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WK-Wahl Vorarlberg: Erstmals kandidiert SWV getrennt

©VN/ Bernd Hofmeister
Feldkirch - Neben der "Grünen Wirtschaft" tritt bei der Vorarlberger Wirtschaftskammerwahl am 1. und 2. März mit dem "Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband" erstmals auch eine SPÖ-nahe Interessensvertretung als eigenständiger Wahlwerber an.

ÖVP-Wirtschaftsbund-Chef und Wirtschaftskammer-Präsident Manfred Rein missfällt diese Entwicklung, auch wenn er für seine Liste “Vorarlberger Wirtschaft” mit 85 Prozent der zu vergebenden Mandate rechnet. Bis 2005 war die “Vorarlberger Wirtschaft” stets als Einheitsliste der ÖVP, FPÖ und SPÖ nahe stehenden Verbände aufgetreten, 2005 kandidierten erstmals die Grünen.

Rein sieht in den eigenständigen Kandidaturen eine Themenverfehlung von Grünen und SPÖ. In der Kammer gehe es nicht um das Politische, sondern um eine sachlich-fachliche Zusammenarbeit im Interesse der Unternehmen. Viele Kandidaten der “Vorarlberger Wirtschaft” gehörten politisch “nirgends dazu”, umgekehrt würden auf der Liste aber auch wie bisher SPÖ-Vertreter des “Vorarlberger Wirtschaftsverbands” antreten. Man habe zu gegebener Zeit zum Mitmachen eingeladen und hätte auch entsprechend Mandate abgetreten, betonte Rein. Viele der rund 18.000 Vorarlberger Wirtschaftskammer-Mitglieder mit insgesamt rund 23.500 Wahlrechten würden gar nicht abstimmen wollen, rechnet Rein mit einer geringen Wahlbeteiligung in der Größenordnung von 25 Prozent.

Sein Ziel sei es, den eingeschlagenen Weg weiterzuentwickeln. “Das heißt, bis 2013 den Nutzen der Kammer für die Mitglieder nachhaltig zu verbessern”, so der Wirtschaftskammer-Präsident. Dazu brauche man kein politisches Theater.

Ganz anders beurteilen Grüne Wirtschaft und Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband die Situation. Grüne-Wirtschaft-Sprecher Bernd Bösch sieht etwa “inakzeptable finanzielle Verquickungen zwischen Wirtschaftskammer und Wirtschaftsbund” und stellte – von Rein dementierte – Versuche der “Vorarlberger Wirtschaft” fest, Grün-Kandidaten von einer Kandidatur abzubringen.

Nachdem die Grüne Wirtschaft 2005 in 25 von 126 Fachgruppen antrat, werden es dieses Mal mindestens 35 von 94 Fachgruppen sein. “Wir sind damit etwa für 70 Prozent der Unternehmer wählbar”, so Bösch, der den Mandatsanteil von 2005 – 4,5 Prozent – halten möchte. Insgesamt konnte die Grüne Wirtschaft 2005 39 von 864 Mandaten für sich verbuchen. In den 25 Fachgruppen, in denen sie wählbar war, erreichte die Liste 18,7 Prozent der Stimmen. “Wenn wir wieder über 18 Prozent Stimmenanteil kommen, freue ich mich sehr”, sagte Bösch.

Laut Josef Stampach, Landesgeschäftsführer des in Vorarlberg 2007 gegründeten Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands (SWV), wird die SPÖ-nahe Interessenvertretung in 18 oder 19 Fachgruppen zu wählen sein. “Wir sind damit recht zufrieden, für den Beginn reicht das”, sagte Stampach. Zielgruppe seien hauptsächlich die Kleinstunternehmen. “Für diese können wir uns mit einer eigenständigen Kandidatur besser einbringen als über eine Einheitsliste”, stellte Stampach fest. Als Ziel definierte er, in jeder Fachgruppe, in der der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband antritt, mindestens ein Mandat zu erobern.

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