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Ärztezentrum für Bregenz

Bregenz - Bis Ende 2008 soll das geplante Ärztezentrum mit 10 bis 12 Praxiseinheiten und langen Öffnungszeiten im Schöllerareal entstehen.

So schnell ist manchmal die Realität: Während die heimische Ärzteschaft gegen ambulante Versorgungszentren wettert, ist Bregenz schon auf dem besten Weg zu einer ähnlich gelagerten Einrichtung. Auf dem „schoeller2 welten“-Areal soll bis Ende 2008 ein Ärztezentrum mit 10 bis 12 Ordinationseinheiten entstehen. Als Errichter und Betreiber fungiert die Salzburger Firma „Med“, die medizinische Dienstleistungen für den niedergelassenen Bereich anbietet. Im Unterschied zu den vom Bund ursprünglich geplanten Versorgungszentren, die Ärzte angestellt hätten, arbeiten die Mediziner in diesem Zentrum autonom. Potenzielle Interessenten gibt es bereits.

Leidensdruck

Die Entlastung der teuren Spitalsambulanzen hat bei Gesundheitspolitikern derzeit oberste Priorität. Ein Umstand, den sich die Firma Med zunutze machen will. „Unser Konzept berücksichtigt genau das“, sagt Geschäftsführer Artur Hofmann. Tatsache ist auch, dass Einzelpraxen die teuerste Betriebsform im niedergelassenen Bereich sind, einnahmenseitig aber kaum noch etwas zu holen ist. Bislang waren solche Zentren bei Ärzten laut Hofmann jedoch kein Thema. „Jetzt wird der finanzielle Leidensdruck allerdings immer größer“, weiß er und findet Abnehmer für seine Ideen.

Eigentlich wollte der Halleiner das erste Vorhaben dieser Art in Salzburg realisieren. Nach Bregenz ist er durch Zufall und Rhomberg Bau geraten. Die Firma errichtete in Salzburg das neue Gebäude der Gebietskrankenkasse. Auf Nachfrage von Hofmann, was mit dem alten Objekt passiere, kam das Gespräch auf das „schoeller2 welten“-Areal. „Man sagte mir, da wäre noch Platz. Ich habe den Standort angeschaut, als gut empfunden und nun bin ich hier“, lautet die einfache Erklärung.

Das Ärztezentrum wird in dem zwischen Halle und Wohnpark Sandgrubenweg projektierten Bürohaus untergebracht. Knapp 2300 Quadratmeter stehen zur Verfügung. Jede Praxis ist entsprechend der Fachrichtung „bis zur letzten Pinzette“ ausgerüstet. Im Mietpreis inkludiert sind Instandhaltung und Reparaturen sowie ein regelmäßiger Austausch der Geräte. Geplant ist auch, jede Praxiseinheit mit mindestens zwei oder drei Ärzten zu belegen. Dieses Ordinationssharing bringt den Mietern laut Hofmann Einsparungen bis zu 40 Prozent. Denn Kosten für Labor, Operationssaal und Sterilisation fallen nur bei tatsächlicher Nutzung an. Flächen wie Wartezimmer, Toiletten, Anmeldung und Sozialraum werden gemeinschaftlich genutzt. Das Personal für diesen Bereich stellt der Betreiber. Er sorgt auch fürs Marketing.

Das Konzept beinhaltet zudem deutlich verlängerte Ordinationszeiten. So soll das Ärztezentrum während der Wochentage von 7 bis 21 Uhr und an Samstagen von 7 bis 15 Uhr offen halten. „Erweiterungen sind möglich“, stellt Artur Hofmann in Aussicht. Als Gesamtziel steht die Schaffung eines „Dienstleistungszentrums für Medizin“. Was die Ansiedlung relevanter Geschäfte und Berufe wie Sanitätshaus, Orthopädieschuster, Hörgeräteakustiker oder Physiotherapeuten im Umfeld des Ärztezentrums bedingt.

Referenzprojekt

Das Interesse an der Gemeinschaft scheint da. Auf den ersten E-Mail-Rundbrief meldeten sich jedenfalls schon mehr als fünfzig Mediziner. Übrig geblieben ist ein „seriöser Kern“ von 15 bis 20. „Med“ lässt sich das „Referenzprojekt“ rund 3,4 Millionen Euro kosten. Auch Landesstatthalter Markus Wallner ist dem Ansinnen nicht abgeneigt. „Das könnte schon zu einer Entlastung der Bregenzer Spitalsambulanz führen“, glaubt er.

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