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"Z" oder "Nicht Z" ist die große Verkehrsfrage

Lustenau – Verkehrsentlastung Unteres Rheintal: Die Meinungen gehen weit auseinander.
Für welche Straßenlösung sind Sie?
Mehrheit für Straße durchs Ried
Ostumfahrung wird zur Option
Umfrage zur "Z"-Variante

Die Verkehrsproblematik in Lustenau macht vor keinem mehr Halt. Betroffen sind alle. Irgendwie. Für eine Verkehrslösung im unteren Rheintal sind nach zahlreichen Diskussionen und Gutachten zwei Optionen übrig geblieben: Die „Z“-Variante durch das Ried sowie die Ostumfahrung – die Mehrheit ist für eine Entlastungsstraße durchs Ried. Bis zum 25. Oktober wird das Redaktionsteam des Regionalforums an einem Schlussdokument arbeiten, das dann der Landesregierung als Empfehlung für politische Entscheidungen überreicht wird. Deutlich für die „Z“-Variante spricht sich der im Lustenauer Industriegebiet Nord ansässige 160-Mann-Betrieb „Alge Elastic“ aus: „Wir verfolgen und diskutieren das Thema regelmäßig. Die ‚Z‘-Variante wäre für uns genau richtig, weil sie bei uns vorbeigehen würde. Durch die Anbindung würde sich vieles einfacher gestalten“, sagt Geschäftsführer Hanno Alge. Robert Janschek, Mitglied der Geschäftsleitung und Unternehmenssprecher der ebenfalls dort situierten „Walter Bösch GmbH & Co KG“ : „Es sollte endliche eine rasche und nachhaltige Entscheidung getroffen werden, die auch rasch realisiert wird. Uns wurde Ende der 1980er- Jahre ein Anschluss an das hochrangige Straßennetz von der Politik zugesagt. Daraufhin wurde der Standortentscheid für die Rasisbündt (Industrie Nord) getroffen.“ Die Verkehrsentlastung sei „vor allem bei den Mitarbeitern aus Lustenau“, aber auch bei jenen, die in Grenznähe im Ausland wohnen, regelmäßig Gesprächsthema.

Indikator für Naturhaushalt

Von einer ganz anderen Perspektive sieht Reinhard Hellmair die Thematik. Hellmair ist Jagdaufseher im Schweizer Ried, durch das die „Z“-Variante führen würde. Dass er das Gebiet, das ihm seit Jahrzehnten am Herzen liegt, verteidigt, liegt auf der Hand. Er legt aber Wert darauf, dass er nicht Tierarten wie den Wachtelkönig oder den Kiebitz dem Menschen vorzieht, aber: „Diese Tiere sind ein Indikator dafür, dass der Naturhaushalt des Gebietes noch intakt und somit zu schützen ist“, betont er. „Ich verstehe nicht, dass man in Zeiten, wo man auf jeden Quadratmeter achten muss, auch dieses Gebiet zunichte machen will.“ Um es plakativ darzustellen, vergleicht er den Bau einer Entlastungsstraße mit einem Hausbau: „Man könnte dasselbe Haus mit viel weniger technischem und finanziellem Aufwand woanders bauen.“ Wo? Mäder–Kriessern. Für eine Entlastungsstraße eben dort würden beste Bodenverhältnisse herrschen, die zudem weniger schützenswert als jene im Ried sind. Dass dort eine Verkehrsentlastung von „nur“ 35 Prozent gegeben wäre – und nicht eine wie bei der Variante „Z“ berechnete 50-prozentige Entlastung – lässt der 50-Jährige nicht als Argument gelten: „Wenn ich dort 35 Prozent haben kann, nehme ich diese 35 Prozent auch“, sagt er. Die 15 zusätzlichen Prozent stehen für den Jagdaufseher in keinem Verhältnis zur Routenführung durch das hochsensible, unmittelbar an das Natura-2000-Gebiet grenzende Gebiet, durch das sich eine Entlastungsstraße abzuzeichnen droht.

 

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