AA

150 Mill. Euro Schäden an Infrastruktur

Das Ausmaß der schweren Schäden an Österreichs Infrastruktur nach dem Hochwasser wird deutlich. Bestands-aufnahmen haben Schäden von über 150 Mill. Euro ergeben.

Erste Bestandsaufnahmen bei Bahn, Autobahnen, Landesstraßen und Telekom haben bereits Schäden von mehr als 150 Mill. Euro ergeben. Dazu kommen noch nicht abschätzbare Schäden in der Gemeindeinfrastruktur. Der Bund hat die Infrastrukturmittel im Katastrophenfonds um 250 Mill. Euro aufgestockt. Auch die schweren Schäden an der Bahn – allein 50 Mill. Euro – sollen nach einem heutigen Beschluss des Ministerrats aus dem Fonds gedeckt werden.

Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums ging am Montag davon aus, „dass die bereitgestellten Mittel sicher aufgebraucht werden“. Die Länder sind gemäß Vereinbarung verpflichtet, die Mittel aus dem Katastrophenfonds zu verdoppeln. Dort überlegt man nun die Aufnahme von zusätzlichen Krediten und die Umschichtung von weiteren Mitteln – geplante Bauvorhaben sollen nach hinten verschoben werden. Am Montag sind in Wien die Landeshauptleute zu einer Länderkonferenz zusammengekommen, um Details zu besprechen.

Am schwersten betroffen war nach ersten Angaben das Land Oberösterreich. In der dortigen Landeshauptmannschaft (LH) schätzt man die Schäden auf den ehemaligen Bundesstraßen und Landesstraßen auf rund 60 Mill. Euro. In Niederösterreich liegen die Schäden am Landesstraßennetz nach derzeitigen Schätzungen der LH bei 23 Mill. Euro, in Salzburg bei 1,5 Mill. Euro. In allen Bundesländern geht man jedoch davon aus, dass sich die Schadenssumme in den nächsten Wochen und Monaten mit dem weiteren Rückgang des Wassers noch erhöhen werde.

Massive Schäden gibt es auch auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen, die schwersten an der A1, der Westautobahn. Im Raum Linz ist es zu einer Hangrutschung gekommen, der Schaden beträgt rund 3 Mill. Euro. Betroffen ist auch die S5, die Kremser Schnellstraße. Dort wurde die halbe Fahrbahn weggeschwemmt und ein 15 Meter langes Teilstück aus dem Straßendamm gesprengt, damit das Wasser ablaufen konnte. Schäden gibt es darüber hinaus auf der A8 zwischen Linz und Passau, auf der A7 (Linzer Stadtautobahn), auf der A10 (Tauernautobahn), auf der A23 (Donauufer-Autobahn) und auf der A4 (Ostautobahn).

Noch schwerer getroffen hat das Hochwasser aber die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Dort schätzt man das Ausmaß der Schäden mittlerweile auf 50 Mill. Euro. Das Bahnnetz war in der vergangenen Woche zeitweise an 50 Stellen unterbrochen. Mittlerweile ist die Bahn noch an 13 Stellen blockiert. 80 Kilometer Schiene standen unter Wasser. Betroffen waren das Kamptal, das Ennstal, die Phyrnbahn, die Summerauer-Bahn, die Franz-Josefs-Bahn und die Pressburger-Bahn. Auf allen Strecken werden nun Brücken und Bodenmechanik überprüft, weitere Schäden sind nicht ausgeschlossen.

Bis Ende August soll der Großteil der Schäden beseitigt sein. Die am schwersten betroffene Strecke, die Kamptalbahn, die nahezu komplett zerstört war, wird allerdings erst Mitte September – und da nur zum Teil – wieder hergestellt sein. „Nach derzeitigem Stand werden die Strecken so, wie sie waren, wieder saniert werden“, betonte ÖBB-Sprecher Andreas Rinofner. Teilweise sind außerdem auch neue Hochwasserschutzanlagen geplant.

Erhebungen über die Gesamtschäden im Laufen sind auch bei der Telekom. Auch ihre Netze sind vom Hochwasser schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine erste Schadensabschätzung bei der Telekom Austria (TA) gibt es noch nicht. Die Schäden an den Vermittlungsstellen sind bereits behoben, „auf Grund des Ausfalls einzelner Ortskabel sind aber noch immer einige Tausend Teilnehmer ohne Telefon“, so TA-Sprecher Martin Bredl.

Bei den Mobilfunkern Mobilkom, T-Mobile (vormals max.mobil), One und tele.ring rechnet man mit Schäden im Ausmaß von jeweils mehreren Mill. Euro. Dort sind die Netzausfälle – teilweise durch provisorische Lösungen – mittlerweile großteils behoben.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Hochwasser
  • 150 Mill. Euro Schäden an Infrastruktur
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.