Den Idealismus für die Alpen vom Vater übernommen

Franz Wohlgenannt auf Alpe „Valors“, wo seine Kühe den Sommer verbringen.
Franz Wohlgenannt auf Alpe „Valors“, wo seine Kühe den Sommer verbringen. ©Edith Hämmerle
Die Alpwirtschaft liegt Franz Wohlgenannt am Herzen. Außerdem ist er Züchter aus Leidenschaft.
Franz Wohlgenannt

Dornbirn. Er ist bereits seit sieben Jahren im Ruhestand. Doch ruhig ist sein Leben ganz und gar nicht. Franz Wohlgenannt, im Hatlerdorf besser bekannt unter Wagners Franz, ist in seinem 67. Lebensjahr noch sehr agil und freut sich über beste Gesundheit. „Wohrschindle bin i durch’s Schaffa g’sund und g’lenkig bliebo“, gibt er vorab sein Erfolgsrezept preis und auch woher der Hausname „Wagners“ stammt. „Ganz einfach“, lacht er, „mein Vater hat eine Wagnerei betrieben und so waren wir ,Wagners‘ im Hatlerdorf und sind es bis heute geblieben“. Das handwerkliche Geschick des Vaters sei ihm anscheinend in die Wiege gelegt worden, meint er mit einem Augenzwinkern. Seine Berufswahl ging daher in die handwerkliche Richtung. Noch vieles andere habe er von seinem Vater „abgeschaut“, damals, als er ihn im Bubenalter auf die Alpen mitgenommen hat. „Vor allem den Idealismus für die Alpwirtschaft“, bemerkt er nebenbei und holt einen dicken Bildband über die „Entwicklung der Alpwirtschaft am Dornbirner First“ aus dem Regal. Darin sei alles über die Schönheit und Artenvielfalt der Alpen, direkt vor unserer Haustüre, dokumentiert. In regelmäßigen Abständen geht der rüstige Hatler hinauf. Im Jahr 2000 war es öfters. Gerne erinnert er sich an den Neubau des Alpgebäudes auf „Oberbruderthan“, wobei er kräftig Hand anlegte. Ein Jahr später half er ebenso bei der Montage des neuen Gipfelkreuzes mit. Unvergessen bleibe das Fest der Einweihung der Alphütte, erzählt Wohlgenannt über eindrückliche Erlebnisse am Berg. Die Mitorganisation der Schwendarbeiten, das heißt: die Weiden von Gebüsch und Steinen freizuhalten, liegt in seiner Obhut. Es betrifft die vier Alpen „Ober- und Unterbruderthan“, „Oswald“ und „Rechen“, die er wie seine eigene Westentasche kennt. Doch viel früher sei dort oben, zwischen First und Mellental, die Liebe zur Landwirtschaft und zu den Tieren erwacht, begründet der 66-Jährige die Fortsetzung der Familientradition als Hobby-Landwirt auf dem Hof seines Vaters. „Mit zwei Kälbern habe ich begonnen“, erzählt er weiter von bescheidenen Anfängen. Die Erweiterung mit Schweinen und Kleinvieh folgte nach.

Züchter aus Leidenschaft

Neben der Alpwirtschaft ist die Zucht und Haltung verschiedener Rassen von Kleintieren seine große Leidenschaft, die ihn bis heute nicht losgelassen hat. Mit „Weißen Wienern“ hat er vor über 50 Jahren die Kaninchenzucht begonnen. Aber besonders stolz ist er auf die „Braunen Marder-Kaninchen“, eine schwer zu züchtende Rasse. Damit war Franz Wohlgenannt jahrzehntelang österreichweit der einzige, dem die Züchtung dieser Prachtexemplare gelang. Es blieb nicht nur bei den Kaninchen, er züchtete auch Rassehühner, wie „Amrock“ und bei den Enten die „Streicherente“. Dass er beim Dornbirner Kleintierzuchtverein und auch beim Landesverband bereits über 50 Jahre dabei ist, davon 15 Jahre als Obmann, zeugt für seine Ausdauer. „Unsere beiden Buben haben sich fürs Züchten interessiert, so habe ich sie miteinbezogen“, erwähnt er deren Mithilfe im Bubenalter. Der Erfolg blieb nicht aus. Nach zahlreichen Landes- und Bundesmeistertitel in der Zucht holte sich die Familie Wohlgenannt den Europameistertitel bei der Europaschau in Wels.

Arbeit ist Freude

So wird es im Leben von Wagners Franz nie langweilig. Täglich gibt es im Stall, wie auch rund um Haus und Hof, viel zu tun. Das Fitnesscenter braucht er jedenfalls nicht. Durch seinen Beruf als Installateur kam er zum Dornbirner Wasserwerk, wo er 25 Jahre als Monteur tätig war. Beruflich drehte sich so gut wie alles um‘s Wasser. So legt der zweifache Familienvater nach wie vor ein wachsames Auge auf die historischen Brunnen, von der Quelle bis zum Standort an der Achmühle. Die Brunnen wurden Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut und dienten damals als wichtiges Wasserreservoir für die umliegenden Häuser und als Viehtränke für Nutztiere. So ist sein Leben auch in der Pension sehr abwechslungsreich, „und ich werde dazu schauen, dass der Faden nicht zu schnell abreißt“, meint er und schmunzelt dabei zufrieden.

Zur Person

Franz Wohlgenannt
Geb.: 16. 8. 1951
Wohnort: Dornbirn Hatlerdorf
Familie: verh. mit Ingrid, 2 Buben, 3 Enkel
Früherer Beruf: Installateur, davon 25 Jahre Monteur im Wasserwerk Dornbirn, jetzt Pensionist und Hobby-Landwirt
Weitere Hobbys: Berge und Alpen, Kleintierzucht
Motto: „Mit Schaffa g’sund bliebo“

 

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