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Lärm und Abgase lassen Anrainer der Firma Gasser auf die Barrikaden steigen.

©Hagen
Dornbirn (VN-ha) Auf den Balkon der Familie Flatsch­acher ist das Summen der Ventilatoren unüberhörbar. Und das durchgehend von Montag früh um fünf Uhr bis Samstag Mittag. Dann und wann zieht eine Abgaswolke durch die Nachbarsgärten.

Der Lärm und die unangenehmen Gerüche stammen vom Werksgelände der Textilfirma Gasser in der Kehlerau. Nun steigen Anrainer auf die Barrikaden und fordern, dass die Belästigungen umgehend abgestellt werden. Denn sie fürchten um ihre Gesundheit. Der Konflikt zwischen der Veredelungsfirma und Nachbarn schwelt schon seit Jahren.

Längst wurden auch die Behörden eingeschaltet. Gutachten wurden erstellt, die Firma Gasser wurde aufgefordert, diverse Missstände abzustellen. Nun steht auch noch eine Betriebserweiterung an. Bei Heide und Thomas Flatschacher, Martin Feurstein und anderen Nachbarn läuten die Alarmglocken, weil sie glauben, dass sich die Situation noch verschärfen könnte, „auch weil sich die Firma Gasser schon bisher nicht an die gesetzlichen Vorlagen gehalten hat“. Deshalb ist das Misstrauen groß, Gespräche zwischen der Firmenleitung und den Nachbarn bringen nur noch wenig.

Ärgerlich ist für die betroffenen Anrainer vor allem, dass die Firma um eine Betriebserweiterung angesucht hat, ohne die bekannten Missstände vorher abzustellen. Ob es eine Genehmigung gibt, hängt unter anderem auch von einem amtsärztlichen Gutachten ab. Dieses liegt noch nicht vor. „Wir sind jetzt überzeugt, dass die Bezirkshauptmannschaft erkannt hat, dass die Zustände untragbar sind und die Firma Gasser endlich reagieren muss“, hofft die Familie Flatschacher im Namen von über 100 Anrainern auf eine Lösung, mit der alle leben können.

Sanierungskonzept

Laut Firmenchef Erich Gasser wurden inzwischen Maßnahmen zur Schalldämmung ergriffen, allerdings sei er mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Jetzt gebe es aber ein umfassendes Sanierungskonzept. „Bis Ende dieses Jahres wird alles viel besser“, bittet er die besorgten Anrainer um Geduld und legt auch einen fixen Zeitplan für die Umbauarbeiten vor. Gasser hofft in der Folge auf ein Ende des Dauerkonflikts. Dass die Firma in der Vergangenheit im Zusammenhang mit den Betriebszeiten Fehler gemacht hat, streitet er nicht ab. Die geplante Betriebserweiterung sei für den Weiterbestand der Firma unumgänglich. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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