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Armes Österreich

Als Schweizer hab ich eigentlich immer etwas neidisch nach Österreich geschaut weil ich der Ansicht war, dass dort etwas mehr Lebensfreude, Humor und Verstand an den Tag gelegt wurde als in der Schweiz.

Leider ein Trugschluss. Zumindest was die Behörden angeht. So tun mir meine österreichischen Kollegen heutzutage nur noch leid. Grundlage des ganzen war mein Erlebnis mit dem österreichischen Amtsschimmel.

Nachdem die Unfähigkeit der österreichischen Behörden vor kurzem ja bereits zu genüge Thematisiert wurde, Stichwort Wahlkampfcouverts, möchte ich mich über diesen Fauxpass nicht auslassen. Und Fehler können ja immer mal passieren, egal welcher Herkunft. Aber es war schon etwas bezeichnend wie seitens der Behörden damit umgegangen wurde, auch dass dieser Fauxpass den österreichischen Steuerzahler Millionen gekostet hat.

Nun ja, Tempi passati. Aber letzthin bin ich leider in die Mühlen der österreichischen Bürokratie gelangt, und das Bild des Abgehobenen, arroganten Staatsapparates, repräsentiert durch die grosse Anzahl an Staatsbediensteten, hat sich in mir gefestigt. Eines Staatsapparates der schlicht und einfach keine gesunden Menschenverstand mehr besitzt, sondern nur noch paragraphenreiterei betreibt.

Was war passiert: im Frühling bin ich geschäftlich mit einem Mietwagen von Zug nach München gefahren, wie ich es so oft tue. Und ich halte immer am gleichen Grenzübergang an und kaufe mir eine 10 Tages Vignette, wie es sich gehört. Da ich jedoch mit dem Mietfahrzeug unterwegs bin, klebe ich die Vignette nicht auf, sondern befestige sie an der Windschutzscheibe mit dem dafür vorgesehenen Clip. Denn die Autovermietung untersagt das anbringen von Klebern, respektive werden für die Entfernung dieser zusatzkosten nachverrechnet. Der gesunde Menschenverstand sagte mir aber, dass es eigentlich keinen Unterschied ausmachtob gesteckt oder aufgeklebt, da die Vignette (am gleichen Ort) mit beiden Verfahren ersichtlich ist.

Wie ich mich doch getäuscht habe. Im Juni erhielt ich dann mit 4 Monaten Verspätung von der Kantonspolizei persönlich eine Straffanzeige ausgestellt (Amtsunterstützung nennt man das) weil es die Bregenzer Behörde nicht mal schaffte, eine von der Leihwagenfirma korrekt angegebene Adresse von mir abzutippen. Die Starfanzeige lautete auf nicht ordnungsgemäss entrichtete Maut.

Daraufhin habe ich höflichst geantwortet dass ich sehr wohl eine Vignette gekauft und appliziert habe. Habe dem Beamten in der Hauptmannschaft in Bregenz den Sachverhalt wie oben beschrieben erläutert. Woraufhin ich wieder ein paar Wochen später (ca. 2 Monate) den eine Kopie des mehrseitigen Berichtes der Beweisaufnahme erhielt. Darin war u.a. auch bildlich (FOTO!) festgehalten, dass ich eine Vignette an der Windschutzscheibe hatte. Aber da ich diese aus geschilderten Gründen nicht aufgeklebt sondern nur angesteckt habe war noch das ‘X’ der Trägerfolie zu sehen. Und damit schlussfolgerten der Beamte dass ich keine ordnungsgemässe Vignette hatte (obwohl er sie auf dem Foto sah und ich ihm diese auch noch zugeschickt habe (musste das ja als Spesenaufwand im Geschäft abrechnen).

Woraufhin ich ihm wieder geantwortet habe dass ich ja nie was anderes behauptet hätte sondern lediglich sagte, dass ich eine gültige Vignette hatte, was durch seine Beweisaufnahme bestätigt wurde. Und wiederum ein paar Wochen später erhalte ich eine Straferkenntnis zugestellt indem schlicht nur davon gesprochen wird, dass ich die Busse von €300.- plus Verfahrenskosten von €30.- zu bezahlen hätte da ich keine gültige Vignette gehabt hätte (was ja durch die Beweisaufnahme widerlegt wurde).

Mir bleibt die Sprache weg ab soviel Schildbürgergebahren. Da hat man nachweisslich korrekt Gebühren bezahlt, wird aber gebüsst weil die Quittung(Vignette) nicht korrekt aufgeklebt wurde. Hätte ich dies aber getan hätte ich ein Rechnung von der Leihwagenfirma erhalten zur Entfernung dieser ….

Es ist ja so dass eine gewisse Konkurenz beim Skisport herrscht, und dass wir uns gegenseitig etwas anzünden deswegen, und manchmal auch etwas schadenfreudig sind). Aber das habt ihr nicht verdient. Ihr lieben österreichischen Mitbürger tut mir echt leid dass ihr durch solch verstandsbefreite Beamten um euer hart verdientes Geld gebracht werdet. Denn was die da machen ist Euer Geld auszugeben. Und wenn ich die Busse von €300.- gegenüberstelle mit dem ganzen Aufwand der da betrieben wurde um genau das festzustellen (und trotzdem zu büssen), was ich bereits zu Anfang an gesagt habe, das kostet euch Steuerzahler das x-fache. Und vermutlich wird für die Arbeit in der Bezirkshauptmannschaft auch noch ein Universitätsabschluss vorausgesetzt, was die Lohnkosten derart ausgebildeter Fachspezialisten grad nochmals ansteigen lässt.

Ich beneide Euch wahrlich nicht mehr, ich schüttle nur noch mitleidig den Kopf. Armes Österreich

 

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