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6. Februar 2012 14:29; Akt.: 6.02.2012 15:03

Energiearmut in Vorarlberg: 11.000 Menschen müssen frieren

Viele Wohnungen in Vorarlberg sind nicht warm genug. Viele Wohnungen in Vorarlberg sind nicht warm genug. - © AP(dapd)
Feldkirch – Energiearmut in Vorarlberg:  11.000 Menschen können ihre Wohnung nicht angemessen beheizen. Der Druck auf einkommensschwache Haushalte wächst mit den stetig steigenden Energiekosten massiv an.

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Die Ergebnisse der EU-Silc-Studie sind erschreckend: rund 11.000 Vorarlberger können während dieser kalten Tage ihre Wohnung nicht richtig beheizen. Dazu kommt, dass in den letzten fünf Jahren die Energiepreise um etwa 25 Prozent gestiegen sind. Im Vergleich dazu sind die Bruttojahreseinkommen unselbständig erwerbstätiger Menschen zwischen 2005 und 2010 um nur 11,6 Prozent erhöht worden. Diese Entwicklungen geben der Caritas Anlass zur Sorge: „Energiearmut betrifft nicht nur Bezieher der bedarfsorientierten Mindestsicherung, sondern auch viele Familien, die auf Grund ihres Einkommens mehr schlecht als recht über die Runden kommen“, hält Wolfgang Meier, Leiter der Caritas Wohnungslosenhilfe, im VOL.AT-Gespräch mit.

Kein Heizkostenzuschuss für Bezieher der Mindestsicherung

Die Caritas fordert daher, dass das Thema Energiearmut breiter diskutiert wird. Der Heizkostenzuschuss soll auch für Bezieher der Mindestsicherung zugänglich ist, sofern die Kosten nicht über eine Sonderzahlung – wie früher in der Sozialhilferegelung- gedeckt werden. „Wir sprechen hier von den ärmsten Menschen im Land“, begründet Wolfgang Meier und stellt klar: „Ich bin zu 100 Prozent dafür, dass auch Bezieher der Mindestsicherung einen Heizkostenzuschuss erhalten sollten.“ Auch der Schuldenstand bei Haushalten mit der Verpflichtung zur monatlichen Schuldentilgung wird nicht berücksichtigt. Dies führt zu Härtefällen, die bei den Caritas-Beratungsstellen um Hilfe anfragen. Ein weiterer Ansatzpunkt sind Projekte zur Senkung der Energiekosten in einkommensschwachen Haushalten.

Energiespar-Check von der Caritas

Bei rund einem Viertel der Beratungsgespräche, die in der Caritas Stelle „Existenz und Wohnen“ geführt werden, steht das Thema „Energie“ im Mittelpunkt. Den Menschen wird, abgesehen von der Beratung auch durch Sachspenden, geholfen. Jährlich zahlt die Caritas Vorarlberg etwa 70.000 Euro an Lebensmittelgutscheinen aus. Eine weitere Möglichkeit bietet die Caritas in Kooperation mit der VKW und dem Energieinstitut an: kostenlose Energiespar-Checks sollen das Potenzial zur Energieeinsparung zeigen und so die Kosten senken.

„Sozialhilfe deckte alle Wohnbedarfskosten ab“

Seit die Sozialhilfe von der Mindestsicherung abgelöst wurde, sind nicht mehr alle Kosten zum Erhalt der Wohnung gedeckt. „Da hat sich die Mindestsicherung im Vergleich zu der Sozialhilfe verschlechtert“, weiß Wolfgang Meier von der Caritas.

Merkmale von Energiearmut:

-    Mehr als 10 Prozent des Monatseinkommens zur Wärmebereitstellung aufbringen
-    Hohe Energieschulden und daraus häufig resultierende Energieabschaltungen
-    Energieineffiziente Wohnungen, Heizungen und Geräte
-    Schwierigkeiten bei ausreichendem Beleuchten und Heizen der Wohnung
-    Einschränkungen beim Energiekonsum auf Kosten der Gesundheit
-    „Essen oder Heizen“-Dilemma, das heißt, wenn zwischen Geld für Nahrung oder zum Heizen gewählt werden muss.

Energiearmut betrifft auch Familien

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