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Mit Vernunft gegen Volksseuchen

Auftakt zu den Mehrerauer Ärztegesprächen mit LR Gögele, Abt Anselm und Vorstandsmitgliedern
Auftakt zu den Mehrerauer Ärztegesprächen mit LR Gögele, Abt Anselm und Vorstandsmitgliedern ©A. J. Kopf
Mehrerauer Ärztegespräche 2012 im Kloster Mehrerau bei großem Interesse gestartet.
Auftakt zu den Mehrerauer Ärztegesprächen

Auf unser Gesundheitssystem kommen große Herausforderungen zu. Sie sind nur zu bewältigen, wenn Bevölkerung und Politik mit medizinischen und pflegenden Spezialisten zusammenarbeiten. Darauf verwies Univ. Prof. Dr. Egon Humpeler zum Auftakt der Mehrerauer Ärztegespräche 2012.

Die Versammlung des Vereins der Förderer des Sanatoriums Mehrerau in der Aula Bernardi im Kloster wurde zügig abgewickelt. Danach standen die „modernen Volksseuchen“ im Mittelpunkt. Chefarzt Dr. Thomas Spiegel vom Sanatorium begrüßte das interessierte Publikum. Gesundheitslandesrat Dr. Rainer Gögele lobte das Gesundheitswesen im Land als vorbildlich. Das liege besonders am Engagement der in diesem Bereich Beschäftigten. Er dankte dem Fördererverein für die Organisation der Ärztegespräche.

Univ. Prof. Dr. Egon Humpeler als geschäftsführender Obmann des Förderervereines erinnerte daran, dass medizinischer Fortschritt die einstigen Seuchen wie Pest, Cholera, Pocken oder Spanische Grippe wirksam zurückgedrängt hätten. Wo es noch Seuchen wie Malaria gibt ist wie damals die Armut ein wesentlich Ursache.

= Hunger und Überfluss
Während eine Milliarde Menschen vom Hungertod bedroht ist, droht eine weitere Milliarde in den reichen Ländern an Fettleibigkeit frühzeitig zu sterben. Moderne Volksseuchen wie Fettleibigkeit, Diabetes usw. sind auf die Tatsache zurückzuführen, dass Kalorienzufuhr und Kalorienabbau durch Bewegung oft in einem krassen Missverhältnis stehen. Einseitige Diäten richten hier oft mehr Schaden als Nutzen an, so Dr. Humpeler.

= Erfolge der Medizin
Eine vernünftige, maßvolle Lebensweise ist laut seiner Erfahrung auch hilfreich gegen das Burnout-Syndrom, das Ausgebranntsein. Sie wirkt gewiss nicht allein gegen Krebserkrankungen, aber maßvoll zu leben trägt dazu bei, manche Angriffe besser zu überstehen. Dazu kommen das umfassende Angebot an Vorsorgeuntersuchungen sowie die Erfolge der Medizin. Univ. Prof. Dr. Humpeler: „Als junger Arzt musste ich oft miterleben, wie Patienten bestimmte Diagnosen gerade 3 Monate überlebt haben. Heute leben viele mit der gleichen Diagnose noch viele Jahre.“ Wer aber zu viel isst, sich kaum bewegt, dazu vielleicht noch raucht, vervielfacht selbst die möglichen Gefahren, die in die Krankheit führen können.

Zu seinem Appell an jede und jeden, sich vernünftig zu ernähren und zu bewegen, kommt aber der Aufruf an die Politik. „Als Arzt bin ich verpflichtet, die Therapie auszuwählen, die nach den aktuellen Erkenntnissen die beste ist für den Patienten. Die Politik muss sich damit befassen, wie viel diese Behandlung kosten darf.“

= Juni: „Wenn die Seele schmerzt“
Zum nächsten Ärztegespräch bei freiem Eintritt lädt der Fördererverein am Dienstag, den 5. Juni 2012, um 19:30 Uhr ein. Dr. Franz Riedl, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, spricht in der Aula Bernardi zum Thema: „Wenn die Seele schmerzt – von Burnout bis Alzheimer“. Im September steht dann das Thema „Wie austauschbar sind unsere Gelenke?“ auf dem Programm. Dazu nimmt Chefarzt Dr. Thomas Spiegel als Facharzt für Orthopädie Stellung.

= Fördererverein

Der Verein der Förderer des Sanatoriums Mehrerau unterstützt seit Jahren die Weiterbildung des Personals im Sanatorium. Er organisiert und finanziert aber auch die Ärztegespräche als einen Beitrag zu mehr Gesundheitsbewusstsein der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger. Informationen: www.sanatorium-mehrerau.at

Zum Präsidium des Vorstandes gehören unter anderem:
Abt Anselm van der Linde, Obmann, Kloster Mehrerau, Bregenz
Univ. Prof. Dr. Egon Humpeler, Geschäftsführender Obmann, Bregenz
Dr. Thomas Spiegel, Chefarzt Sanatorium Mehrerau, Satteins
Friedrich Gehrer, Sekretariat und Kassier, Höchst
Veronika Trauner-Wilhelm, Schriftführerin, Götzis
Bürgermeister Werner Schneider, Höchst

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