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Brau Union übernimmt die Mehrheit an der Brauerei Fohrenburg

Wolfgang Sila bliebt Geschäftsführer.
Wolfgang Sila bliebt Geschäftsführer. ©Hofmeister/Flickr
Fruchtsafthersteller Rauch verkauft die Mehrheit der Anteile an die zum Heineken-Konzern gehördende Brau Union - vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörde erhöht diese ihren Anteil dadurch von elf auf 74 Prozent - Wolfgang Sila bleibt Geschäftsführer - Fohrenburg erwartet sich Synergieeffekte bei Produktion und Logistik und neue Marktzugänge in Süddeutschland.

Beinahe jahrzehntelang hat die Gerüchteküche zu diesem Thema in der österreichischen Bierbrauer-Branche immer wieder gebrodelt. Nachdem sich entsprechende wpa-Informationen in den vergangenen zwei Tagen allerdings immer weiter verdichtet haben, ist es jetzt ausgemachte Sache: Die zum niederländischen Heineken-Konzern gehörende Brau Union AG aus Linz wird vom Fruchtsafthersteller Rauch die Mehrheit der Anteile an der Brauerei Fohrenburg in Bludenz übernehmen.

Das bestätigten Wolfgang Sila, geschäftsführender Miteigentümer der Brauerei Fohrenburg, und Magne Setnes, Vorstandsvorsitzender der Brau Union AG und der Brau Union Österreich AG, im wpa-Interview am Mittwochvormittag in Bludenz. Dem Interview vorangegangen war eine Betriebsversammlung zur Information der Belegschaft in der Früh. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Brau Union hält zukünftig 74 Prozent der Anteile

Vorbehaltlich der noch ausstehenden Zustimmung der Kartellbehörde (BWB) wird die Brau Union ihren schon seit Jahren bestehenden Anteil von elf Prozent an der Fohrenburg Beteiligungs-AG auf zukünftig 74 Prozent erhöhen. Die restlichen 26 Prozent bleiben größtenteils beim Fruchtsafthersteller Rauch, bei Wolfgang Sila und im Streubesitz. Allerdings verfügt keiner der verbliebenen Aktionäre für sich allein über eine Sperrminorität. Der bisherige Mehrheitseigentümer Rauch Fruchtsäfte bzw. die Unternehmerfamilie Rauch hatte seit Ende der 1990er-Jahre bei Fohrenburg das Sagen. Fohrenburg-Geschäftsführer Wolfgang Sila bleibt weiterhin an Bord. Für Setnes sei gerade der Verbleib von Sila als Geschäftsführer ein "Must have" gewesen.

Mehr als zehn Biermarken unter dem Dach der Brau Union

Damit gehört Fohrenburg bald mehrheitlich der größten Brauerei-Gruppe Österreichs. Zu deren Portfolio zählen unter anderem die Biermarken Gösser, Puntigamer, Wieselburger, Reininghaus, Edelweiss, Schwechater, Kaiser, Schladminger, Schlossgold, Desperados, Zipfer und Heineken. Dahinter stehen allein in Österreich zehn Brauereien zuzüglich Verkaufslagern und Verkaufspartner. Insgesamt werden 2.700 Mitarbeiter beschäftigt und jährlich fast sechs Millionen Hektoliter Bier produziert.

Synergieeffekte erwartet

Nach Darstellung von Sila und Setnes würden sich durch die zukünftigen Mehrheitsverhältnisse neue Möglichkeiten und Marktchancen ergeben. "Das Know-how der Braukompetenz des österreichischen Innovationsführers Brau Union wird die Brauerei Fohrenburger am Markt stärken“, so Sila. Durch die Kooperation könnten in der Brauerei als auch in der Logistik neue Synergien geschaffen und auch der Markenkern verstärkt werden. Wirtschaftlich von Bedeutung sei zudem, dass mit der Brau Union neue Kundengruppen im süddeutschen Raum erschlossen werden können und dadurch der Produktionsstandort in Bludenz weiter gestärkt werden könne, so Sila. Der Standort bleibe vollumfänglich erhalten, gleich wie die Marke Fohrenburg. Der Personalstand könnte sich in den kommenden Jahren durch die engere Zusammenarbeit mit der Brau Union zudem noch steigern.

Das sagt Fohrenburg-Chef Wolfgang Sila

"Das Brauen ist unser Kerngeschäft. Mit dieser Partnerschaft können wir in Vorarlberg die vorhandenen Kapazitäten besser auslasten und erhöhen, um das Exportgeschäft zu verstärken. Unsere Vision ist und bleibt, Österreich zum Land der besten Bierkultur Europas zu machen", so Setnes. Dem Trend zu regionalen Bierspezialitäten könne mit diesem Schritt noch stärker entsprochen werden. "Die Brau Union trägt gemeinsam mit Fohrenburg auch weiterhin wesentlich zur Vielfalt der österreichischen Bierkultur bei und setzt daher auf regionale Qualitätsbiere an allen ihren Standorten."

Eine erste Möglichkeit für die intensivere Zusammenarbeit könnte unterdessen die Abfüllung des Biermischgetränkes "Gösser Radler" (gehört zur Brau Union) für den deutschen Markt in Bludenz sein. Sowohl Sila als auch Setnes bestätigten entsprechende Gespräche. Die Entscheidung dafür könnte bald fallen und die Abfüllung schon 2020 beginnen. Die mögliche Menge belaufe sich schlussendlich auf über 100.000 Hektoliter. "Der Produktionsstandort Bludenz könnte eine Verdoppelung des Ausstoßes problemlos stemmen. Allerdings muss dafür ein Gesamtkonzept - auch für die Logistik - erstellt werden. All dies wird noch 2020 geschehen", so Setnes und Sila. So gehe es beispielsweise um die Einführung einer zweiten Schicht.

29 Millionen Euro Umsatz mit 135 Mitarbeitern

Die 1881 gegründete Brauerei Fohrenburg beschäftigt rund 135 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 29 Millionen Euro. Im Jahr 2017 hat sich das Unternehmen eine neue Firmen- und Betriebsstruktur gegeben. So ist die Brauerei Fohrenburg GmbH & Co KG ausschließlich mit der Bierproduktion beschäftigt. Sie hat einen einzigen Kunden, die Fohrenburg s'Fäscht GmbH. Diese Gesellschaft kümmert sich um Vertrieb inklusive Logistik, Verwaltung, Marketing und Technik. Der bisherige Co-Geschäftsführer und Braumeister Andreas Rosa ist vor wenigen Wochen aus dem Unternehmen ausgeschieden. Jetzt läuft die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin.

(wpa/gübi)

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