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Kostentreiber: Wohnbauförderung

©VLK
Bei der Wohnbauförderung in ihrer aktuellen Form wird vor allem die breite Masse verfehlt. Das Land Vorarlberg will die Förderung neu überdenken, informiert Landesrat Marco Tittler in WANN & WO.
Kostentreiber: "Absicherungswahn"
Kostentreiber: Eigenmittel & Finanzierung
Kostentreiber: Kunden und Bauträger
Kostentreiber: Bauqualität
Kostentreiber: Planung und Bewilligung
Wohnen muss günstiger sein

von Harald Küng (Wann & Wo)

Die Wohnbauförderung ist ein Steuerungsinstrument für viele gesellschaftspolitische Bereiche. In den letzten Jahren wurden in Vorarlberg die Wünsche verschiedener Interessensgruppen allerdings stärker bedient und der Fokus auf den Einzelnen, der Wohnraum schaffen möchte, verloren. „Die ohnehin schon hohen Gesetzesanforderungen werden vom Kriterienkatalog der Wohnbauförderung noch übertroffen. Das Erfüllen der Vorgaben ist dadurch kaum mehr möglich“, informiert RIVA home Immobilienprofi Pascal Kohlhaupt. Einerseits seien die Grundstückspreise im Land auf einem Niveau gedeckelt, das nicht dem aktuellen Markt entspreche, andererseits müssten auch noch die stetig wachsenden Anforderungen an baulichen Maßnahmen umgesetzt und nachgewiesen werden. Gemeinsam mit den hohen bürokratischen Hürden werde es dadurch nicht nur aufwändiger, sondern vor allem auch teurer, diese zu erfüllen, so Kohlhaupt: „Wenn es sowohl dem Bauträger als auch dem Wohnungsinteressenten gelingt, alle Anforderungen gerecht zu werden, dann vergibt die Wohnbauförderung ein Darlehen, das mehr oder weniger nur noch die angefallenen Mehrkosten abfedert und nicht dazu beiträgt, dass die Wohnraumschaffung wirklich leistbarer wird.“

 „Einfacher gestalten“

Das Land ist sich der Situation bewusst und will darauf entsprechend reagieren, wie Landesrat Marco Tittler mitteilt: „Wir haben 2019 die Wohn­bauförderung bereits novelliert und möchten heuer auch die Bautechnikverordnung überarbeiten. Aufbauend auf den neuen gesetzlichen Grundlagen, die sich daraus ergeben, wollen wir  noch einmal einen Blick auf die Förderung werfen.“ Die Wohnbauförderung sei als soziales Steuerungselement gedacht und soll gewissen Zielgruppen im privaten und gemeinnützigen Bereich Eigentum ermöglichen. „Das Fördermodell ist aktuell sehr komplex, wir wollen es künftig einfacher gestalten. Darauf aufbauend wollen wir neue Kriterien schaffen (ökologisch, nachhaltig, für Familien, etc.) und die Boni gezielt ausgeben. Das Ziel wäre es, 80 Prozent in eine Basisförderung zu bringen.“

Lösungsansätze

Problem:  Die Wohnbauförderung ist derzeit nicht auf die Förderung von Personen mit gewissem Einkommen ausgerichtet. Die Richtlinien zielen auf die Bauqualität, nicht auf die Leistbarkeit ab.

Lösung: Um wieder mehr Projekte gemäß Wohnbauförderungsrichtlinien einreichen zu können, wäre eine dynamische Grundstückspreisdeckelung (aktuell ist bei Grundstückspreisen ab € 810,--/m² das Erreichen der Förderung kaum möglich) nötig. Ein Entschlacken des Anforderungskataloges unterstützt leistbares Wohnen. Wahlweise Einmalzuschüsse anstelle des Darlehns, ähnlich wie in anderen Bundesländern, würden jungen Menschen den dringenden Eigenmittelzuschuss bringen, der ihnen die Finanzierung bei den Banken erleichtert.

>>Die gesamte Ausgabe der Wann & Wo lesen Sie hier<<

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