Akt.:

Offene Kritik chinesischer Medien an Verurteilung von Dissidenten

Symbolbild. Symbolbild. - © EPA
In ungewöhnlicher Offenheit haben staatlich kontrollierte Zeitungen in China die Verurteilung eines Regierungsgegners kritisiert. Der 25-jährige Ren Jianyu war zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt worden, weil er in Internet-Botschaften ein Ende der “Diktatur” der kommunistischen Partei gefordert hatte.

Korrektur melden

Zu den kritischen Medien gehört die einflussreiche Boulevardzeitung “Global Times”, die dem offiziellen KP-Organ “Renmin Ribao” gehört. Auch in den “Beijing News” wurde Kritik laut. “Es ist besorgniserregend, dass auch im modernen China noch Menschen wegen der Äußerung kritischer Gedanken bestraft werden”, hieß es in einem Kommentar der “Global Times” in der vergangenen Woche. “Das ist veraltet und widerspricht der heutigen Redefreiheit und der Rechtsstaatlichkeit.”

Ren Jianyu fordert Demokratie

Ren hatte nach einem schweren Zugunglück im vergangenen Jahr seinem Anwalt zufolge Fotos von Präsident Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao ins Internet gestellt. Die Bilder versah er mit Kommentaren wie: “Nieder mit der chinesischen kommunistischen Partei” und “Lang lebe Freiheit und Demokratie.”

Abbau sozialer Spannungen

Medienexperten sehen in der Zeitungskritik Anzeichen dafür, dass die Regierung in Peking mehr Meinungsfreiheit zulassen könnte. Damit solle ein Beitrag zum Abbau der im Land herrschenden sozialen Spannungen geleistet werden. “Jemand ganz oben will solche Berichte”, sagte der Shanghaier Journalismus-Professor Doug Young. Im kommenden Monat wird auf dem Parteitag ein neuer KP-Chef bestimmt.

Proteste gegen Polizei

Am Mittwoch gingen in der südwestlichen Stadt Luzhou tausende Menschen auf die Straßen, um gegen den Tod eines Lastwagenfahrers zu protestieren. Sie warfen der Polizei vor, den Mann nach einem Streit zu Tode geprügelt zu haben. In staatlichen Medien hieß es dagegen, der Fahrer sei an einer Krankheit gestorben. Bei den Protesten seien Polizeifahrzeuge in Brand gesetzt und 20 Personen festgenommen worden.

Studie: Proteste nehmen zu

In China mehren sich die in die Öffentlichkeit getragenen Proteste. Nach einer 2011 an der nordchinesischen Universität Nankai veröffentlichten Studie kam es 2009 im ganzen Land zu 90.000 Protestaktionen gegen Entscheidungen der Behörden. Dabei ging es um Landnahmen, Korruption, Machtmissbrauch und wirtschaftliches Nöte.

(APA)

Werbung


Kommentare 0

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

 
noch 1000 Zeichen
 
Verkehr in Vorarlberg

Mehr auf vol.at
Nationalrat wählt Bures zur Präsidentin
Doris Bures (SPÖ) wird am Dienstag zur neuen Nationalratspräsidentin gewählt. Die bisherige Infrastrukturministerin [...] mehr »
Obama reist nach Estland und zum NATO-Gipfel
Exakt drei Monate nach seinem Besuch in Polen reist US-Präsident Barack Obama wegen der Ukraine-Krise am Dienstag [...] mehr »
Strache: Niemand braucht vor mir Angst haben
Mit dem Hinweis, dass "niemand vor mir Angst haben braucht" eröffnete FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache am Montag das [...] mehr »
200 Boko-Haram-Kämpfer überfielen Stadt in Nigeria
Rund 200 schwer bewaffnete Kämpfer der radikal-islamischen Sekte Boko Haram haben Medienberichten zufolge eine der [...] mehr »
UNO fordern Verfolgung von IS-Verbrechen im Irak
Der UN-Menschenrechtsrat hat die Verbrechen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak scharf verurteilt. Bei einer [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung
Jetzt meistgelesen auf VOL.AT
Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Anmelden - oder ohne Registrierung diskutieren

Als VOL.AT User anmelden:




Passwort vergessen?

Unregistrierter User:

Bei unregistrierten Benutzern wird der Kommentar erst nach einer Prüfung freigeschaltet. Beleidigende, rassistische, ausfällige oder nicht themenbezogene Kommentare werden nicht veröffentlicht. Kommentare von eingeloggten Usern werden sofort veröffentlicht.

Neu registrieren



Bitte Javascript aktivieren!