Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Gericht will schnell entscheiden

Feldkirch - „Emil hat den Wirbel um seine Person gut verdaut.“ Aus den Worten von Primar Peter Schwärzler spricht Freude und Zufriedenheit. Freude darüber, dass der noch ungeborene Bub laut gestriger Untersuchung stabil ist und der ursprüngliche Geburtstermin Ende Juli voraussichtlich gehalten werden kann.

Und Zufriedenheit darüber, dass seine Bitte, dem körperlich behinderten Kind bei der Wahrung seiner Menschenwürde zu helfen, überall auf fruchtbaren Boden fiel. Auch das Bezirksgericht Bregenz hat eine rasche Bearbeitung des Antrages auf Beistellung eines Kurators für Emil zugesichert. Erst dann kann die geplante Feststellungsklage eingereicht werden.

Tabu bricht auf

Das Schicksal von Emil, der mit einem offenen Rücken zur Welt kommen wird, hat einiges auf den Weg gebracht. „In den letzten Tagen haben sich zahlreiche betroffene Eltern bei mir gemeldet und um Auskunft und Hilfestellung gebeten“, erzählt Peter Schwärzler. Der daraus folgert, dass das immer noch vorhandene Tabu langsam aufbricht. „Über eine Diagnose wie die einer Behinderung bei Kindern redet man nicht gerne“, sagt der Gynäkologe. Doch nun sei auch in dieser Richtung etwas in Bewegung gekommen. „Eine gewünschte Reaktion“, wie er sagt. Zudem weiß er die namhaftesten Ultraschallexperten Österreichs hinter sich. Wie wichtig der Schritt zum Gericht war, zeigt sich laut Schwärzler auch daran, dass die Urteile von Salzburg und Klagenfurt bei der Bevölkerung in diesen Regionen noch nicht verarbeitet sind. „Sie sitzen nach wie vor tief“, weiß er aus vielen Meldungen von dort.

Politische Zustimmung

Aber nicht nur er als behandelnder Arzt und die Eltern, Sabine und Andreas Karg, erhielten für ihr Ansinnen, das Gericht zwecks Gesetzesänderung anzurufen, breite Zustimmung. Auch die politischen Parteien zeigen sich in der Forderung nach Stärkung der Menschenwürde für ungeborene Kinder mit Behinderung durchwegs solidarisch. Ein von ÖVP-Sozialsprecherin Gaby Nussbaumer eingebrachter Initiativantrag an den Landtag, beim Bund diesbezüglich zu intervenieren, wird von allen Fraktionen unterstützt. Auch wenn sich die Freiheitlichen erst heute definitiv entscheiden, rechnet Nussbaumer mit Zustimmung. Die Grünen signalisierten von Anfang an Bereitschaft, den Antrag mitzutragen. Von der SPÖ kam gestern nach einem Gespräch zwischen Gaby Nussbaumer und Elke Sader das erwartete Signal. Als „ein beachtliches Zeichen“ wertet auch Generalvikar Dr. Benno Elbs die Aktion der Familie Karg aus Lochau. Und Ideengeber Peter Schwärzler sagt offen: „Das Kalkül, eine gesellschaftspolitische Debatte zu diesem schwierigen Thema zu initiieren, ist aufgegangen.“ Sabine und Andreas Karg wollen mit einer Feststellungsklage gegen die Republik erreichen, dass ungeborene Kinder mit Behinderung nicht zum Schadensfall erklärt werden, wenn Eltern nach ihrer Geburt um Unterhalt prozessieren.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Feldkirch
  • Gericht will schnell entscheiden
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen