Tagen im grünen Bereich

Öko-Pionier. Kongresskultur Bregenz

Rund um das Festspielhaus Bregenz spielt Nachhaltigkeit eine Hauptrolle. 

Bregenz. (VN) Als das Festspielhaus noch unter dem Namen Festspiel- und Kongresshaus firmierte, war Nachhaltigkeit schon ein Thema.

Seit Kurzem heißt das Haus, das zu den beliebtesten Kultur- und Kongresshäusern Europas zählt, nun „Kongresskultur Bregenz“. Der Name ist neu, das Engagement für „Green Meetings“ ist aber geblieben.

Opern auf der Seebühne faszinieren das Publikum nicht nur dank ihrer künstlerischen Qualität, sondern auch durch ein einmaliges Naturerlebnis. Aufführungen dieser Größenordnung im Einklang mit der Umwelt zu organisieren, ist eine Herausforderung, der sich die Festspiele stellen. Ein Zeichen dafür ist die Green-Energy-Partnerschaft mit illwerke vkw.

Ziel ist es, noch ressourcenschonender als bislang zu agieren und langfristig weitestgehend erneuerbare Energien zu verwenden. Damit sind die Bregenzer Festspiele das erste Klassikfestival, das seinen Spielbetrieb auf ökologischen Kriterien aufbaut. Ökologie spielt an diesem Standort seit Jahren eine Hauptrolle.

Im Jahr 2008 hat sich das Festspielhaus Bregenz offiziell dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben. Anstoß war das Public Viewing, als das ZDF seine Übertragungen der Fußball-EM sendete und damit insgesamt 140.000 Besucher anzog. „Wir wollten das Public Viewing so nachhaltig wie nur möglich umsetzen“, erinnert sich Gerhard Stübe, Geschäftsführer von Kongresskultur Bregenz. „Wir wussten, dass wir einen großen Ansturm zu bewältigen haben und konzentrierten uns darauf, den ÖPNV möglichst effektiv einzusetzen, auf Einweg-Becher und -Geschirr zu verzichten, sowie möglichst viele regionale Produkte in der Gastronomie anbieten zu können.“

Einsparungen
Seither haben sich viele Partner vertraglich zu nachhaltigem Wirtschaften verpflichtet. Auf der Speisekarte der Festspielhaus-Gastronomie stehen vor allem biologisch angebaute und fair gehandelte Lebensmittel, bevorzugt aus der Region. Für Stübe „ein schönes Beispiel, dass Ökologie und Ökonomie längst keine unüberbrückbaren Gegensätze mehr sind.“ Bei den Mitarbeitern ist

der Nachhaltigkeitsgedanke längst angekommen. „Durch Fingerspitzengefühl in der Raumklimatisierung ist es unserer Haustechnik gelungen, große Energiemengen bei Kühlung und Beheizung der großen Räumlichkeiten im Festspielhaus einzusparen. Ein eigenes Abfallwirtschaftskonzept unterstützt die Bemühungen um Einsparungen bei der Müllentsorgung. Und mittlerweile sind fast 70 Prozent aller betriebenen Hausbeleuchtungseinrichtungen Energiesparlampen bzw. LED-Beleuchtung“, erzählt Stübe.

„Ein Gewinn für alle“
Diese Haltung hat die Juroren des „Meeting Experts Green Award“ überzeugt. Der Preis in der Kategorie Nachhaltiges Veranstaltungs-Zentrum wurde 2013 vom Europäischen Verband der Veranstaltungs-Centren und vom Verein German Convention Bureau erstmals verliehen. „Das Festspielhaus Bregenz beweist sehr eindrucksvoll, dass Erfolge in der Nachhaltigkeit nicht nur mit Kosten, sondern vor allem auch mit einem Gewinn für alle verbunden sind“, lobte die Jury, die permanente, konkrete Verbesserungen in allen drei maßgeblichen Bereichen – Umwelt, Wirtschaftlichkeit und Soziales Engagement – hervorhob. Dazu zählten ebenso das Projekt „Größte Photovoltaik-Anlage der Stadt“, Gesundheits- und Sportangebote für Mitarbeiter sowie die Unterstützung von sozialen und karitativen Initiativen.

Seit drei Jahren kann das Kongresskultur Bregenz selbst „Green Meetings“ zertifizieren. Veranstalter können mit diesem Gütesiegel des Österreichischen Lebensministeriums ihr Umweltbewusstsein beweisen und so mit dem Festspielhaus gemeinsame Sache machen – eine gute Sache.

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