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Zwei Verschüttete unverletzt geborgen

Zunächst müssen die Bergretter vom Schlimmsten ausgehen. "Lawinenabgang – mehrere Verschüttete" ist kurz nach 11 Uhr auf den Alarmpiepsern der Einsatzkräfte zu lesen.  

Binnen kürzester Zeit werden Lawinenhunde und Notärzte mit drei Hubschraubern an den Unglücksort in 2500 Metern Seehöhe geflogen – doch glücklicherweise fordert die Lawine an der Zürser Seite der Madlochspitze kein Todesopfer.

1A-Gruppe der Skischule

Die beste Gruppe der Skischule Zürs will von der Madloch-Bergstation zur Gamsroute in Richtung Wiesele außerhalb des gesicherten Skigebiets abfahren. Der 60-jährige staatlich geprüfte Skilehrer und Skiführer aus dem Klostertal weist die acht Teilnehmer an, ausreichend Lawinensicherheitsabstand im Südost-Steilhang einzuhalten. Die Gruppe ist laut Polizeiangaben mit Lawinenpiepser, Airbags, Sonden und Schaufel vorbildlich ausgerüstet.

Der Skilehrer und vier Gruppenmitglieder haben den Steilhang bereits gequert, als sich 64 Meter oberhalb eines Wieners und eines Schweizers ein massives Schneebrett löst und die beiden Skischulgruppenteilnehmer mitreisst. Der 53-jährige Wiener hatte keine Zeit mehr, seinen Lawinenairbag auszulösen und geriet unter die Schneemassen, wurde aber von der Lawine ausgespült und kam an der Oberfläche unverletzt zu liegen. Der Schweizer (49) konnte mit der Lawine mitschwimmen und sich selbst befreien.

„Die beiden hatten ein Riesenglück – die Ausmaße der Lawine waren mit bis zu 1,20 Metern Anrisshöhe und über 300 Metern Länge nämlich enorm”, sagt Philipp Berger von der Lecher Polizei. Die Ermittler vermuten, dass sich die Lawine spontan gelöst hat.


Lawinengefahr weiter erheblich
In Vorarlberg herrschte am Freitag Lawinengefahr der Stufe 3 („erheblich”). Laut Lawinenwarndienst erfordern Aktivitäten abseits gesicherter Pisten zur Zeit defensives Verhalten und Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr. „Bergsportler sollten auch am Wochenende im freien Gelände gut aufpassen”, so Andreas Pecl vom Lawinenwarndienst auf „VN”-Anfrage. Die Lawinengefahr sei weiter erheblich.
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