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Ein Plädoyer gegen Gewalt und Rassismus

Besucher und Mitarbeiter vor der Filmvorführung "Freedom Writers" im Jugendzentrum Vismut.
Besucher und Mitarbeiter vor der Filmvorführung "Freedom Writers" im Jugendzentrum Vismut. ©Edith Rhomberg
Zu den Toleranztagen bot die Offene Jugendarbeit extra Programmpunkte an.

Dornbirn. Das US-amerikanische Filmdrama „Freedom Writers“ geht an die Nieren. Wegen ihrer Hautfarbe und Herkunft in Kalifornien ausgegrenzte Jugendliche kämpfen täglich ums nackte Überleben. Eine Lehrerin versucht, ihnen Mut zu machen, Menschenwürde zu geben und zeigt auf, dass sie nicht die einzigen Opfer von Gewalt und Rassismus sind. Sie ermutigt ihre Schüler außerdem, ihre persönliche Geschichte aufzuschreiben und sich nicht selbst schuldig zu fühlen für die missliche Lage, in der sie sich befinden.

Der Film wurde anlässlich der Toleranztage vom 4. bis 7. Mai im Jugendzentrum Vismut gezeigt. Sozialpädagogin Nina Humpeler wies bereits im Vorfeld darauf hin, dass das Haus der Offenen Jugendarbeit Dornbirn schon vom Namen her die „Vision Menschenwürde und Toleranz“ zum Inhalt hat. Dementsprechend wird dem jährlich am 5. Mai wiederkehrenden Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus nicht nur Platz eingeräumt, sondern auch besondere Programmpunkte gewidmet.

Vorurteile abbauen

„Gewalt in Kriegsgebieten haben einige von uns erlebt“, weiß Sebastian Mischitz, Leiter des Projekts welcome.zu.flucht. Wie wir an die jungen Menschen rankommen und sie erreichen? Dazu erzählt er: „Sehr gute Erfahrung machen wir mit unseren sogenannten Tandems. Das heißt, dass ein Mitarbeiter mit und einer ohne Fluchterfahrung gemeinsam im Einsatz sind und mit Minderjährigen und Jugendlichen sprechen. So gelingt es, Ängste und Vorurteile abzubauen und gemeinsame Aktionen zu planen”.

Murtada Alhusseini ist stolz darauf, der erste irakische Jugendarbeiter Österreichs zu sein. „Die jungen Menschen mit Fluchterfahrung vertrauen mir und sehen in mir ein gewisses Vorbild“, sagt er. Er ist Vermittler zwischen den Kulturen und kann Menschen aus anderen Ländern erklären, wie die Regeln in Österreich funktionieren.

„Gewaltszenen wie im Film kommen bei uns natürlich nicht vor“, betont Nina Humpeler. „Wir thematisieren aber bewusst, zu welchen Problemen unreflektiertes Verhalten führen könnte“, ergänzt sie.

Ein toller Programmpunkt war außerdem der zweiteilige Gewürz- und Tee-Workshop, der unter dem Motto „Tolerier‘ Pflanz‘ und Tier“ auf der kleinen OJAD-Farm von Thomas Kaiser und Katrin Kaiser stattfand. Nach einer kurzen Kräuterkunde zauberten die jugendlichen Teilnehmer Gewürzmischungen und mixten ihren eigenen „Blütenzauber-Tee“. „Hier wurden wirklich alle Sinne angesprochen, denn auch die Tiere im Stall konnten gefüttert und gestreichelt werden“, erzählt Nina Humpeler.

Weitere Informationen unter: ojad.at

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