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VVV-Tarifsystem: Land bessert nach

Das Land hat bereits Nachbesserungen bei den Tarifen angekündigt.
Das Land hat bereits Nachbesserungen bei den Tarifen angekündigt. ©Franz Steiner
Bregenz. Kritik im Bürgerforum sowie Engagement von Seniorenbund und Pensionistenverband tragen Früchte.

Selten hat ein Thema im Bürgerforum so hohe Wellen geschlagen, wie das geplante Tarifsystem des Vorarlberger Verkehrsverbunds. So sehr die 365-Euro-Jahreskarte begrüßt wird, so sehr werden die Preiserhöhungen bei Einzelfahrten kritisiert.

Ein Domino 75,4 Prozent teurer

Während für eine Einzelfahrt „Domino 1“ mit der ÖBB-Vorteilscard bisher nur einen Euro zu bezahlen war, sind ab Jänner Euro 1,40 fällig; der Preis für das Wochenticket „Domino 1“ steigt von 5,70 Euro auf satte zehn Euro, das entspricht einer Preiserhöhung von 75,4 Prozent rechnete Wolfgang Kisser bereits in der Vorwoche im VN-Bürgerforum vor.

“Was kann man ändern?”

„Mit der nächsten Tarifpreiserhöhung des Vorarlberger Verkehrsverbundes steigen die Preise für Seniorentickets im Stadtbus bis zu 75 Prozent (Wochenkarte). Auch das Tagesticket kostet dann satte 53 Prozent mehr. Bei der Einzelfahrt sind es auch noch 40 Prozent. Soviel ich weiß, betrifft das noch andere Gruppen, die den bisherigen Sparpreis in Anspruch nehmen konnten. Wer hat sich das ausgedacht? Wer ist dafür verantwortlich? Wer kann das noch ändern?“ wollte Michael Striebel wissen. Der zuständige Landesrat Karlheinz Rüdisser konterte damals noch, dass die neuen Tarife mit den politisch Verantwortlichen aller Parteien und den Interessensvertretern abgesprochen worden wären.

“Kein Beschluss”

Das ließen diese aber im Bürgerforum so nicht gelten: „Wir wurden zwar informiert, aber nicht in den Entscheidungsprozess mit eingebunden“, lassen sich die Stellungnahmen auf einen Nenner bringen: „Bei einem nachfolgenden Treffen mit Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser wurden die Vertreter aller Parteien über die ausgearbeiteten Tarifänderungen, wozu auch die Erhöhung der Einzeltarife zählt, informiert. Beschluss wurde bei diesem Treffen jedoch keiner gefasst. Auch zu einem späteren Zeitpunkt wurde auf politischer Ebene diesbezüglich nie ein Beschluss gefasst“, schreibt etwa Michael Ritsch (SPÖ). Und weiter: „Wir haben dieses Thema natürlich auch clubintern diskutiert. Anwesend waren dabei u. a. auch Erich De Gaspari sowie Hubert Lötsch vom Pensionistenverband. Wir haben uns im Zuge dieser Diskussion natürlich mit der Einzeltariferhöhung nicht einverstanden erklärt, da uns bewusst ist, dass überwiegend die Pensionisten und Pensionistinnen von dieser Erhöhung betroffen wären.“

Gut für Vielfahrer

Die neuen Tarife gehen aber nicht nur zu Lasten der Pensionisten, „sondern auch zahlreiche Jugendliche müssen nunmehr für ihr Ticket tiefer in die Tasche greifen“. „Mir ist nicht klar, wann das Tarifmodell 2014 mit allen im Landtag vertretenen Parteien diskutiert und von den Seniorenvertretern befürwortet wurde. Nach meinen Informationen wurde das Tarifmodell jedenfalls vom Aufsichtsrat des VVV beschlossen. Dieser besteht (laut Geschäftsbericht 2011) ausschließlich aus Vertretern der Landesregierung und einigen Bürgermeistern (teilweise als Vertreter des Gemeindeverbands). Die Einführung der verbilligten Jahreskarte ist für Viel- und Langstreckenfahrer im VVV zweifelsohne ein großer guter Schritt vorwärts. Bravo! Die Umrechnung einer Jahreskarte auf die Kosten pro Tag ist für Wenig- und Kurzfahrer allerdings sinnlos“, bemängelt Michael Striebel.

“In der Einfachheit…”

„Und was ist mit den AAA’s mit wenig Einkommen? Bekommen diese den Fahrschein auch vergünstigt? Mit AAA’s meine ich die Arbeitslosen, Alleinerziehenden, Asylanten usw. Meine Meinung, wenn schon Vergünstigung, dann Vergünstigung nach dem Einkommen berechnet, und das konsequent! Was natürlich bedeutet, dass viele Pensionisten mit höherem Salär durch den Rost fallen werden. Aber ist das nicht sozial? Nicht immer alles so kompliziert, in der Einfachheit liegt die Lösung“, spricht Herbert Burtscher ein Thema an, welches Menschen mit niedrigem Einkommen unter die Haut geht. Und Thekla Hefel meint: „Vielleicht wäre eine Halbjahreskarte hilfreich, z. B. Sommerzeit – Winterzeit da ja bei uns sehr viele, besonders in der wärmeren Zeit, mit dem Fahrrad unterwegs sind. Diese würde ich auf jeden Fall kaufen.“

Nachbesserungen

Das Bürgerforum hat jedenfalls einiges in Bewegung gebracht. Innerhalb von nur einer Woche hat das Land Vorarlberg auf die Kritik reagiert und Nachbesserungen angekündigt. So kommt es zu einer Reform des Tarifs, noch ehe dieser Anfang 2014 in Kraft tritt. „Im Zuge der Diskussionen haben wir Verbesserungen für Partner von Senioren vorgenommen“, so Landesrat Karlheinz Rüdisser. Eingeführt wird mit dem neuen Tarif eine ermäßigte Jahrespartnerkarte für Senioren, die statt 256 Euro nun 192 Euro kosten wird.

Eine weitere nachträgliche Verbesserung betrifft Ausgleichsbezieher, die zur Jahreskarte für 192 Euro eine kostenlose Partnerkarte erhalten. Voraussetzung ist, dass der Ausgleichsbezieher Alleinverdiener ist. „Damit können wir sehr treffsicher ein Angebot unterbreiten, das die bekommen, die es dringend brauchen.“

Rasch reagiert

Die Reaktionen im Bürgerforum und das Engagement von Seniorenbund und Pensionistenverband haben zu einem Umdenken im Landhaus geführt. Das räumt der zuständige Landesrat ein.

Armutskonferenz sieht Verbesserungsbedarf

Michael Diettrich von der Vorarlberger Armutskonferenz sieht weiteren Verbesserungsbedarf. Man habe zwar für Bezieher einer Ausgleichszulage nachgebessert, jedoch auf Bezieher einer Mindestsicherung vergessen. “Dass der [Verkehrsverbund] nicht alle sozialen Problemlagen im Land im Blick hat, kann man ja noch nachzuvollziehen. So etwas hätte den Sozialbehörden auffallen müssen und deren Aufgabe wäre es gewesen, da sofort aktiv zu werden”, sieht Diettrich die Schuld bei den Behörden. Die Armutskonferenz habe bereits letzter Woche der Landesregierung eine Übernahme des Grazer Modells einer Sozialcard empfohlen. Mit dieser ist ebenfalls eine Ermäßigung der Jahreskarte verbunden. (Steiner/Rauch)

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