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"Lehrermangel in Vorarlberg ist herausfordernd"

Der Ausbau an der Pädagogischen Hochschule schreite stetig, aber zu langsam voran
Der Ausbau an der Pädagogischen Hochschule schreite stetig, aber zu langsam voran ©VN
"Daraus mache ich auch keinen Hehl", so Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink am Donnerstag. Die Bildungsdirektion sei aber zuversichtlich, "das noch hinzubekommen".

Die verlängerte Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule (PH) verschärft in Vorarlberg auch heuer wieder den Lehrermangel. "Die Situation ist herausfordernd, daraus mache ich auch keinen Hehl", so Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP). Die Bildungsdirektion sei zuversichtlich, "das noch hinzubekommen". Es werde jedenfalls keine Stunde ausfallen, so Schöbi-Fink am Donnerstag zum Schulstart.

Insgesamt starten nächste Woche in Vorarlberg 47.157 Kinder, davon 4.802 Erstklässler, an 279 Schulen ins neue Schuljahr, unterrichtet werden sie von 6.449 Lehrpersonen. An den allgemeinbildenden Pflichtschulen werde man durch Mehrdienstleistungen, Sonderverträge, pensionierte Lehrpersonen und Anstellungen von Lehrern aus anderen Bundesländern plangemäß besetzt sein. An Mittelschulen und Polytechnischen Schulen seien an vielen Stellen Lehrpersonen mit Lehramt für höhere Schulen im Einsatz. An den mittleren und höheren Schulen seien derzeit noch vier Stellen unbesetzt, etwa in Mathematik und Informatik. "Das kann sich aber täglich ändern", so Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani.

"Wir brauchen stärkere PH"

Die angespannte Situation, dass wegen der um ein Jahr verlängerten Ausbildung heuer keine Absolventen zur Verfügung stehen, sei nichts Neues, beruhigte Schöbi-Fink. "Wir brauchen eine stärkere PH, mindestens ein zusätzliches Fach", so die Lösung der Landesrätin. Derzeit sind an der PH in Feldkirch Deutsch, Englisch, Mathematik und Geschichte für die Sekundarstufe im Angebot, laut Schöbi-Fink fehlten Chemie, Physik, Musik sowie besonders dringlich Digitale Grundbildung. Hier fehlten bisher aber die Rahmenbedingungen. Die zum Ausbau begonnenen Gespräche wolle man mit der neuen Bundesregierung rasch fortsetzen. Heuer beginnen 60 Personen ein Studium zum Volksschullehrer, 60 weitere ein Lehramtsstudium für die Sekundarstufe. "Das sind 20 Prozent mehr", freute sich Schöbi-Fink.

Im neuen Schuljahr werden 8.689 Schüler, 200 mehr als 2018/19, an 145 Schulen ganztägig betreut. Der Ausbau schreite stetig, aber zu langsam voran. "Wir hätten gerne, dass das schneller geht", doch dafür brauche es den Rückhalt von Schulleitung und Kollegium. Sie sei überzeugt, dass viele Kinder von der Form profitieren würden, warb die Landesrätin.

Schule für 10- bis 14-Jährige weiter im Fokus

"Am Ball bleiben" will das Land auch bei der Weiterentwicklung der Schule der 10- bis 14-Jährigen. Dort konzentriere man sich auf die auf Landesebene umsetzbaren Maßnahmen, so werden in einem Pilotprojekt vier Schulstandorte mit besonderen sozioökonomischen Herausforderungen verstärkt unterstützt. Ebenfalls als Pilotprojekt werden Anfang 2020 Time-Out-Gruppen für gewalttätige Mittelschüler starten. Das neu in Kraft tretende Kopftuchverbot an Volksschulen sei bisher kein Problem gewesen.

Erste Bilanz zu Deutsch-Förderklassen

Schöbi-Fink zog außerdem eine erste Bilanz über die Deutschförderklassen. Es zeige sich, dass 75 Prozent der 110 Kinder, die 2018/19 eine der 13 Förderklassen besuchten, nun in eine Regelklasse wechseln können. Davon könnten 22 Prozent ihre Schullaufbahn ohne weitere Sprachförderung fortsetzen, 53 Prozent werden neben dem Regelunterricht noch Deutschförderkurse besuchen. 25 Prozent verblieben in Deutschförderklassen, ein Teil dieser Kinder sei erst im Lauf des Schuljahres nach Vorarlberg gezogen. Ab Herbst werden 170 Schüler 16 Deutschförderklassen besuchen. Sie stehe weiter zu der Zusage, dass diese Klassen besonders gut betreut werden sollen, so Schöbi-Fink.

(APA)

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