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NEOS präsentieren Maßnahmen-Katalog gegen Fachkräftemangel im Land

Die NEOS liefern Lösungsvorschläge zu Brennpunktthemen
Die NEOS liefern Lösungsvorschläge zu Brennpunktthemen ©Sepp Schellhorn und Sabine Scheffknecht
Nach heutigem Stand wird in Österreich in wenigen Jahren jede dritte Berufsschule aufgrund des Lehrlingsmangels geschlossen sein. 

Vorarlberg leidet seit Jahren unter einem akuten Fachkräftemangel. Laut einer österreichweiten Studie ist dieser in Vorarlberg im Bundesvergleich sogar am größten. Im Land haben 35 Prozent der Unternehmen „große“ und 57 Prozent „eher große“ Probleme, entsprechendes Fachpersonal zu finden. Das sind über 90 Prozent! Der große Fachkräftemangel zeigt sich auch in der hohen Anzahl an offiziell ausgewiesenen Mangelberufen in Vorarlberg.

Dieser Fachkräftemangel ist nach Meinung der NEOS ein Produkt der österreichischen Wirtschaftspolitik und falsch verstandener Standortpolitik sowie einer Politik der Abschottung.

Eine bessere Ausbildung schaffen und die Lehre modernisieren

Nach heutigem Stand wird in Österreich in wenigen Jahren jede dritte Berufsschule auf Grund des Lehrlingsmangels geschlossen sein. Bei dem immer breiter werdenden Angebot sind viele junge Menschen erst viel später bereit, zu entscheiden, welche Schule oder welchen Beruf sie wählen - mit 14 Jahren ist es für viele noch zu früh. Die Zahl der Maturanten, die nach der Matura eine Lehre beginnen, stieg dagegen in den vergangenen vier Jahren um 37 Prozent. "Für jene Jugendliche, die sich im Fall einer Lehre meist schon mit 14 Jahren für einen Beruf entschieden haben, ist wichtig, dass diese Entscheidung keine Sackgasse darstellt, halten Sepp Schellhorn und Sabine Scheffknecht am Donnerstag in einer gemeinsamen Aussendung fest.

Gerade in Vorarlberg sei das ein entscheidendes Thema. Der Anteil der Lehreintritte gemessen an den 15-Jährigen liegt – ähnlich wie im vergangenen Jahr – bei über 50 Prozent. "Vorarlberg ist damit weiterhin das Bundesland mit der höchsten Lehrlingsquote in Österreich. Und trotzdem wird im Land der Fachkräftemangel immer gravierender", so Schellhorn und Scheffknecht. Händeringend werde nach weiteren Lehrlingen gesucht.

NEOS fordern daher...

Der Maßnahmenkatalog

  • Lehre flexibilisieren: Durchlässigkeit zwischen den Lehrberufen verbessern! Ein modularer Aufbau erleichtert den Umstieg in andere Berufe, da nur fehlende Module absolviert werden müssen und keine komplette Ausbildung. In vielen europäischen Ländern bietet ein modularer Aufbau von Qualifikationen ausreichende Flexibilität in der Lehre.
  • Jeder Lehrberuf soll auch mit Matura oder der Studienberechtigung abgeschlossen werden können. Aktuell ist das Modell "Lehre mit Matura" deutlich zu bürokratisch und hochschwellig. Hier braucht es klare und einfache Strukturen, die automatisch und selbstverständlich zu implementieren sind. Als Vorbild für dieses neue Modell dienen die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), in denen es stets eine dreijährige Schule ohne Matura und eine fünfjährige Schule mit Matura gibt.
  • Weg in die Selbstständigkeit erleichtern: Mit diesem Modell der soliden Basisbildung sollte eine abgeschlossene Lehre und ein Jahr Berufserfahrung in nicht sicherheitsrelevanten Berufen die Berechtigung geben, sich selbständig zu machen, alternativ zur Meisterprüfung.
  • Die Finanzierung der Meisterkurse durch die öffentliche Hand. Wir treten für die finanzielle Gleichstellung von beruflicher Höherbildung mit akademischer Bildung ein. Wie die Ausbildung von Ärzt_innen und Jurist_innen sollen auch die Meisterkurse aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.
  • Vom Meister zum Master: Wer Lehrabschlussprüfung, Matura und Meisterprüfung erfolgreich absolviert hat, soll außerdem einen Bachelortitel verliehen bekommen, vorausgesetzt der Umfang der Ausbildung und der anrechenbaren Berufspraxis erlauben dies nach dem Bologna System. Anschließend ist der Weg zu einem Master geöffnet.

NEOS: Österreich braucht Einwanderungs-Strategie

"Das Aufenthaltsrecht ist in Österreich derzeit Kraut und Rüben. Es gibt keine umfassende Strategie, dafür zu viele verschiedene Gesetze, zu viel Bürokratie. Das alles hemmt die Wirtschaft und spielt Populisten in die Hände. Diese nützen die Tatsache aus, dass Menschen derzeit fast nur dann legal nach Österreich einwandern können, wenn sie um Asyl ansuchen. ", kritisieren die NEOS in ihrer Presseerklärung.

"Will man eine gesteuerte, zielgerichtete Migration in Österreich gestalten, braucht es endlich eine durchdachte Einwanderungsstrategie mit klaren Regeln. Die Rot-Weiß-Rot Karte ist ein Rohrkrepierer".

