche Lager erstürmen oder Riesen-Pokémon suchen und besiegen. Die Aufgaben sind meist gleich, Abwechslung sucht man vergebens. Immerhin, dafür darf man die Monsterjagd mit bis zu drei Mit-Trainern angehen. Und auch nach Abschluss wartet herausfordernder Endgame-Content wie Raids, Turniere und „Paradox-Pokémon“.

Fazit

"Pokémon: Purpur"/"Pokémon: Karmesin" macht vieles richtig, vergibt aber auch einiges an spielerischem Potenzial. Als Fans wünscht man sich eine zeitgemäße Optik, größere Innovation und mehr Leben im Game. Der Vorgänger "Arceus" hat deutlich gezeigt, dass das möglich ist. Alleine um die Technik-Schwächen auszubessern, hätte dem Game mehr Entwicklungszeit gut getan. Trotz aller Mankos liefert es aber eine sehr feine Fassung des beliebten Sammel- und Kampf-Gameplays, das die Pokémon-Spiele bereits in der Vergangenheit unwiderstehlich machte. Wenn ich nur aufhör‘n könnt‘…

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(VOL.AT/Ländle Gamer)

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