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„Die Kirche bleibt im Dorf“

Pfarrer Marius Ciobanu, Pfarrer Placide Ponzo, Pfarrer Pio Reinprecht, Pfarrer Cristinel Dobos, Projektleiter Michael Willam
Pfarrer Marius Ciobanu, Pfarrer Placide Ponzo, Pfarrer Pio Reinprecht, Pfarrer Cristinel Dobos, Projektleiter Michael Willam ©Christof Egle
Vorderland bastelt an gemeinsamem Pfarrverband.
Infoabend Pfarrverband Vorderland Bildungshaus Batschuns

Vorderland. Die katholische Kirche ist wie der Rest der Gesellschaft einem Wandel unterworfen. Immer weniger Gläubige besuchen regelmäßig die Gottesdienste, und auch die Zahl der Priester nimmt stetig ab. Von den aktuell im Land ihren Dienst versehenden Seelsorgern sind bereits ein Drittel aus dem Ausland, vorwiegend aus Rumänien und Indien. Die Zeiten, als jedes Dorf oder jede Pfarre über einen eigenen Priester verfügt, sind bereits Vergangenheit. So zeigen Prognosen der Diözese, dass es bereits in zehn Jahren nur noch 60 Geistliche in Vorarlberg geben wird. So entstand kürzlich erstmalig die Situation, dass eine ausgeschriebene Stelle nicht besetzt werden konnte.

Im Vorderland wird nun auf diese Umstände reagiert. Man beabsichtigt aus derzeit zehn Pfarren einen einzigen Pfarrverband zu schmieden, der dann von vier Priestern kollegial betreut werden soll. Als Vorbild hat man sich dabei unter anderem das St. Galler Modell angeschaut. Jenseits des Rheins sind Pfarrverbände mit 8-15 Pfarren gang und gäbe.

Vor einem Jahr haben sich die vier bereits in Amt und Würden befindlichen jungen Seelsorger zusammen mit Projektkoordinator Michael Willam von der Diözese zusammengefunden und ihre Planungen begonnen. Das beginnt bei durchwegs profanen Dingen, wie einer gemeinsamen EDV, Telefonvernetzungen oder gegenseitiger Kalendereinsicht. Wichtig ist für Willam vor allem eins: „Die Kirche muss im Dorf bleiben und die Seelsorge im Vordergrund stehen“. Die Identifikation mit dem jeweiligen Pfarrer soll nicht verloren gehen, seine Arbeit aber von Laien als Gemeindeleiter unterstützt werden. Groß ist da die Hoffnung auf PastoralassistentInnen, von denen man im Vorderland noch über gar keine verfügt. Ängste, die bei den Menschen durchaus vorhanden sind, will Willam schon im Vorfeld ausräumen. Die bestehenden Personen würden sich nicht ändern, es gehe um interne Zusammenarbeit und um drei Säulen des Projekts: Eine stärkere Vernetzung zum einen, intensive Teamarbeit zum anderen und schließlich mehr Strukturen zur besseren Koordination untereinander. Damit sollen vor allem die Priester von unnötigen Organisationsaufgaben befreit werden. „Klar sein muss: Wer eine Begleitung, etwa in einem Sterbefall benötigt, der soll diese auch in Zukunft so schnell wie möglich durch einen Geistlichen oder durch eine/n PastoralassistentIn erfahren“, wie Willam feststellt. Neu eingeführt wird ein Pfarrverbands Koordinator, alle weiteren Ebenen wie Pfarrgemeinderäte, Pfarrkirchenräte oder Sekretariate bleiben erhalten.

Bis Pfingsten soll das Grundkonzept für das Projekt Pfarrverband Vorderland fertig sein, im Herbst möchte man mit einer schrittweisen Umsetzung starten, wobei auch für Willam eines klar ist: „Wir verfügen nicht über die einzige alleinige Wahrheit, die nächsten Jahre werden die konkrete Schritte mit sich bringen.“ Dass das Interesse von den Schäfchen groß ist, zeigte sich kürzlich bei einem Infoabend im Bildungshaus Batschuns. Neben zahlreichen Gläubigen interessierten sich auch fast alle verantwortlichen Bürgermeister für die Ausführungen von Willam, der Priester und dem extra angereisten Bischof Benno Elbs.

CEG

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