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"Vaterunser" als Skulpturenpfad

Lustenau - Als hätte ihm der Heilige Geist längst Kraft in Fülle verabreicht, hebt Jakob den roh behauenen Steinblock mühelos empor und trägt ihn zum Altar.

„Das“, sagt er, „ist ein Fisch.“ Weil der Mensch ja nicht vom Brot allein satt wird. Und weil der geplante Brotlaib dann auch mehr einem Riesendöner ähnlich sah. 61 Lustenauer Firmlinge haben sich Bild um Bild den Bitten des Vaterunsers angenähert. Nach einer Idee von Kaplan Friedel Kaufmann, unter Anleitung des Bildhauers Albrecht Zauner.

„In Stein gehauen“

So haben sie eine Kirche, den Kelch, eine Bushaltestelle gezeichnet. Mit Messern mannshohe Styroporblöcke in Form geschnitten. „Und dann mit Beton verkleidet.“ Mit listigen Augen blinzelt Katharina hinter ihrer Säule hervor, und Philipp tippt den riesigen Kelch an, der prompt ins Wanken gerät.

Vorab bleiben sie stehen

Seit Tagen steht dieser „Vaterunser-Weg“ nun in der Pfarrkirche St. Peter und Paul am Blauen Platz und bringt die Besucher zum Nachdenken. Auch über den späteren Verwendungszweck der Skulpturen. „Für jede hätte ich schon Abnehmer“, sagt Kaplan Kaufmann. „Aber vorerst sollen sie hier im Kirchenraum bleiben.“

Morgen Abend werden die „steinernen“ Zeugen jugendlichen Glaubens Prof. Dr. Hans Fink begrüßen, der die Firmung spenden soll. Die Firmlinge werden um die Wette strahlen. Weil sie im Mittelpunkt stehen. Weil „wir doch nun unseren Glauben selber verantworten sollen“, wie das Jakob formuliert. Und auch ein wenig wegen Ausflug und Geschenken. Sprich: Uhren, Handys, und der Johannes, der fährt doch glatt mit seinem Götte zu einem Fußballmatch nach Mailand. Mit dem Heiligen Geist im Gepäck. Weil Schiedsrichter den auch gut brauchen können.

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