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Internationale Zeitungen

Die internationale Tageszeitungen streichen am Mittwoch in ihren Kommentaren vor allem das knappe Rennen der US-Präsidentenwahl heraus; die erfreulich hohe Wahlbeteiligung und das Interesse in aller Welt an dem Urnengang hervor.

„The Times“ (London):
„Es hat in der Vergangenheit Gerede darüber gegeben, dass sich die US-Demokratie in einer Krise befinde. Aber Tatsache ist, dass es selten einen Wahlkampf gegeben hat, der so viele Menschen – aus guten oder schlechten Gründen- motiviert hat. Wenn die US-Demokratie im Sterben liegt, wie Kritiker behaupten, dann ist es ihr gelungen, auf dem Todesbett höchst lebendig auszusehen. Es war bewegend, mitzuerleben, wie Präsident George W. Bush und Herausforderer John Kerry, die im Falle ihres Wahlsieg über eine unglaubliche Macht verfügen, den Kontinent bereisten und in den kleinen, relativ bedeutungslosen Staaten, um die Gunst der Wähler warben. Es gibt vieles, was an der amerikanischen Demokratie zu bewundern ist.“

„La Stampa“ (Turin):
„Alles ist anders als bei den Wahlen vor vier Jahren, und dennoch hat die Welt die gleichen Stunden der Unsicherheit rund um die bis zuletzt ausgeglichene Wahl für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten erlebt. Alles ist anders, denn – im Gegensatz zum Jahr 2000 – sind die Amerikaner wählen gegangen, während sie sich in einem Krieg befinden und nachdem sie von einem Terror-Anschlag getroffen wurden. Sie werden dem Stil und der Persönlichkeit desjenigen, der über sie herrscht, immer ähnlicher und sind sich bewusst darüber, dass die Zeit des grenzenlosen Wirtschaftsbooms vorbei ist. Zudem war die Wahlbeteiligung so hoch wie nie, aber gleichzeitig sind die Amerikaner doch genau so zu den Urnen geschritten wie damals: In zwei Hälften geteilt.

„La Repubblica“ (Rom):
„Zehn Millionen mehr an den Wahlurnen, die höchste Zahl seit 40 Jahren. Ein unbekanntes Amerika ist wählen gegangen, das aus dem Halbschatten der Teilnahmslosigkeit getreten ist. Es ist ein Amerika, dessen Identikit noch entdeckt werden muss, ein versunkener Kontinent, der auf die Radar-Schirme der Politik drängt. Dafür hat es mehrerer Traumata bedurft – das Gerangel in Florida im Jahr 2000, Bush, der vom Obersten Gericht ernannt wird, der 11. September, Irak. Und es bedurfte der „Polarisierung“ in der Konfrontation zwischen Rechter und Linker, die oft als Krankheit beschrieben wurde. In Wirklichkeit hat sie einer Nation, die Jahrzehnte lang in die Apathie abgerutscht war, die Lust auf Teilnahme und politischen Kampf wiedergegeben.“

„Kommersant“ (Moskau):
„Der Weltbevölkerung ist es alles andere als egal, wer an der Spitze der Supermacht steht, deren Rolle in der heutigen Welt etwa der Sonne im Sonnensystem entspricht. Nicht nur die USA, die ganze Welt teilt sich in Anhänger von Bush oder Kerry auf. Alle rätseln darüber, wie sich das Leben auf der Welt verändern wird, wenn der Kandidat der Demokraten gewinnt. Oder wenn der republikanische Präsident für eine zweite Amtszeit bleibt. Zur Beruhigung: Schon zu Sowjetzeiten wurde uns beigebracht, dass sich die Präsidentschaftskandidaten in den USA kaum voneinander unterscheiden.“

„La Tribune“ (Paris):
„Schlecht gezählte Wahlzettel, unrechtmäßige Einschreibungen in die Wahllisten, Wähler ohne Wahlunterlagen, versuchter politischer Druck bis vor die Wahlkabinen, Beobachter, denen der Zugang zu Wahllokalen verweigert wurde, zahlreiche Anfechtungen – von der Unparteilichkeit der Wahlhelfer über das Funktionieren der Wahlinstrumente bis zur Interpretation der abgegebenen Stimmen. (…) Alles Vorwürfe, die vor einigen Wochen anlässlich der Präsidentschaftswahl in Afghanistan erhoben wurden! Und alles Vorwürfe, die man auch gegen die Wahlen in den USA erheben kann. Mit noch dazu dieser Besonderheit, dass man Präsident der USA werden kann, ohne die Mehrheit der Stimmen des Volkes bekommen zu haben, wie sich vor vier Jahren gezeigt hatte.“

„Le Figaro“ (Paris):
„Dass mehr Amerikaner als gewöhnlich gewählt haben, ist eine gute Nachricht für die Demokratie im allgemeinen und die der USA im besonderen: Die langen Schlangen vor den Wahllokalen machten die Mobilisierung deutlich und das Interesse an einer Wahl, die angeblich historisch ist. Dass ein so wichtiges Duell von einigen Zehntausend von 156 Millionen Bürgern entschieden werden kann, schockiert nur jene, die wenig geneigt sind, das Wort dem Volk zu geben. Dass ein Mann wie John F. Kerry, der vor einem Jahn noch ein Unbekannter war, mit dem, wenn auch geschwächten, bisherigen Präsidenten George W. Bush rivalisieren konnte, zeugt weniger von der Unentschlossenheit der USA, denn von ihrer Fähigkeit, Führer hervorzubringen.“

„Les DerniEres Nouvelles d’Alsace“ (Straßburg):
„Nur selten nimmt man soviel Anteil an einer Wahl, die nicht das eigene Land betrifft. Gestern hätten viele Menschen (…) auf allen fünf Kontinenten bei der Wahl des amerikanischen Präsidenten nur zu gern ein Wörtchen mitzureden gehabt. Der Einfluss der USA auf den Lauf der Welt ist enorm. Die im Weißen Haus getroffenen Entscheidungen können individuelle und nationale Geschicke ins Wanken bringen. Sie betreffen uns, beziehen uns ein, auch wider Willen, auch mit dem Gefühl, als Geisel genommen worden zu sein.“

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