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Gefangen und vergewaltigt: Surf-Star durchlitt Martyrium

Die Australierin Carmen Greentree (37) wurde zwei Monate lang auf einem indischen Hausboot gefangen gehalten und vergewaltigt. Nun, ganze 16 Jahre später, kann sie endlich darüber sprechen und hat sogar ein Buch über ihre Geschichte geschrieben.

Die damals 22-Jährige war ein junger Stern am Surfsport-Himmel, träumte sogar davon, Weltmeisterin zu werden. Als sie sich aber für die sogenannte "World Tour" nicht qualifizieren konnte, gönnte sie sich eine Auszeit und "entfloh", wie sie australischen Medien erzählte, aus ihrem bisherigen Leben nach Indien. Statt zu trainieren, wollte sie hoch oben im Himalaya vom Dalai Lama lernen.

Surferin Carmen Greentree (37) durchlebte vor 15 Jahren die Hölle.
(Quelle: Facebook)

Fatales Vertrauen

Ihr Leben veränderte sich durch die Reise allerdings auf eine unvorhersehbare und sehr brutale Art und Weise. Kurz nachdem sie in Neu-Delhi ankam, wurde sie von einem falschen Tourismusbüro über den Tisch gezogen. Dieses behauptete nämlich, dass sie am schnellsten per Flugzeug via Kashmir nach Dharamsala, dem Sitz des Dalai Lama, kommen würde. Erschöpft von der Anreise vertraute die Surferin dem Tourismusbüro und buchte den Flug, weil andere Tourismusbüros ihr lediglich eine beschwerliche 14-stündige Busfahrt anboten.

In Kashmir angekommen, wurde sie am Flughafen von Rafiq Ahmad Dundoo empfangen, der meinte, dass es hier für Frauen alleine zu gefährlich sei. Er lud sie über Nacht auf sein Hausboot ein, in Kashmir kein ungewöhnliches Angebot: Hier gibt es zahlreiche Boote, sie gelten als Touristenattraktion. In diesem Fall stellte sich das scheinbar unverfängliche Angebot jedoch als Falle heraus: Dundoo hielt die Australierin zwei Monate lang auf seinem Boot gefangen.

Carmen Greentree hat mittlerweile ein Buch über ihr Martyrium geschrieben.
(Quelle: Facebook)

Zwei Monate in der Hölle

Sie habe auf dem Boot sofort realisiert, dass ihre Reise hier zu Ende sei und bereits in der ersten Nacht habe Dundoo versucht, mit ihr zu schlafen. Anfangs wehrte sie sich noch erfolgreich, nach einigen Tagen überwältigte er sie schließlich aber doch: "Das schlimmste Gefühl war, als ich mich ergab und er sich nehmen konnte, was er wollte", sagt die 37-Jährige heute. Nach einigen Tagen sei sie schlichtweg zu erschöpft und müde gewesen, sich zu wehren, habe keine Kraft mehr gehabt. Danach vergewaltigte er sie mehrmals täglich: "Ich weiss nicht mehr, wie oft er mich vergewaltigte. Ich erinnere mich nicht einmal mehr an viele der Übergriffe, ich habe versucht, zu vergessen. Ich war komplett gebrochen, existierte nur noch als Hülle."

Die 22-Jährige Surferin ging zwei Monate lang durch die Hölle.
(Quelle: Facebook)

Und obwohl man meinen könnte, es hätte niemanden gegeben, der ihr hätte helfen können: Die beiden waren nicht allein. Auf dem Boot lebten auch noch die Eltern von Dundoo, zwei Brüder, eine Frau und ihr Baby, aber niemand half der 22-Jährigen. Für die Familie sei an der Situation wohl nichts ungewöhnlich gewesen, sagt Greenwood: "Vermutlich wussten sie, dass ich vergewaltigt werde, aber das spielte keine Rolle. Frauen wurden als Besitz angesehen." Aus lauter Angst vor Dundoo und seiner Familie traute sie sich nie, über Bord zu springen und die paar Hundert Meter an Land zu schwimmen. Mögliche Kritiker fragt sie: "Wo hätte ich auch hin sollen, völlig durchnässt, ohne Ausweise und Geld?"

Die langersehnte Rettung

Am Ende machte ihr Peiniger aber einen Fehler: Er wurde gierig. Ihr Bankkonto hatte er längst leergeräumt, ihre Reisedokumente eingetütet, doch er wollte mehr. Deshalb zwang er sie, ihre Familie anzurufen und um Geld zu fragen. Die glaubte noch immer, ihre Carmen reise mit dem Rucksack durch Indien zum Dalai Lahma. Doch eine ihrer Freundinnen hatte bereits Verdacht geschöpft und die Behörden informiert, die deshalb schon nach der 22-Jährigen suchten. Durch den Anruf erhielten sie dann den Standort des Bootes und konnten Carmen kurze Zeit später retten – nach zwei Monaten Martyrium.

Vor Gericht brachte sie ihren Vergewaltiger und seine Familie, die tatenlos zugesehen hatte, nicht: "Ich war zu traumatisiert, um für den Prozess wieder nach Indien zu reisen und auszusagen." Und scheinbar war sie nicht sein einziges Opfer, es gibt weitere Touristen, die von Ähnlichem berichtet haben: So soll etwa ein Brite ebenfalls beraubt und auf dem Boot gefangen gehalten worden sein.

Über das Erlebte schreiben

Heute ist Carmen Greentree 37 Jahre alt, glücklich verheiratet und Mutter von drei Kindern. Mittlerweile kann sie über die Geschehnisse von damals sprechen und hat ein Buch über das, was sie erlebt hat und wie sie es verarbeitet hat, verfasst, um anderen Menschen, denen ähnlich Traumatisches widerfahren ist, zu helfen.

Nach den traumatischen Ereignissen hat Carmen Greentree heute mit ihrem Mann und ihren drei Kindern endlich ihr Glück gefunden.
(Quelle: Facebook)

(VOL.AT)

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