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Aufschrei wegen Männerdominanz beim ORF-"Sommerkabarett"

Kabarettistin Anita Zieher macht mit einem Facebook-Posting auf das rein männliche Line-up des ORF-"Sommerkabaretts" aufmerksam.
Kabarettistin Anita Zieher macht mit einem Facebook-Posting auf das rein männliche Line-up des ORF-"Sommerkabaretts" aufmerksam. ©APA/Facebook
Nichts zu lachen: Kabarettistin Anita Zieher prangert in einem Facebook-Post an, dass auch heuer wieder nur Männer im Programm des ORF-"Sommerkabaretts" zu finden sind.

Die gebürtige Salzburgerin, die in Oberösterreich aufgewachsen ist, macht ihrer Wut auf Facebook Luft und spricht damit scheinbar vielen aus der Seele.

Wie jedes Jahr zeigt der ORF diesen Sommer das "Sommerkabarett": An Freitagen im Juli und August sind die Spaßvögel des österreichischen Kabaretts um 20.15 auf ORF1 zu sehen. Start der Reihe war der 03. Juli. Allerdings sorgte das Programm im Vorfeld für Unmut in den sozialen Medien, da keine einzige Frau im Line-up zu finden ist.

Bereits zuvor gab es beim "Sommerkabarett" kaum Frauen, in den letzten vier Jahren stand sogar keine einzige Kabarettistin auf der Bühne. Kabarett-Stars wie Andreas Vitasek, Viktor Gernot, Gery Seidl und Thomas Stipsits treten immer wieder auf, aber Kolleginnen sucht man vergebens. Es scheint fast so, als hätte Österreich keine lustigen Frauen, zumindest nicht, wenn es nach den Programmmachern des ORF geht.

"Mögliche Gründe"

Anita Zieher, selbst Schauspielerin und Kabarettistin, versteht bei diesem Thema keinen Spaß und veröffentlichte deshalb ein Facebook-Posting, das ihren Unmut über die Situation ausdrückt und in dem sie dieses Missverhältnis systematisch unter die Lupe nimmt. Sie listete dabei in humorvoller Manier und durchaus bissig zehn mögliche Gründe dafür auf, dass keine Frauen im "Sommerkabarett"-Programm zu finden sind:

Kabarettistin trifft Nerv

Der Aufschrei und die Zustimmung waren enorm: Zieher spricht wohl vielen Künstlerinnen aus der Seele, weshalb das Posting entsprechend oft geteilt und kommentiert wurde. Auf den ORF brach hingegen ein Shitstorm ein.

NEOS-Nationalratsabgeordnete Henrike Brandstötter bezeichnete die Programmgestaltung des ORF gar als „Witz“.

Zieher freute sich über die positive Reaktion auf ihr Posting und meldete sich wiederum auf Facebook zu Wort:

Corona ist schuld

Der ORF begründete das "Sommberkabarett"-Programm damit, dass aufgrund der Pandemie hauptsächlich Wiederholungen genutzt werden müssten: "Das heurige ORF-1-,Sommerkabarett‘-Programm wurde durch Corona komplett umgestoßen, nur eine der geplanten Aufzeichnungen fand statt. Beim Rest handelt es sich um Wiederholungen. So musste unter anderem das aktuelle Programm von Monica Weinzettl und Gerold Rudle auf 2021 verschoben werden. Dem immer größer werdenden Anteil von Kabarettistinnen trägt der ORF in seinen zahlreichen Sendeflächen Rechnung."

Dabei verweist der Sender auf vergangene Sendungen, in denen durchaus Kabarettistinen aufgetreten sind. Dazu zählen u. a. "Was gibt es Neues", "Ziemlich bester Urlaub", der "Kabarettgipfel", die "Kabarett-WG" oder "Fakt oder Fake". Inwiefern das erklärt, warum das "Sommerkabarett" auch in den Jahren vor Corona ohne Frauen auskommen musste, war nicht zu erfahren.

Sommerkabarett nun doch mit Frauen

Nach dem Aufschrei in den sozialen Medien gibt es nun aber immerhin eine gute Nachricht: Es werden jetzt doch Frauen beim "Sommerkabarett" auftreten, zwei zusätzliche Termine mit Frauen sollen hinzukommen. Wer die Kabarettistinnen sein werden, ist noch nicht bekannt. Nähere Details will der ORF in der kommenden Woche verraten. Offenbar kann der ORF also doch noch ein paar lustige Frauen in Österreich finden.

"Sommerkabarett"-Programm:

Das ursprüngliche und bisherige "Sommerkabarett"-Programm sieht wie folgt aus:

  • 3. Juli: Omar Sarsam: „Herzalarm“ (ORF-Premiere)
  • 10. Juli: Hektiker: 200 Jahre“ (1)
  • 17. Juli: Hektiker: „200 Jahre“ (2)
  • 24. Juli: Thomas Stipsits: „Stinatzer Delikatessen“
  • 31. Juli: Gery Seidl: „Sonntagskinder“
  • 7. August: Thomas Maurer: „Tolerator“
  • 14. August: Andreas Vitásek: „Austrophobia“
  • 21. August: Viktor Gernot: „Im Glashaus“
  • 28. August: Alex Kristan: „Lebhaft“

(VOL.AT)

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