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Die Schätze der Sticker

Oliver Heinzle: "Es gibt noch viel zu tun!"
Oliver Heinzle: "Es gibt noch viel zu tun!" ©Pezold
Der Stickereiverband hinterließ umfangreiches Material, das in den Depoträumen der Galerie Hollenstein lagert.
Die Schätze der Sticker

Lustenau. Bei einer Führung am Freitagnachmittag gab Oliver Heinzle seinen Gästen Einblicke in die außergewöhnliche Sammlung, die von den glorreichen Stickerzeiten erzählt. Dicke Musterbücher lagern in Räumlichkeiten, die ehemals vom Stickereiverband genutzt wurden. Oliver Heinzle arbeitet seit zehn Jahren für das Archiv der Marktgemeinde und leitete fünf Jahre lang die Galerie. Er kennt sich aus in der Welt der Kunst und auch in der spannenden Geschichte der Gemeinde. „Die Stickerei ist ein wichtiges Thema in Lustenau.“ In alle Räume konnten die Besucher der Führung Einblick nehmen, bestaunten Musterbücher, kunstvolle Stickereien und Fotomaterial.

Das Ziel ist ein Stickereimuseum

Der Verein SMAK (Stickerei-Museum-Archiv-Kommunikation) kümmert sich um die Sortierung und Katalogisierung des umfangreichen Erbes der Sticker. Eine große Stickmaschine und diverse Vitrinen wurden bereits in die Hofsteigstraße ausgelagert, der Rest wartet in den Depoträumen der Galerie auf seine fachgerechte Aufarbeitung. Früher, so Oliver Heinzle, war die Galerie Hollenstein viel kleiner. Die Büros und Sitzungsräume der Stickerbosse waren bestückt mit wuchtigen Lederfauteuils. Das Stickereizentrum wurde 1971 eröffnet, nachdem Stephanie Hollensteins Schwestern der Gemeinde den Grund geschenkt hatten, um das Zentrum zu bauen. Voraussetzung dafür war, die Bilder der Lustenauer Künstlerin zu bewahren. Doch die Galerie platzt aus allen Nähten und die Stickerei-Exponate verlangen nach eigenem Ruhm und wollen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht sein. Rund 300 kunstvoll bestickte Kleider, entworfen von namhaften Designern, warten – fachgerecht verpackt darauf – ihre glanzvolle Geschichte zu erzählen.

Viel Arbeit wartet auf die Hüter der Schätze

„Vom Land werden im Sommer Studenten geschickt, die uns bei der Arbeit unterstützen“, erklärte Oliver Heinzle seinen Gästen. Es muss fotografiert, konserviert und digitalisiert werden. In unzähligen Schachteln sind Muster verwahrt (z.B. vom Marokkoexport 1928 – 1938), es gibt Aufzeichnungen aus den Kriegsjahren 1943 – 1945, Unterlagen von der Dornbirner Exportmesse 1953 uvm. In akribischer Kleinarbeit wird die Sammlung bearbeitet werden müssen und Experten werden sich der richtigen Lagerung und Bestimmung der Muster annehmen. Schritt für Schritt wird man in Richtung Hofsteigstraße und damit in die Realisierung eines Stickereimuseums gehen. Schätze wollen nicht nur gehütet, sie wollen auch bewundert werden.

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