Horror-Telefonrechnungen: Landeskriminalamt ermittelt

Bregenz, Feldkirch - Die Horror-Telefonrechnungen, welche die AK Vorarlberg zuletzt an die Öffentlichkeit brachte, schlagen weiter hohe Wellen: Nachdem AK-Präsident Hubert Hämmerle bereits vergangene Woche angekündigt hat, die AK werde gegen mehrere Netzbetreiber Strafanzeige wegen Sachwucher einbringen, ermittelt jetzt auch das Landeskriminalamt Vorarlberg "von Amts wegen" in dieser Sache.
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Zwar haben einzelne Netzbetreiber ihre horrenden Forderungen aufgrund der medialen Berichterstattung mittlerweile zurückgezogen, die Sache ist damit für die AK Vorarlberg aber längst nicht erledigt. “Wir wollen eine Lösung für alle Handynutzer, nicht nur für ein paar spektakuläre Einzelfälle”, sagt dazu AK-Präsident Hubert Hämmerle, der ja schon vor einigen Tagen verlauten ließ, dass man rechtliche Schritte gegen die Horrorrechnungen einleiten werde. Die Strafanzeige wegen Sachwuchers gegen A1 Telekom und tele.ring/T-Mobile ist mittlerweile ausgearbeitet und wird am Mittwoch bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch eingebracht. Weitere Sachverhaltsdarstellungen zu Fällen des Netzbetreibers “Orange” werden in den nächsten Tagen nachgereicht.

Horror-Telefonrechnungen – Folgende Fälle werden zur Anzeige gebracht:

• Wilhelm Mathies, Stuben, Netzbetreiber A1 Telekom Austria AG

Herrn Mathies wurden im Februar 24.972,54 Euro vorgeschrieben, wovon 24.870 Euro auf „Datenvolumen GPRS/UMTS“ entfallen. Insgesamt soll Mathies 7,58 Gigabyte Daten verbraucht haben. Zum Vergleich: Beim Breitband-Internetzugang von A1 (19 Euro für 19 GB pro Monat) werden pro Megabyte Kosten in der Höhe von 0,001 Euro verrechnet. Herrn Mathies wurde für ein und dieselbe Leistung (zumindest) das 3.200-fache verrechnet.

• Sandra Reiner, Hard, Netzbetreiber A1 Telekom Austria AG

Frau Reiner erhielt im März für den Verbrauch von 903,47 MB Daten eine Rechnung von 2.923,01 Euro. Auch sie sollte das 3.200-fache des A1-Breitbandtarifs zahlen.

• Patrick S., Netzbetreiber tele.ring/T-Mobile

Herr S. überzog sein Datenvolumen von 1 GB um 1.116,64 MB und bekam dafür 1786,50 Euro in Rechnung gestellt. Tele.ring bietet einen Internet-Tarif an, bei dem 9 GB Datenvolumen 9 Euro kosten. Im Vergleich zum Internet-Tarif wurde Herrn S. für die gleiche Dienstleistung das 1.600-fache verrechnet.

• Murat K., Dornbirn, Netzbetreiber Orange Austria

Herr K. verfügt über einen „Hallo Europa 0 Young“-Tarif mit einem Datenguthaben von 2 GB. Murat K. soll zwischen dem 7. und dem 24. Jänner 2011 einen Datentransfer von 8,5 GB verursacht haben und dafür 9.846,17 Euro zahlen. Für die ersten zwei GB zahlt Herr K. in seinem Tarif 10 Euro. Jedes weitere GB kostet ihn das 1500-fache des günstigsten Datentarifs von Orange (15 Euro für 15 GB).

Auch Landeskriminalamt ermittelt

“Inzwischen haben wir quasi auch Unterstützung von staatlicher Seite erhalten”, freut sich der AK Präsident, “denn das Landeskriminalamt ermittelt jetzt auch von Amts wegen in dieser Sache.” AK-Konsumentenberater Mag. Paul Rusching wurde bereits als Zeuge geladen. Gegenstand der Vernehmung: Rechnung der A1 an Wilhelm Mathies sowie weitere Fälle der AK Vorarlberg zum Thema Forderungen aus Überdatenmengen.

Abwartend optimistisch zeigt sich Hämmerle über die Ankündigung von Infrastrukturministerin Doris Bures, es würden entsprechende Schutzmaßnahmen für Konsumenten wie z. B. eine Verbindungssperre nach verbrauchten Datenguthaben, in der Novelle zum Telekommunikationsgesetz vorgesehen: “Die von Ministerin Bures versprochenen Änderungen hören sich ganz gut an, aber wir sehen uns erst einmal genau an, was tatsächlich in der Novelle steht und wie das Gesetz dann schlussendlich im Nationalrat beschlossen wird.” (AK Vorarlberg; Redaktion)

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