Wolford krempelt die Ärmel auf

Die Kundin künftig komplett einzukleiden, lautet das Ziel des für seine Strumpf- und Dessousmode berühmt gewordenen Textilunternehmen. Das Segment Oberbekleidung soll wichtiger werden.

Mit dem ersten Geschäftsjahr mit Zuwächsen seit 2000/01 im Rücken präsentierte Vorstandsvorsitzender Holger Dahmen am Dienstagabend in Wien Zukunftspläne, den neuen Kreativdirektor Antonio Berardi und, als erste Frucht der Zusammenarbeit mit dem Italo-Briten, die Frühling/Sommerkollektion 2007.

„Ich mache nicht ’Berardi für Wolford’, ich habe Respekt für die Marke und ihre Traditionen“, versicherte der Designer der nationalen und internationalen Presse – Medienleute aus 18 Ländern waren versammelt, wie Dahmen betonte. Die Archive des 1950 gegründeten Unternehmens seien „eine Goldgrube“, er selbst wolle einen neuen Zugang beisteuern, sagte Berardi.

Die erste Kollektion unter seiner Federführung, würdevoll im Prunksaal der Nationalbibliothek in Szene gesetzt, betont Taille und Dekollete, setzt neben klarer Linienführung mit Spitze, Schleifen und Transparenz auch auf einen Schuss Romantik. „Sexy, sinnlich und romantisch sind die Schlagworte dazu“, so der Modemacher.

Die wichtigste Zielgruppe von Wolford ist die Dame ab 40. Jüngere Käuferinnen sollen durch betont modische Kollektionsteile und „einen sichtbaren Pret-a-porter-Charakter“ angezogen werden, erläuterte Dahmen. Firmengeschichte und Kernkompetenzen wolle man weiter hoch halten, in Zukunft soll aber neben der Unter- die Oberbekleidung eine große Rolle spielen. Das Ziel: Wolford als Luxusmodemarke für alle Fälle zu etablieren. Die Frühling/Sommerkollektion 2007 bietet folgerichtig auch Blusen, Cardigans, Tops, Hosen, Röcke und Kleider.

Wolford verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr nach vorläufigen Zahlen ein Umsatzplus von 4,4 Prozent auf 121,4 (116,3) Mio. Euro und damit erstmals seit 2000/01 wieder ein Jahr mit Zuwächsen. Vorstandsvorsitzender Dahmen sieht „den Turnaround geschafft“.

Kreativdirektor Antonio Berardi wurde am 21. Dezember 1968 in der englischen Kleinstadt Grantham als Sohn sizilianischer Emigranten geboren. Er studierte am Londoner St. Martin’s College und arbeitete u.a. als Assistent von John Galliano und für die Marke Exte. Seit Mitte der neunziger Jahre präsentiert er sein eigenes Label auf internationalen Laufstegen.

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