Die NEOS bemängeln hierbei den hohen bürokratischen Aufwand, die lange Bearbeitungsdauer und viel zu hohe und restriktivste Zulassungsvoraussetzungen. Diese Punkte hätten dazu geführt, dass es in den letzten fast 5 Jahren nur 14.000 positive Bewilligungen gab. Gleichzeitig fehlten Österreich allerdings rund 160.000 Fachkräfte.

NEOS fordern daher

  • Schaffung eines einzigen Einwanderungsgesetzes: Wir fassen relevante Gesetze und Verordnungen etc. in ein einziges, durchdachtes
  • Einwanderungsgesetz zusammen. Weg mit Kraut und Rüben - wir vereinfachen und schaffen Klarheit. 
  • Auswahl anhand eines Punkte-Systems: Mit der Rot-Weiß-Rot-Karte wurde es versucht. Leider sind die Hürden viel zu hoch und kaum erreichbar. Zu hohe Einstiegsgehälter oder die "Wohnsitzauflage" (die zum Teufelskreis führt: ohne Wohnung keine Arbeit, ohne Arbeit keine Wohnung) werden abgeschafft. Stattdessen berücksichtigen wir, was jemand kann und welche Fähigkeiten er/sie mitbringt bzw. von Unternehmen gesucht werden. 
  • Vermittlung via Online-Plattform: Unternehmen registrieren sich und geben auf der Online-Plattform an, um welchen Job es sich handelt und welches Qualifikationsniveau die gesuchten Arbeitskräfte besitzen müssen. Gleichzeitig können sich auch jene Menschen, die nach Österreich einwandern wollen, registrieren, in dem sie ein Online-Profil (formelle Bildung, Sprachkenntnisse, etc.) anlegen, das dann überprüft wird, und ein Assessment-Verfahren durchlaufen. 
  • Qualifikationen vorab klären - Verfahren vereinfachen und verkürzen: Ein Profil für die Plattform kann im Herkunfts- oder Wohnsitzstaat erstellt werden. Erfüllt man die vorgegebenen Mindeststandards für gesuchte Fachkräfte nicht, wird man im betreffenden Herkunftsstaat über etwaige nachzuholende Qualifikationsmaßnahmen (Sprachkurse, etc.) und Angebote beraten. Das Verfahren selbst soll binnen eines halben Jahres abgeschlossen werden.

Das 3+2-Modell für arbeits- und bildungswillige Asylwerber

In den letzten Monaten gab es laut NEOS eine Vielzahl an Fällen von Lehrlingen, die aufgrund eines negativen Asylbescheids abgeschoben wurden. Zugleich wird die Liste von Unternehmen, die sich deswegen protestierend an die Öffentlichkeit wenden, immer länger, monieren die Pinken. Asylwerber, die eine Lehre machen, seien aber naturgemäß eher integrationswillig und engagiert - Unternehmen nehmen sie auf, weil es sich um Mangelberufe handelt.

Dass die Erfahrungen in Vorarlberg durchwegs positiv sind, zeige sich auch am hohen Anteil von Unternehmen, die Asylberechtigte beschäftigen: Fast ein Fünftel der mittelständischen Unternehmen in Österreich beschäftigt den NEOS-Angaben zufolge Flüchtlinge. Der Anteil ist in Vorarlberg mit 44 Prozent mehr als doppelt so hoch und im Bundesländervergleich sogar am höchsten.

"Die Unternehmen verlieren dadurch eine Arbeitskraft, die aufgrund des Fachkräftemangels nur schwer nachbesetzt werden kann. Diese Situation ist vollkommen absurd - und das wissen auch die Österreicher", so Schellhorn und Scheffknecht.

Klar ist für NEOS, dass es zunächst eine Verkürzung der Asylverfahren auf maximal 180 Tage braucht. Durch die so entstandene raschere Rechtssicherheit, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Asylwerbenden in ihrer Lehrzeit die Abschiebung droht. "Es kann nicht sein, dass wir arbeits- und integrationswillige Asylwerber abschieben und jahrelang in Rechtsunsicherheit belassen, während in Österreich händeringend nach Personal gesucht wird."

NEOS fordern, dass es Asylwerbenden unter 25 Jahren ermöglicht wird, eine Ausbildung abzuschließen, ganz nach dem deutschen 3+2 Modell. Im Anschluss an eine abgeschlossene Lehrausbildung soll es für diese Personengruppe, die Möglichkeit eines regulären Aufenthaltstitels geben. "Das hilft den Unternehmen bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels und ermächtigt es jungen Asylwerbenden auf eigenen Beinen zu stehen."

Das bedeutet laut NEOS:

  • Diejenigen, die schon da sind bekommen die Chance zu arbeiten und einer sinnvollen Tätigkeit (Ausbildung) nachzugehen. Sie können für sich selbst sorgen, und Geld verdienen. Dadurch verbessert sich auch die Sicherheitslage.
  • Zudem kann der herrschende Fachkräftemangel bekämpft werden, was auch wirtschaftlich gesehen enorme Vorteile bringt.
  • Wir streben an, dass Asylverfahren viel schneller abgewickelt werden (wie oben ausgeführt), damit bekommen wir das Problem, vor dem wir derzeit stehen, erst gar nicht.

(Red.)

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