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Vorarlberg mit niedrigster Suizidrate Österreichs

©VOL.AT/Schwendinger
Bregenz - Am Welt-Suizid-Präventionstag hat der aks Gesundheit den 26. Vorarlberger Suizidbericht präsentiert. Demnach liegt die Selbstmordrate im westlichsten Bundesland deutlich unter dem Österreichschnitt.
Dr. Albert Lingg im Interview
Suizidbericht 2013
Vorarlberger Suizidbericht 2012

46 Menschen haben sich in Vorarlberg im Jahr 2013 das Leben genommen, vier mehr als noch im Jahr davor. Primar Dr. Reinhard Haller als Experte und Mitverfasser kennt die Hintergründe: „Hinter jedem vollendeten Suizid stehen individuelle Schicksale wie Verzweiflung, psychische Probleme, seelische Krankheiten, soziale Belastungen oder Vereinsamung.“ Prävention und Aufklärung sollen das oftmals tabuisierte Thema deshalb bewusst machen.

Microsoft Word - Suizidbericht_2013.doc
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Mehr Selbstmorde als Verkehrstote

Fakt ist: Weltweit tötet sich alle 30 Sekunden ein Mensch, und fünf Prozent aller Menschen unternehmen im Laufe ihres Lebens einen ernsthaften Suizidversuch. Durch den Freitod sterben weit mehr Menschen als im Straßenverkehr und erheblich mehr als durch Kriege oder Morde. Österreich hat mit einer Suizidzahl von etwa 15 pro 100.000 Personen im europäischen Vergleich eine insgesamt positive Entwicklung seit Beginn der Aufzeichnungen. Verbesserungen in der psychosozialen Versorgung sowie frühe Diagnostik und Therapie depressiver Erkrankungen begünstigen den Rückgang. Dennoch sterben in Österreich mehr Menschen am Freitod als durch Verkehrsunfälle, Mord und Totschlag sowie illegale Drogen und AIDS zusammen.

Microsoft Word - Suizidbericht_2013.doc
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Suizid in Vorarlberg

Vorarlberg liegt im österreichweiten Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt. Seit Beginn der Aufzeichnungen 1970 wird ersichtlich, dass sich die Anzahl in den letzten drei Jahren bei 40 bis 50 Fällen pro Jahr gesamt einpendelt. Das auffallendste Ergebnis für das Jahr 2013 ist die Verschiebung zu (Un)Gunsten der Frauen. Waren es über Jahre hinweg stets 3 bis 4:1, lag das Verhältnis letztes Jahr bei 1,5:1 – rund 40 Prozent mehr Frauen. “Ob das ein Trend anzeigt, dass Frauen eben auch öfters überfordert sind und sich im schlechten Sinn dem männlichen Verhalten angleichen, das muss beobachtet werden”, meint Primar Dr. Albert Lingg vom Landeskrankenhaus Rankweil.

Microsoft Word - Suizidbericht_2013.doc
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Menschen ab 35 besonders gefährdet

Ausgehend von den absoluten Zahlen besteht laut den Studienautoren das größte Suizidrisiko bei Menschen zwischen 35 und 55 Jahren und bei Personen ab dem 65. Lebensjahr. Diese beiden Gipfel zeigten eine bemerkenswerte Parallelität mit jenen der depressiven Erkrankungen und der psychischen Altersprobleme, betonte Haller. Depressionen erreichten im Alter von 40 bis 50 Jahren ihren Höhepunkt. Dazu kämen private und berufliche Probleme in dieser Lebensphase.

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Suizid bei Jugendlichen eine wichtige Rolle

2013 hat sich in Vorarlberg kein Kind das Leben genommen, in der Altersgruppe der Jugendlichen bis 24 Jahre gab es ein Suizidopfer. Das Thema Suizidalität spiele im Kinder- und Jugendalter aber eine “ausnehmend wichtige Rolle”, berichtete Studienautor Lingg. In einer repräsentativen Umfrage hätten 57 Prozent der Schüler angegeben, bereits einmal Todeswünsche verspürt zu haben. Suizidversuche in dieser Altersgruppe hätten einen starken appellativen Charakter und “müssen in jedem Fall ernst genommen werden”, so Lingg. (APA/red)

Grafiken: aks/Statistik Austria

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