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Namaste: 365 Tage im Einsatz für die Nächstenliebe

Auf der Homepage kann man die Hannah Müllers Postkarten-Eindrücke für einen guten Zweck bestellen.
Auf der Homepage kann man die Hannah Müllers Postkarten-Eindrücke für einen guten Zweck bestellen. ©Emir T. Uysal
Feldkircherin ein Jahr lang im Einsatz für Kinder in Indien.
Hannah Müller in Indien (2019-2020)

FELDKIRCH Hannah Müller (21) war ein Jahr lang in Südindien als Volontärin für das Projekt „Navajeevan Bala Bhavan“ im Einsatz. „Die Zeit, die unglaublich lebendig macht!“, erzählt die junge Feldkircherin. Einige dieser schönen Momente wurden verewigt und festgehalten. Auf Postkarten gibt sie einen kleinen Einblick in ihr vergangenes Jahr. Hannah Müller stand der VN-Heimat und VOL.AT für ein Interview bereit und erzählte von ihren Erfahrungen und Eindrücken.

Wie bist du auf dieses Projekt aufmerksam geworden?

Hannah Müller: Ich war auf Suche nach einem anspruchsvollem Hilfsprojekt. Bei „VOLONTARIATbewegt“ eine Initiative von den Salesaniern Don Boscos und Jugend eine Welt, war so, dass man wenig Eigenmittel vor Ort einbringen muss – da vieles von Sponsoren beigesteuert wird.

Wann hat deine Reise gestartet?

Hannah Müller: Im Februar ging meine Reise in Hyderabad los. Dort war ich nur zwei, drei Tage. Der Rest vom Aufenthalt habe ich im Bundesstaat Andhra Pradesh in Vijayawada verbracht.

Wie schwierig war die sprachliche Verständigung?

Hannah Müller: Am Anfang war das „indische Englisch“ nur schwer zu verstehen. Aber ich habe mich rasch daran gewöhnt. Mit der Zeit habe ich auch etwas Telugu gelernt (eine Sprache aus Südindien). Mit den Menschen, die nur Hindi gesprochen haben, hat man eben mit Händen und Füßen kommuniziert. Mit rund 15 Jahren können die meisten relativ gut Englisch. Im Laufe des Jahres lernte ich auch die Gebärdensprache.

Dein Eindruck als Europäerin in Indien?

Hannah Müller: Zunächst positiver Rassismus (lacht). In den verschiedenen Projekten ‚Navajeevans‘ waren aufgeteilt rund zwölf Volontäre aus den verschiedensten Ländern die ihre Zeit den Kindern, Jugendlichen und dem Frauenprojekt widmeten. Am Wochenende kamen wir in unserer Stadtwohnung zusammen. Die gesamte Zeit über wurden wir immer und überall stark positiv berücksichtigt. Was es uns sehr einfach machte, um selbständig für uns zu sorgen. Für mich die erste Reise außerhalb von Europa. Nach einer Woche Angewöhnungszeit – habe ich mich schon sehr wohl gefühlt.

Was war deine Aufgabe vor Ort?

Hannah Müller: Die Aufgaben waren in zwei Projektabschnitte unterteilt. Beim ersten Projekt „Deepa Nivas“ hatte ich mit 70 Buben zwischen vier und 18 Jahren zu tun. Ich habe sie aufgeweckt, bereitgemacht für die Schule. Anschließend miteinander gelernt und gemeinsame „Gametimes“ organisiert. Wir haben gemeinsam gebastelt, Sport gemacht, gegessen und zum Abschluss des Tages, gab es eine Gute Nacht Geschichte.


Welchen Kindern habt ihr geholfen?

Hannah Müller: Es sind Mädchen und Jungs aus extrem schwierigen Verhältnissen. Zum Beispiel Kinder, die Opfer der häuslichen Gewalt sind, ausgesetzte Kinder und in manchen Fällen sogar aus Kinderopferungsritualen.


