22. August 2012 10:26; Akt.: 22.08.2012 11:06

“Wir lassen uns sicher nicht vertreiben”

Vorarlberger Jugendliche wünschen die sich von der Gesellschaft mehr Toleranz - in vielerlei Hinsicht. Vorarlberger Jugendliche wünschen die sich von der Gesellschaft mehr Toleranz - in vielerlei Hinsicht. - © Miro
von Joachim Mangard (Wann & Wo) - Bregenz, Dornbirn – Molo oder Bahnhof: Vorarlbergs Jugendliche unter Generalverdacht? (59 Kommentare)
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Immer wieder die „bösen“ Jugendlichen: Besonders das „Herumlungern“ am Bahnhof Dornbirn oder am Bregenzer Molo erhitzt nicht nur zur Festspielzeit die Gemüter. „Jugendliche stehen unter Generalverdacht. Sowohl auf öffentlichen Plätzen als auch auf Veranstaltungen setzen private Securityfirmen die absurdesten Verbotsgesetze durch. Gleichzeitig können sich Jugendliche fast nirgends treffen, ohne dem Konsumzwang ausgesetzt zu sein“, übt Daniel Haim, Sprecher der Jungen Grünen, Kritik. Besonders über die enorme Präsenz von Security-Personal, Polizei oder Überwachungskameras mokiert sich der 20-Jährige: „Ich habe nichts verbrochen, komme mir aber ständig beobachtet und verdächtigt vor, egal ob am Dornbirner Bahnhof oder am Bregenzer Molo. Ich habe mehrere Freundinnen und Freunde, die rassistisch diskriminiert wurden.“ Aus diesem Grund wollen die Jungen Grünen mit ihrer Aktion „Nimm Platz! Die Stadt gehört uns allen!“ die Gesellschaft auf die Bedürfnisse der Jugendlichen aufmerksam machen.

Mitgestaltung gefordert

„Wir brauchen die Möglichkeit, Plätze und öffentliche Räume mitzugestalten und uns kreativ auszuleben. Niemand braucht Einkaufszentren an Stadträndern – wir wollen belebte Innenstädte und Dorfzentren, wo sich alle Mitglieder der Gesellschaft treffen können“, führt der engagierte junge Mann aus Röthis fort. Der Student bemängelt auch die geringe Anzahl an Streetworkern und die wenigen Möglichkeiten, sich künstlerisch oder sportlich zu betätigen (Graffiti- Wände, Skateplätze, …) Außerdem sieht er dringenden Handlungsbedarf in einer Reformierung des Jugendschutzgesetzes, der Wunsch nach Liberalisierung und bundesweiter Vereinheitlichung wird laut: „Jugendliche haben viel zu sagen und wollen mitgestalten, dazu muss es aber auch die Möglichkeiten geben. Am wichtigsten ist mir: Kein Mensch darf ausgeschlossen oder diskriminiert werden!“

Statements

Marcel Hintner, 18, Lauterach: „Von der Diskussion um das fehlende Gastronomienangebot am Seeufer bin ich ehrlich gesagt überrascht. Ich denke, Bregenz zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es noch Plätze direkt am See gibt, an denen kein Konsumzwang herrscht. Zwar werden Jugendliche, insbesondere mit Migrationshintergrund, öfters zum Ziel überspitzter Securityattacken, im Großen und Ganzen sind wir aber froh, dass es noch Plätze wie das Molo gibt, an denen man einfach „Sein“ kann. Der See gehört uns allen, wir wollen nichts bezahlen, um am Ufer zu sitzen. Und wir lassen uns nicht so einfach vertreiben.“

Merve Beyppinar, 20, Bregenz: „Zum Glück wurde das Molo-Jugendverbot niemals umgesetzt. Ich finde es schade, wenn man in Bregenz aufgrund touristischer Interessen den Zugang zum See schrittweise immer schwieriger macht. Gerade diese Möglichkeit zeichnet die Landeshauptstadt doch aus, und jeder hat die Chance, die Natur zu genießen. Weniger zufrieden bin ich mit der Situation in Dornbirn, z.B. am Bahnhof. Ich habe das Gefühl, dass vor allem Jugendliche mit migrantischem Hintergrund am Bahnhof nicht gern gesehen sind. Ich bin selbst in Jugendzentren und beim Jugendservice aktiv, es fehlt einfach an genügend Alternativen und Mitteln für uns.“

Maximilian Weiskopf, 18, Dornbirn: „Ich schätze das derzeitige Angebot in Bregenz, auch in kultureller Hinsicht. Was ich mir wünschen würde, wäre die Umsetzung eines Museumsquartiers nach Wiener Vorbild und weiteren frei zugänglichen und konsumfreien Plätzen. Ich denke, die Bregenzer Touristiker sollten mehr diesen wertvollen ‚Open Space‘ vermarkten und weniger den Seezugang mit Verboten erschweren.“

Zur Person: Daniel Haim
Wohnort, Alter: Röthis, 20
Funktion: Sprecher Junge Grüne Vorarlberg
Schule, Ausbildung: Studium der Internationalen Entwicklung an der Universität Wien, davor HAK Feldkirch

„Nimm Platz! Die Stadt gehört uns allen“
Am Samstagnachmittag laden die Jungen Grünen in der Feldkircher Innenstadt alle Menschen ein, Freiräume zu nehmen und zu leben. Am Abend gibt es im Magazin 4 in Bregenz ein Gratiskonzert, davor können sich Interessierte in einem Open Space über Jugend & Freiräume in Vorarlberg informieren. Am Sonntag wird die Aktion in Bregenz wiederholt.



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