Kinderopferungen?

Hannah Müller: Ja, es leben leider in gewissen Regionen Menschen, die sich „ärmere Kinder“ aussuchen und sie mit ihrem Guru in brutalen Ritualen opfern. Ich weiß nicht genau warum und wieso aber zum Glück konnten manche Mitarbeiter und Beobachter einige Kinder in letzter Sekunde noch retten. Die allerkleinsten wissen (zum Glück) gar nicht was in diesem Moment gerade los ist. Für diese Kinder wird nun gut in den Projekten gesorgt.


Was waren deine Aufgaben im zweiten Projektabschnitt?

Hannah Müller: Nach rund einem halben Jahr ging es dann weiter zum „Shelter Projekt“. Das ist das Mutterprojekt der Organisation. Kinder, die während der Schulzeit auf der Straße sind, oder ein Kind schlecht behandelt und das gemeldet wird, werden dabei aufgesammelt. Diese werden dann ärztlich versorgt und in Folge auch von uns Mathematik und Englisch unterrichtet. Die Mitarbeiter des „Shelter Projektes“ bemühen sich die zugehörigen Familien zu finden, wenn es für das Kind sicher genug ist, kann es wieder zurück nach Hause gehen. Wenn es kein Zuhause hat oder das soziale Umfeld dort kritisch wäre, wird beraten in welches Projekt das Kind am besten passen würde. Dabei spielen Fragen wie: Ist das Kind bereit eine öffentliche Schule zu besuchen oder nicht? Wie verhält es sich? Diese und noch viel mehr Faktoren, spielen dabei zusammen, um dem Kind das bestmögliche für den Zukunftsweg zu bieten.

Am Nachmittag durfte ich 24 Jungs im Alter von Fünf bis 14 Jahren betreuen. Dort verbrachte ich eine unglaublich schöne Zeit. Gespielt, getanzt und gebastelt, dort war immer was los und wir hatten eine Menge Spaß zusammen.


Ist der Abschied schwergefallen?

Hannah Müller: Ja, ich wollte unbedingt länger bleiben. Aber das Visum hält nur für ein Jahr. Das schlimmste für mich, war der Abschied von den Kindern. Sie sind mir so sehr ans Herz gewachsen.


Ein Fazit von deinem Jahr?

Hannah Müller: Ich durfte lernen, wie man in Stress-Situationen umgeht und vor allem lernen, nichts mehr selbstverständlich zu sehen. Wir müssen uns mehr Gedanken um andere machen und alles was wir haben wertzuschätzen.


Wie geht’s für dich weiter?

Hannah Müller: Ich habe vor demnächst soziale Arbeit an der Fachhochschule in Wien zu studieren. Die Kosten für mein Einsatzjahr in Indien versuche ich weiter mit meinen Postkarten zu erzielen: Habe meine gesamten Eindrücke in meinem Blog und fotografisch festgehalten. Einige fotografische Erinnerungen an meinen Einsatz kann jeder für (mind.) 2 Euro pro Postkarte online bestellen und unterstützt mich und dadurch hoffentlich auch weitere wichtige und sinnvolle Einsätze folgender Volontäre.

Vielen Dank für das Gespräch!

Alle Eindrücke und weitere Infos finden Sie unter:
www.einjahrindienmithannah.home.blog

Postkarten:
Spendenkonto lautend auf JEW DB Aktion Österreich Volontariat: RLB Tirol 600.024.000, BLZ 36.000 IBAN: AT39 3600 0006 0002 4000 BIC: RZTIAT22 Spendenzweck: 6152 Volontariatsprogramm Hannah Müller

Steckbrief:
Hannah Müller
Geboren: 16.11.1998 in Satteins
Wohnhaft in: Feldkirch/Innsbruck
Hobbys: Klavier spielen, interessante Menschen kennenlernen, fotografieren

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